V.l.n.r.: Die beiden Babynavigatorinnen Annette Sommer und Barbara Nardmann-Stahl helfen frischgebackenen Müttern dabei, aus der Vielzahl an Beratungsangeboten das individuell richtige in Anspruch zu nehmen. Unterstützt werden sie von Gero Hufendiek, Leiter Schreiambulanz, Projektkoordinatorin Nicole Offelmann sowie dem gesamten Team der Geburtshilfe an der Helios St. Anna Klinik Duisburg (Foto: Helios)
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Duisburg. Bei Problemen mit Säuglingen und Kleinkindern gibt es mittlerweile eine Vielzahl sehr guter Hilfsangebote für junge Familien. Frühe Hilfen, Beratungsstellen, Frühförderstellen, Sozialpädiatrische Zentren (SPZ), Jugendhilfe oder kommunale Stellen – es ist mittlerweile ein richtiger „Beratungsdschungel“ geworden. Doch vielfach geht wertvolle Zeit verloren, bis Eltern herausfinden, welche Möglichkeiten der Hilfen und Begleitung es gibt. Von den Folgen weiß Gero Hufendiek, Leitender Psychologe und Leiter der Schreiambulanz am SPZ der Helios St. Anna Klinik Duisburg zu berichten: „Da wir uns jetzt schon seit vielen Jahren im Rahmen der Schreiambulanz mit Säuglingen, Kleinkindern und deren Eltern beschäftigen, erleben wir häufig, wie schnell es bei Belastungen zu Überforderungen kommen kann. Wenn es uns gelingt, möglichst früh die passende Hilfe zu vermitteln, können ungünstige Entwicklungen, die Jahre später ggf. zu massiven Problemen führen, vermieden werden.“

An diesem Punkt setzt das Projekt „Babynavi“ an, das vom Sozialpädiatrischen Zentrum und der Geburtshilfe an der Helios St. Anna Klinik in Kooperation mit den Frühen Hilfen Duisburg im Herbst 2020 ins Leben gerufen wurde. Der Name kommt nicht von ungefähr: „Unsere Babynavigatorinnen zeigen den Eltern nicht nur eine mögliche Adresse, bei der sie Hilfe bekommen können, sondern unterstützen sie unkompliziert dabei, auch dort anzukommen. Sie lotsen sozusagen die Eltern – wie ein Navi im Auto – zum Ziel“, erläutert Projektkoordinatorin Nicole Offelmann, Dipl.-Psychologin und Psychotherapeutin im SPZ der St. Anna Klinik.

Konkret sieht es so aus, dass die beiden Babynavigatorinnen, Barbara Nardmann-Stahl und Annette Sommer, Müttern noch in der Geburtsklinik Informationen und Beratung anbieten, wenn diese gebraucht oder gewollt werden. Gemeinsam mit der Mutter suchen sie dann das passende Angebot aus. „Das kann z.B. eine Familienhebamme sein, wenn die Mutter sich mit dem Umgang ihres neugeborenen Säuglings überfordert fühlt oder die Vermittlung in unsere Schreiambulanz, wenn das Baby bereits auf der Säuglingsstation untröstlich schreit und nicht schlafen kann. Zu unseren Aufgaben kann aber bspw. auch gehören, gehörlosen Eltern bei der Suche nach einem Gebärdendolmetscher zu helfen, damit sie die Erklärungen des Kindesarztes bei den U-Untersuchungen verstehen können. Bei Kindern mit angeborenen Erkrankungen unterstützen wir Eltern bei der Suche nach den richtigen medizinischen Einrichtungen“, so die beiden Babynavigatorinnen. Bei ihrer Arbeit werden die Beiden tatkräftig vom gesamten Team der Geburtshilfe unterstützt.

Das Projekt gehört zu den Lotsendiensten in der Geburtshilfe und wird finanziert durch das Förderprogramm „Kinderstark“ vom Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen (MKFFI NRW). Durchgeführt wird es mit Unterstützung des Präventionsmodells KinderZUKUNFT NRW von der Stiftung Deutsches Forum Kinderzukunft.

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