(Foto: Guntmar Kipphardt)
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Essen. Die Entsorgungsbetriebe Essen (EBE) haben eine Woche nach dem verheerenden Starkregen und Hochwasser im Essener Süden eine erste Einsatz-Bilanz gezogen. „Wir können mit dem schnellen und professionellen Sondereinsatz sehr zufrieden sein“, resümiert Ulrich W. Husemann, Geschäftsführer des kaufmännischen Bereichs der EBE. Gerade auch im Hinblick darauf, dass sich nur wenige Stunden nachdem die Ausmaße der Zerstörungen langsam immer deutlicher wurden, schon viele EBE-Mitarbeiter freiwillig gemeldet haben, um am Wochenende zusätzlich zu helfen. „Die Menschen in den betroffenen Gebieten konnten sich in dieser schwierigen Zeit sicher sein, dass auf den Einsatz der Entsorgungsbetriebe Essen Verlass ist“, so Husemann.

Mehr als 330 Tonnen Sperrmüll durch Hochwasser

Wie groß das Ausmaß der Zerstörungen durch die Wassermassen ist, zeigt vor allem die hohe Menge an Sperrmüll, den die Abfallabfuhr der EBE in den vergangenen Tagen zusätzlich zum normal weiterlaufenden Tagesgeschäft aus dem Essener Süden abgefahren hat. So sammelten die EBE-Mitarbeiter von Donnerstag bis Mittwoch mehr als 210 Tonnen brennbaren Sperrmüll ein, den Betroffene an den Straßenrand gestellt hatten. Um zusätzliche Kapazitäten für diesen besonderen Einsatz zur Verfügung zu haben, musste der Service Sperrmüll-Express leider vorübergehend eingestellt werden.

Zusammengerechnet mit dem Sperrmüll, der durch Bürgerinnen und Bürger seit Donnerstag beim kommunalen und gewerblichen Containerdienst abgegeben wurde, kommen die Entsorgungsbetriebe in den Hochwassergebieten derzeit auf eine Sperrmüllmenge von rund 330 Tonnen. Tendenz weiter steigend: Da die Einsätze immer noch weiterlaufen und so lange fortgeführt werden, bis der Sperrmüll beseitigt ist, gehen die EBE davon aus, dass die Menge in den kommenden Tagen noch deutlich steigen wird. Auch in den kommenden Tagen sind wieder Mitarbeiter der EBE in den Hochwasserregionen unterwegs und erhalten dabei Unterstützung aus den Nachbarstädten. „Mitarbeiter der Wirtschaftsbetriebe Oberhausen und der Bottroper Entsorgung und Stadtreinigung haben sich freiwillig gemeldet, um in Essen zu helfen. Für dieses tolle Engagement sind wir sehr dankbar“, sagt Sandra Jungmaier, Prokuristin im operativen Bereich der EBE.

EBE erweitert Angebot für Betroffene nochmals

Damit Betroffene auch weiterhin unkompliziert und schnell ihren Sperrmüll entsorgen können, hatten die Entsorgungsbetriebe Essen kurzfristig ein zusätzliches Angebot zur Sperrmüllentsorgung aufgebaut und erweitern dieses nun nochmals. In Heidhausen ist ein Platz eingerichtet worden, der von Fremdfirmen genutzt werden kann, die freiwillig bei der Abfuhr der Abfälle helfen. Das Abladen kann dort allerdings nur nach Rücksprache mit der EBE und nicht von Privatpersonen geschehen.

Zusätzlich wird die mobile Schadstoffsammlung der EBE die betroffenen Gebiete anfahren. Am kommenden Montag, 26. Juli, wird das Schadstoffmobil von 9 bis 13 Uhr in Kupferdreh (Standort: Parkplatz an der Kupferdreher Straße / Benderstraße) schadstoffbelastete Abfälle von Hochwasseropfern annehmen. Am Dienstag wird das Schadstoffmobil zwischen 9 und 13 Uhr im Stadtteil Kettwig (Montebruchstraße 31) stehen.

Schäden am Recyclinghof Werden schnell beseitigt

Außerdem stehen weiterhin an den Recyclingstationen Pferdebahnstraße und Elisenstraße, sowie an der Grünschnittannahmestelle Schnabelstraße Sperrmüllcontainer für Bürgerinnen und Bürger bereit. Die EBE-Standorte sind am Freitag von 8 bis 15 Uhr geöffnet. Die Stationen an der Elisenstraße und an der Schnabelstraße öffnen am Samstag von 7 bis 14 Uhr für Kunden.

Auch der Recyclinghof an der Laupendahler Landstraße ist seit Dienstag wieder geöffnet. Die Entsorgungsstation, die in unmittelbarer Nähe zur Ruhr liegt, war am Donnerstag selbst vom Hochwasser überflutet und beschädigt worden, sodass sie kurzfristig geschlossen werden musste. „Es ist dem unermüdlichen Einsatz vieler EBE-Mitarbeiter zu verdanken, dass die Schäden am Recyclinghof so schnell beseitigt werden konnten“, sagt Ulrich W. Husemann. Der EBE-Standort in Werden steht nun wieder zu den gewohnten Öffnungszeiten (Montag, Dienstag, Mittwoch und Freitag von 8 bis 15 Uhr und am Donnerstag von 9 bis 18 Uhr) zur Verfügung. Zurzeit ist die Zufahrt zum Recyclinghof allerdings nur aus Kettwig über die Werdener Straße möglich.

Straßenreinigung fegt mehr als 22 Tonnen Schlamm und Dreck weg

Neben den erschreckend hohen Mengen an Sperrmüll hat das Hochwasser auch viel Dreck und Schlamm in den betroffenen Gebieten hinterlassen. Durch die Straßenreinigung der EBE sind seit Donnerstag bislang 22,7 Tonnen an Straßenkehricht in den Hochwassergebieten zusätzlich zum normalen Tagesgeschäft (rund 12 Tonnen täglich) gesammelt worden. Auch diese Zahl wird in den kommenden Tagen noch deutlich steigen.

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