Projekt "Schwimm mit" des Kommunalen Integrationszentrum im Schwimmbad des Sportzentrums Berliner Straße (Foto: André Grabowski / Stadt Bochum, Referat für politische Gremien, Bürgerbeteiligung und Kommunikation)
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Bochum. Mit Blick auf die Notwendigkeit, die Quote der Nichtschwimmer in Bochum zu senken, hat die Stadt Bochum das Projekt „Schwimm Mit! – Erhöhung der Schwimmfähigkeit bei Kindern“ als Kernaktivität in die Bochum Strategie aufgenommen. Sicher schwimmen zu können gilt als eine motorische Basiskompetenz und ist eine grundlegende Voraussetzung für die aktive Teilhabe an der Bewegungs-, Spiel- und Sportkultur.

Unter dem Motto „Schwimm mit!“ lernen aktuell 40 Kinder mit internationaler Familiengeschichte in insgesamt vier Schwimmkursen das Schwimmen. In Zusammenarbeit mit dem Kommunalen Integrationszentrum der Stadt Bochum, dem Kinder-  und Jugendring, dem SV Blau-Weiß Bochum 1896 e.V., dem SV Bochum 03 e.V. und dem Referat für Sport und Bewegung werden in den Sommerferien 2021 Schwimmkurse für Kinder mit internationaler Familiengeschichte angeboten. Die Kurse sind ein Baustein der Kernaktivität „Schwimm mit!“ und finden vormittags in einem Lehrschwimmbecken statt und umfassen zehn Unterrichtsstunden. Durchgeführt werden sie von zwei Schwimmassistenten und unterstützend stehen zwei ehrenamtliche Helferinnen den Wasserbegeisterten zur Seite. Das Ziel der Kurse ist es, Kindern im Alter von sechs bis zwölf Jahren eine erste Wassergewöhnung zu ermöglichen und je nach individuellem Fortschritt auch das Seepferdchen. Nach all den Einschränkungen durch Corona erhalten die Kinder ein Bewegungsangebot, welches sie begeistert annehmen. Sogar für eine passende Ausstattung sorgt das Kommunale Integrationszentrum. So erhalten die teilnehmenden Kinder Badekappen und Schwimmbrillen. Als Erinnerung an den Schwimmkurs und zum Mut machen für weitere Aktivitäten im Wasser gibt es einen Schwimmbeutel und ein Badetuch mit dem Aufdruck „Schwimm mit!“ und dem Stempel der Bochum Strategie.

Mit dem Bochumer Projekt „Schwimm Mit!“ soll die Schwimmfähigkeit generell erhöht werden, denn etwa die Hälfte der sechs- bis zehnjährigen Kinder kann am Ende der Grundschulzeit nicht ausreichend gut schwimmen. Trotz des in Lehrplänen vorgesehenen Schwimmunterrichts wird dieses wesentliche Ziel oft nicht erreicht. Unter schulischen Rahmenbedingungen lässt sich das Problem u.a. schon aus zeitlichen Gründen kaum lösen. Fehlt dann auch noch das familiäre Engagement oder reicht dies nicht aus, können institutionelle Programme oder aktive Netzwerke vor Ort helfen. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie und der hierdurch bedingte Ausfall des Schulschwimmunterrichts sowie die lange Schließung der Schwimmstätten haben dieses Problem noch weiter verschärft.

Ein besonderes Potential zur Erhöhung der Schwimmfähigkeit bildet der Einsatz der sogenannter Schwimmassistenzen im Schwimmunterricht der Grundschulen bzw. in Klasse 5 und 6 der weiterführenden Schulen. Häufig stehen die Schulen mit einer hohen Zahl an Nichtschwimmern vor der Herausforderung einen adäquaten Schwimmunterricht orientiert an den Leistungsniveaus der Kinder durchzuführen. Daher ist es vorgesehen, bei Bedarf zur Unterstützung des Schwimmunterrichts in den Bochumer Schulen Schwimmassistenzen an den „Schwimmstätten“ einzusetzen. Die Schwimmassistenzen, die auch sie oben genannten Kurse durchführen, wurden aus den Bochumer Schwimmvereinen rekrutiert. Mit dem SV Blau-Weiß Bochum e.V. sowie dem SV Bochum 03 e.V. wurde eine Kooperation über den Einsatz von Schwimmassistenten geschlossen.

Erfreulicherweise konnten bereits ab Mai dieses Jahres die Schwimmassistenzen in den Lehrschwimmbecken am Sportzentrum Westenfeld und in der Berliner Straße kurzfristig eingesetzt werden. Nach den Sommerferien ist mithilfe einer Kooperation mit der WasserWelten Bochum GmbH der Einsatz der Schwimmassistenzen zunächst in den Bädern Querenburg und Langendreer vorgesehen. Nach Bedarf und verfügbarer Kapazität soll der Einsatz auf weitere Schwimmstätten ausgeweitet werden.

Weitere zum Teil schon umgesetzte oder in der Planung befindliche Maßnahmen sind die Errichtung einer Internetplattform für Schwimmangebote, die Erfassung und Evaluierung der Schwimmfähigkeit, die bedarfsgerechte Ausstattung der Schwimmstätten, eine Schwimmkompaktwoche für Bochumer Grundschulen, die Ausweitung der Kurse „NRW kann schwimmen“, ein Wasserflächenmanagement im Kontext der Sportstättenbedarfsplanung sowie verschiedene Pilotprojekte.

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