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Mülheim an der Ruhr. Gestern Morgen (28. Juli gegen 8:30 Uhr) meldete sich eine Mutter auf der Leitstelle der Polizei Essen/Mülheim a.d. Ruhr und gab an, dass ihre Tochter an zwei aufeinanderfolgenden Tagen von einem Unbekannten angesprochen wurde. Den vor Ort eingesetzten Beamten erklärte sie, dass ihre Tochter die Ferienbetreuung an einer Schule in Mülheim-Heißen besuche. Auf dem Weg nach Hause sei das Mädchen im Kindesalter dann von dem Fremden angesprochen worden.

Gegen 14 Uhr desselben Tages meldete sich die Mutter erneut und gab an, dass der Mann wieder an der Schule sei. Es wurde sofort ein Streifenwagen zur Schule entsandt. Unsere Kollegen trafen die männliche Person im Nahbereich an, überprüften ihn und brachten den Sachverhalt zur Anzeige. Nach Abschluss der erforderlichen Maßnahmen erhielt der Mann einen Platzverweis.

Gegen 21 Uhr meldete sich dann ein männlicher Zeuge, der einige Straßen weiter einen Rucksack mit Lollis und Comics gefunden hatte. Die Gegenstände wurden durch die Einsatzkräfte sichergestellt. Ein Zusammenhang wird geprüft.

Der 31-jährige deutsche Tatverdächtige ist der Polizei wegen ähnlich gelagerter Sachverhalte bekannt. Die Strafanzeige liegt dem zuständigen Kriminalkommissariat vor, welches bereits weitere Ermittlungen aufgenommen hat. Der unter Betreuung stehende Tatverdächtige soll noch heute vernommen werden.

Der für den Bereich der Schule zuständige Bezirksdienstbeamte wurde heute Morgen unmittelbar informiert. Er hat bereits Kontakt zur Schule aufgenommen, den Sachverhalt erörtert und Verhaltenshinweise gegeben.

Da dieser Sachverhalt bereits den Weg in die sozialen Netzwerke gefunden hat, möchte die Polizei an dieser Stelle noch folgendes sagen: “Verständlicherweise sind alle Eltern, Erziehenden und Lehrkräfte in großer Sorge um den Schutz und das Wohl der Kinder. Diese Sorge nehmen wir sehr ernst. In allen Fällen, in denen die Polizei Kenntnis erhält, wird mit Sensibilität und Nachdruck ermittelt.”

Hier einige Tipps für Eltern:

– Wenn Ihr Kind von einem solchen Vorfall erzählt, rufen Sie sofort die Polizei an.

– Loben Sie Ihr Kind dafür, dass es sich Ihnen anvertraut hat.

– Klären Sie Ihr Kind altersgemäß über Sexualität und Gefahren des sexuellen Missbrauchs auf, damit es nicht aus Neugier oder Ahnungslosigkeit einer fremden oder bekannten Person folgt. Tabuisieren Sie das Thema nicht, auch wenn es unangenehm ist.

– Ängstigen Sie Ihr Kind nicht. Aber sagen Sie ihm immer wieder, dass es weder mit fremden noch mit bekannten Personen mitgehen oder in ihr Auto einsteigen darf, ohne vorher Sie oder eine Vertrauensperson informiert und um Erlaubnis gefragt zu haben. Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind, dass es Ihnen darüber berichtet, wenn es zum Mitgehen oder Mitfahren aufgefordert wurde.

– Legen Sie mit Ihrem Kind fest, dass ein gemeinsam vereinbarter Weg – zur KiTa, zur Schule, zum Sport, zur Musikschule, zu Freunden – eingehalten wird.

– Ermutigen Sie Ihr Kind, im Notfall mit lautem Schreien und Rufen auf sich aufmerksam zu machen. Üben Sie mit Ihrem Kind lautes Schreien! Erlauben Sie Ihrem Kind ausdrücklich, im Notfall all das zu tun, was sonst verboten oder unerwünscht ist: hauen, treten, boxen, beißen, kratzen, spucken oder was sonst nötig ist.

Die Aufzählung ist nicht abschließend. Unsere Kolleginnen und Kollegen der Kriminalprävention/Opferschutz (KP/O) stehen allen Ratsuchenden für Gespräche, Tipps und Infos zur Verfügung.

Kontakt KP/O:
Tel.: 0201/829-4444
E-Mail an kpo.essen@polizei.nrw.de. (ots)

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