Johanna Schreiber (Foto: privat)
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Goch. Johanna Schreiber ist im August 101 Jahre alt geworden. Das wurde gebührend gefeiert. Auch in der Tagespflege an der Parkstraße gratulierten ihr Mitarbeitende und Gäste.

Geboren wurde Johanna Schreiber 1920 in Pfalzdorf, wohnt aber seit Jahrzehnten in Goch. Sie ist das zweitjüngste von 13 Kindern gewesen, nun hat sie am längsten von allen durchgehalten. Ein besonderes Rezept, um geistig und körperlich fit zu bleiben hat sie jedoch nicht. „Ich habe immer viel und gerne gearbeitet“, erzählt sie. Sie hatte sogar ihre Eltern mal gefragt, warum sie nicht eher hätte geboren werden können – viele ihrer Freunde feierten vor ihr 14. Geburtstag und stiegen somit eher ins Berufsleben ein.

Die Volksschulabsolventin half als junges Mädchen zunächst bei einem Bauern, später war sie Arbeiterin bei XOX in Kleve. Es folgte eine Arbeit bei Nährengel in Goch als Schichtmeisterin und zum Schluss war Schreiber Betriebsmeisterin in der Sortierung bei den Garnveredelungswerken Goch (GVW). Mit 60 Jahren ging sie in Rente: „Ich wollte schließlich noch was von der Rente haben“, sagt sie schmunzelnd.

„Wir haben gerne und häufig gefeiert“, erinnert sich die 101-Jährige an die ersten Jahrzehnte nach dem 2. Weltkrieg. Der Zusammenhalt und das „Füreinander-Da-sein“ war ein anderes als heute meint sie: „Da hatte keiner die Nase oben, weil er mehr Geld verdiente.“ Das Feiern hat die 101-Jährige beibehalten und dankt ihren Nachbarn: Diese haben zum Geburtstag eine 101 aus Luftballons geformt und aufgehangen, eine Musikkapelle kam zuhause zum Ständchen vorbei. „Von morgens bis abends hatte ich Gäste“, sagt sie strahlend. „Allerdings nach 20 Uhr war ich müde und bin einfach mal schlafen gegangen.“

Die Seniorin freut sich darüber, dass sie nun zwei Mal in der Woche zur Tagespflege gehen kann. „Mein Augenlicht wird leider seit ein paar Wochen weniger“, berichtet sie. „Die Mitarbeitenden kümmern sich hier um uns und sind sehr freundlich“, findet Johanna Schreiber. Sie kommt auch wegen der Abwechslung, die sie in der Tagespflege erlebt. “Sie genießt unser vielfältiges Programm, das unter anderem Bewegungsangebote und `Denksport´ umfasst. Ganz wichtig: bei uns darf viel gelacht werden“, ergänzt Hans-Dieter Reuter, Teamleiter der Tagespflege an der Parkstraße.

Praktisch: Einmal in der Woche überschneiden sich Schreibers Tagespflege-Tage mit denen einer Freundin: „Wir kennen uns schon seit über 80 Jahren“. Zuhause wird Johanna Schreiber von ihrem Sohn Josef gepflegt, ebenfalls nun schon 76 Jahre alt. Neben ihren Arbeitsstellen und dem Haushalt war Johanna Schreiber beim Sozialverband der Kriegsgräberfürsorge VdK im Vorstand aktiv, ebenso engagierte sie sich bei der katholischen Frauengemeinschaft kfd in Goch. Ein aktives, ereignisreiches Leben – das offensichtlich sehr fit gehalten hat. Das 102. Jahr kann kommen.

Tagespflegen der Diakonie

Die Diakonie im Kirchenkreis Kleve betreibt insgesamt fünf Tagespflegen, zwei davon in Goch und jeweils eine in Geldern, Kevelaer und Wesel-Büderich. Info und Beratung zur Tagespflege als Entlastungsangebot für Angehörige erhalten Sie bei Angelika Jacobs unter 0152 / 29 43 70 63 oder per E-Mail: jacobs@diakonie-kkkleve.de

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