(Foto: T. Angenendt)
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Duisburg. Mit guten Gedanken und Erinnerungen besetzt

Taufen in Open-Air-Gottesdiensten an ungewöhnlichen Orten sind längst nichts Ungewöhnliches mehr. Pfarrer Jürgen Muthmann geht aber gerne auf die Wünsche von Gemeindemitgliedern ein und tauft den Nachwuchs im Garten der Familie oder wie zuletzt am Samstag im kleinen Kreis im Wanheimer Kanuverein.

In Gesprächen mit Eltern und Angehörigen von Täuflingen hat Jürgen Muthmann, Pfarrer der Evangelischen Gemeinde Duisburg Wanheimerort, schon seit längerer Zeit die Frage gehört, ob denn eine Taufe immer in der Kirche oder im Gottesdienst stattfinden muss. Taufen in Gottesdiensten unter freiem Himmel an ungewöhnlichen Orten, wie im Biegerpark wurden ja immer schon gerne angenommen. „Aber Taufen im Garten der Familie oder wie am Samstag auf dem Gelände des Wanheimer Kanu-Vereins sind ja Orte, an denen sich die Familie auskennt, die eine Bedeutung für sie haben, die mit guten Gedanken und Erinnerungen besetzt sind“ beschreibt Pfarrer Muthmann, „… so wie Deborah Angenendt, die viel Jugendarbeit im Kanu-Verein macht und mit ihrem Mann Dominik diesen Ort für die Taufe von Lotta Marie ausgesucht haben. Und Pfarrer Muthmann fügt hinzu: „Sie fühlen sich sicher, freier, ungezwungener und können die Taufe auch vom Ort her gestalten. Das ist immer ein großer Wunsch gewesen – und man kann die Taufe nachher gemeinsam feiern am Ort der Taufe!“ Daher bietet er das den Eltern in diese Zeit der Unsicherheit durch die Pandemie auch gerne an.

Pfarrer Muthmann hatte beide Elternteile schon getauft. „Deborah habe ich auch konfirmiert. Sie ist ehrenamtlich bei den Konfi-Freizeiten mitgefahren.“ Ausgesucht haben sich die Eltern 1. Mose 28,15a als Taufspruch: „Gott spricht:  Siehe ich bin mit dir und will dich behüten, wohin du auch ziehst. / ja, darf geschrieben werden.“ Ihnen ist die Taufe wichtig, „weil wir alle Gottes Kinder sind“ sagt Pfarrer Muthmann: „Mit Gott an unserer Seite finden wir einen guten Weg in unser Leben. Und natürlich der Glaube und eigene Erfahrungen, in denen Glaube und Gott weiter geholfen haben.“

Früher sei es normal gewesen, dass Taufen zu Hause stattfanden. „So viele Gottesdienste gab es gar nicht, um alle darin zu taufen“ sagt Pfarrer Muthmann, der selbst zu den Baby-Boomern zählt. Für ihn zählt aber dies besonders: „Im Taufbefehl sagt Jesus: Gehet hin… Also ist es doch geradezu die Aufforderung dazu, die Menschen an den Orten zu taufen, an denen sie leben. Kirche ist ja auch nicht das Gebäude, sondern immer zuerst die Gemeinschaft aller Gläubigen an Jesus Christus. Ich selber würde Kinder auch an anderen Orten als Garten und Vereinsheim taufen – warum nicht auf Sportplatz – es kommt immer auch auf die Gestaltung an!“ Das Gleiche gelte bei ihm auch für Trauungen. Den Nachholbedarf an gebe es derzeit bei den Taufen, bei Trauungen sei dies weniger der Fall – „noch!“ Infos zur Gemeinde gibt es im Netz unter www.wanheimerort.ekir.de.

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