(Foto: privat)
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Mülheim an der Ruhr. Das in Sonnenblumengelb gestrichene Doppelhaus an der Kanalstraße wirkt auf den ersten Blick wie ein ganz normales Mehrfamilienhaus, das sich von seinen Nachbarhäusern nicht unterscheidet. Doch verbirgt sich dahinter die „Notschlafstelle“ der Stadt Mülheim an der Ruhr. Die psychosoziale Betreuung vor Ort übernehmen die Fachkräfte des Diakonischen Werkes im Evangelischen Kirchenkreis An der Ruhr. Vertreter der Mülheimer Diakonie und der städtischen Wohnungsfachstelle führten nun die Mitglieder der Mülheimer CDU-Fraktion durch die Schlafräume, den kleinen Gemeinschaftsraum, die kleine Küche sowie die Waschküche im Keller. „Die Notschlafstelle ist Anlaufpunkt für Menschen in akuten Notsituationen, die keinen anderen Platz zum Schlafen haben. Sie ist kein Hotelbetrieb“, betont Birgit Hirsch-Palepu als Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes.

Sie und Andrea Krause, die Leiterin der für Wohnungslose verantwortlichen Abteilung „Ambulanten Gefährdetenhilfe“, beantworteten viele Fragen der Kommunalpolitiker. „Wir als Mülheimer Diakonie sind seit über 40 Jahren die Obdachlosenhilfe in Mülheim. Und aus dieser langjährigen Erfahrung wissen wir, dass wir die Menschen wiederholt ansprechen, dass wir Vertrauen aufbauen müssen“, berichtet Birgit Hirsch-Palepu. Andrea Krause ergänzt: „Wenn die Menschen uns erst mal kennenlernen und merken, dass wir ihnen helfen und nichts Böses wollen, dann nehmen sie unsere Angebote auch in Anspruch. Das Ziel ist dabei immer, die Menschen zu einem selbstbestimmten Leben in den eigenen vier Wänden zu befähigen.“ Trotz allem gebe es aber auch immer wieder Menschen, die die Hilfe ablehnten – oft seien psychische Erkrankungen ein Grund dafür. Gewalterfahrungen sowie Alkohol- und Drogensucht werden als weitere häufige Ursachen für Wohnungslosigkeit genannt.

Gefragt wurde auch „nach den sozialen Spielregeln in den Notschlafstellen“, in denen zurzeit 25 Plätze und eine Quarantänewohnung vorgehalten werden und die sich auf Häuser in Broich und Styrum verteilen. So informiert Andrea Krause: „Natürlich gilt: Keine Gewalt und keine Drogen. Aber unsere Klientel wird heterogener und kommt mit immer mehr Problemen zu uns, so dass es immer schwieriger wird, das soziale Zusammenleben in den Notunterkünften konflikt- und gewaltfrei zu gestalten.“

CDU-Fraktionsvorsitzende Christina Küsters und Bernd Dickmann, CDU-Sprecher im städtischen Sozialausschuss: „Die CDU-Fraktion konnte sich vor Ort davon überzeugen, dass für die zeitweise Unterbringung und Betreuung der Wohnungslosen in Mülheim an der Ruhr insgesamt ein auch im Vergleich mit den Nachbarstädten gutes Angebot in der Ambulanten Gefährdetenhilfe besteht, das nicht verdient, immer wieder aus Gründen der politischen Profilierung schlecht geredet zu werden.“

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