v.l. Samira Hlaouit, Netzwerkkoordinatorin und Leitung der Fachstelle Frühe Hilfen, und die Beigeordnete Dörte Schall stellen die neue Aufklärungskampagne vor (Foto: © Stadt Mönchengladbach)
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Mönchengladbach. Mal eben eine Nachricht lesen, mal eben etwas online einkaufen, mal eben schauen, was es in der Welt Neues gibt oder ein schnelles Foto… Gerade als Eltern, was gibt es praktischeres als ein Smartphone?! Doch oft genug passiert es, dass es nicht nur bei einem Moment bleibt, sondern das Smartphone deutlich länger in der Hand bleibt. Überspitzt gesagt, kann das so weit gehen, dass man öfters ins eigene Smartphone geschaut hat als in das Gesicht des eigenen Kindes. „Smartphones sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken“, sagt die Beigeordnete Dörte Schall. „Dem kann sich wohl kaum jemand entziehen. Umso wichtiger ist es, dass man sich bewusst macht, wann und wie man gerade als Eltern das Smartphone benutzt.“ Die ständige Beschäftigung mit dem Handy lässt wenig Raum für Zuwendung und Empathie für das eigene Kind und kann die Bindung zum Kind beeinträchtigen.

Hier setzt die Kampagne mit dem Titel „Sprechen Sie lieber mit Ihrem Kind“ an. Sie macht darauf aufmerksam, wie sehr und wie schnell man sich vom Smartphone ablenken lässt und seinem Kind vielleicht nicht mehr die notwendige Aufmerksamkeit schenkt. Samira Hlaouit, Netzwerkkoordinatorin und Leitung der Fachstelle Frühe Hilfen, freut sich, dass die Kampagne nun gestartet ist. „Eigentlich sollte die Kampagne schon vor zwei Jahren starten, sicherlich ist sie aber jetzt aktueller denn je, da Smartphone und Laptop auch bei der Pandemie unter anderem im Berufsleben nützliche Helfer waren. Umso wichtiger, dass wir als Eltern da auch unserer Rolle als Vorbilder kennen und die Geräte wieder weglegen. Sie sind und bleiben Fluch und Segen zugleich.“

Neben diesem Teil der Kampagne, geht es in einem weiteren Bereich darum über Risiken einer übermäßigen oder nicht altersentsprechenden Nutzung digitaler Medien für die kindliche Entwicklung aufzuklären. Hier gilt es insbesondere Eltern und Betreuungspersonen zu sensibilisieren. Kinder sind in ihren ersten drei Lebensjahren besonders gefährdet. Sie sind nicht in der Lage digital gesehene Inhalte zu verarbeiten, stattdessen darauf angewiesen, „analoge“ Erfahrungen mit allen Sinnen zu machen. Verschiedene Studien weisen auf gravierende gesundheitliche Folgen hin wie: motorische Defizite, Übergewicht, Aufmerksamkeitsstörungen, Kurzsichtigkeit, Lethargie etc.

„Fühlen und erleben statt wischen und tippen“, heißt es deswegen in diesem Bereich der Kampagne. Hier wird es unter anderem über einige Familienzentren in der Stadt die Möglichkeit geben, spezielle Kurse zum Thema Medienkompetenz zu buchen. „Die gesamte Kampagne wird aber mit vielen Kursen, Workshops und Aktivitäten auch unserer Netzwerkpartner unterstützt“, ergänzt Hlaouit. „Oft sind es aber auch schon ganz einfache Dinge, die hier viel ändern können, wie zum Beispiel das Vorlesen zuhause oder sich einfach eine Geschichte auszudenken.“

Weitere Informationen und Ideen sind auf der städtischen Internetseite zu finden. Außerdem bietet die Fachstelle Frühe Hilfen Eltern und Fachkräften Beratung und Informationen zum Thema Medien über die Hotline 02161/25-3514 an. Die Maßnahmen zielen darauf ab, Eltern und andere Bezugspersonen zu sensibilisieren, ihre Medienkompetenz zu stärken und somit das gesunde Aufwachsen von Kindern zu fördern.

FÜHLEN und ERLEBEN statt wischen und tippen

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