Altäbtissin Luitgardis Hecker (Foto: Abtei Mariendonk)
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Grefrath. Am Montag früh verstarb in der Abtei Mariendonk die Altäbtissin Luitgardis Hecker. Sie war nach Äbtissin Felicitas Berg die 2. Äbtissin der Benediktinerinnen-Abtei Mariendonk.

Lebensbild und kurze Darstellung ihres Wirkens:

 

Äbtissin em. Luitgardis (Ite) Hecker  +

2. Äbtissin von Mariendonk 1982 – 2005

 

* 20.9.1935 in Essen                    Profess 24.10.1958                          + 30.8.2021

 

Ite Hecker wuchs mit fünf Geschwistern in Leipzig und Essen auf. Die Familie konvertierte, als sie sechzehn war, zum katholischen Glauben. Sehr früh war sie sich darüber im Klaren, dass sie den Glauben in aller Radikalität leben wollte, so dass sie unmittelbar nach dem Abitur 1956 in die Gemeinschaft von Mariendonk eintrat. Dort erkannte man bald ihre künstlerischen Fähigkeiten. Schwester Luitgardis wurde als Paramentenstickerin ausgebildet und machte 1966 die Meisterprüfung in diesem Handwerk. Ihr sind die Entwürfe für viele kostbare Messgewänder zu verdanken, wobei sie zum Teil mit namhaften Künstlern zusammenarbeitete.

Schwester Luitgardis wurde früh in die Leitung der Abtei einbezogen. Mit Anfang dreißig wurde sie Novizenmeisterin und zwei Jahre später Priorin. Es war die Zeit nach dem II. Vatikanischen Konzil und sie setzte sich mit ganzer Kraft für die Neugestaltung der klösterlichen Liturgie und der Konstitutionen ein.

1981 wählte der Konvent sie zur Äbtissin, am 10. Februar 1982 wurde sie geweiht. Sie versah dieses Amt 23 Jahre lang. In ihre Amtszeit fielen zahlreiche Weichenstellungen für die Gemeinschaft von Mariendonk. Bereits 1984 wurde die Kirche umgestaltet, so dass sie den Bedingungen der nachkonziliaren Liturgie entsprach und die Gäste besser am Gottesdienst teilnehmen können. Die Gestaltung des Kircheninnenraumes ist ihrem künstlerischen Geschick zu verdanken, so entwarf sie selbst Kreuz und Tabernakel.

Eine gute theologische Ausbildung der Gemeinschaft war Äbtissin Luitgardis sehr wichtig. Drei Schwestern wurden zum Theologiestudium geschickt und immer wieder wurden Referenten zu unterschiedlichsten Themen eingeladen. Dadurch wurde es möglich, die Gemeinschaft kontinuierlich weiterzubilden und im Gästebereich biblisch-theologische Seminare anzubieten.

Nach dem Ende ihrer Amtszeit im Jahr 2005 hatte Altäbtissin Luitgardis Zeit, sich ihren künstlerischen Interessen zu widmen, sich mit der Geschichte der Gemeinschaft von Mariendonk zu beschäftigen und  mit dem Aufbau des Archivs der Abtei zu beginnen. Die letzten zwei Jahre waren dann von Krankheit geprägt. Doch gerade in dieser Zeit fand eine neue Hinwendung zu jeder einzelnen Mitschwester statt. Bis in ihre letzten Tage hinein war es ihr wichtig, die Freundschaft mit vielen ihr verbundenen Menschen zu pflegen.

Während am Montag früh der Eingangsvers des Morgengottesdienstes in der Kirche gesungen wurde, durfte sie ihren irdischen Lebensweg vollenden.

 

Grefrath, den 1.9.2021

Äbtissin und Konvent der Abtei Mariendonk

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