Kiesabbau (Symbolbild)
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Neukirchen-Vluyn. Wenn sich die ganze CDU Familie trifft, dann liegt etwas Besonderes an. Die in ihrer Dimension sehr überraschenden vom Regionalverband Ruhr vorgelegten Auskiesungspläne sind für die Stadt Neukirchen-Vluyn und ihre Bürger so schwerwiegend, dass sich auf Einladung des Fraktionsvorsitzenden, Markus Nacke, Funktionsträger der Partei, der Mittelstands- und Wirtschaftsunion, der Seniorenunion und der Jungen Union zu einer Bestandsaufnahme getroffen haben.

Markus Nacke erinnerte daran, dass bereits im Juli 2018 die Stadt Neukirchen-Vluyn eine negative Stellungnahme zur Frage der Auskiesung gegenüber dem Land NRW abgegeben habe. 2019 folgte auf Antrag der SPD eine einstimmige Resolution des Rates der Stadt Neukirchen-Vluyn gegen den Landesentwicklungsplan hinsichtlich des Abbaus von Sand und Kies auf Neukirchen-Vluyner Gebiet.

Der Kreis Wesel und die vier Kommunen Kamp-Lintfort, Neukirchen-Vluyn, Rheinberg und Alpen gaben seinerzeit zudem ein Rechtsgutachten in Auftrag, das feststellte, in wesentlichen Punkten gäbe es erhebliche Rechtsmängel auch hinsichtlich der Ermittlung des zukünftigen Bedarfs an Kies und Sand.

Der stellvertretende CDU Parteivorsitzende Markus Meyer fasst mit den Vertretern der Vereinigungen das Ergebnis der digitalen Besprechung zusammen: „Es gibt keine neuen Erkenntnisse, die heute eine anderslautende Entscheidung zur Auskiesung auf Neukirchen-Vluyner Gebiet rechtfertigen. Die vom Regionalverband Ruhr (RvR) präsentierten Pläne, zielen darauf, die hiesige von der Landwirtschaft geprägte Region auszubluten.“ Stefan Essmeier von der Jungen Union führt aus, „dass für die nachfolgenden Generationen nur riesige und wahrscheinlich nutzlose Wasserflächen anstatt einer niederrheinischen Landschaft zurückbleiben werden.“

Michael Darda von der Mittelstandsunion ergänzt: „Es gibt sehr viele weitere parteiübergreifende Bedenken der Neukirchen-Vluyner Bürgerinnen und Bürger gegen die vorgelegten Pläne. Wo bleibt die Verantwortung der regionalen Politiker zum Erhalt der typisch niederrheinischen Landschaft. Aktiver Natur- und Artenschutz sehen anders aus. Die Vernichtung von Grünflächen schafft zusätzliche Probleme was den durch alle Parteien kritisierten Klimawandel angeht.“

Bernd Böingvon der Senioren Unionverweist auf die Probleme die sich für das Grundwasser hinsichtlich Wassergüte und Wassermenge ergeben könnten. „Bekommen wir bei zukünftigem Starkregen wie in Erftstadt-Blessem Unterspülungen der Auskiesungsränder mit riesigen Abbrüchen? Welchen negativen Einfluss kann der frühere Bergbau durch Bergsenkungen auf die Auskiesungsflächen haben?“

Die CDU Familie in Neukirchen-Vluyn begrüßt sehr die inzwischen vollzogene Gründung einer

Bürgerinitiative und sie steht zu einer Zusammenarbeit gerne zur Verfügung.Markus Nacke: „Wir sind an einem Punkt an dem parteipolitische Überlegungen keinen Platz haben dürfen. Wir wünschen uns eine sachbezogene Zusammenarbeit aller Fraktionen ausschließlich zum Wohle der Stadt Neukirchen-Vluyn und Ihrer Bürgerinnen und Bürger.

Ein erster Schritt könnte ein gemeinsames Gespräch des Stadtrates mit der Bürgerinitiative sein. Ebenso ein gemeinsames Schreiben an alle Mitglieder des Regionalverbandes Ruhr mit dem die Ablehnung des präsentierten Vorhabens erklärt wird.

Auch der Austritt des Kreises Wesel aus dem RvR wird begrüßt. Der Kreistag wird aufgefordert, entsprechende Beschlüsse zu fassen und darauf zu achten, dass keine Fristen versäumt werden.“

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