( © Holga Rosen)
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Dortmund. Stadt-Ansichten und mehr: “Ganz schön Rosen!”

Der Dortmunder Holga Rosen (Jahrgang 1970) ist eine feste Größe in der Cartoonisten-Landschaft im Ruhrgebiet. Seit mehr als 20 Jahren kommentiert er zeichnerisch das Geschehen in der (Stadt-)Gesellschaft. Im vergangenen Jahr überzeugte er damit auch die Jury des Deutschen Cartoonpreises. Der schauraum: comic + cartoon präsentiert vom 4. September 2021 bis 9. Januar 2022 ca. 200 seiner Werke in der Ausstellung „Ganz schön Rosen!“. Zu sehen ist ein umfangreicher Einblick in Holga Rosens künstlerisches Schaffen und seine Entwicklung als Cartoonist.
Erstmals seit der Eröffnung 2019 steht damit ein Dortmunder Zeichner im Mittelpunkt einer Ausstellung im Comic-Schauraum. In sechs Kapiteln stellt die Ausstellung Rosens Figuren, Serien und Einzelcomics vor, die u.a. in Magazinen wie Titanic, Eulenspiegel, Stern, „Psychologie heute“ sowie regelmäßig in lokalen und regionalen Medien erscheinen. Seit Jahren sind seine Arbeiten in Cartoon-Samplern und -kalendern sowie in Ausstellungen vertreten, u.a. in Kassel, Frankfurt und Wien. Häufig wiederkehrende Themen: Kino, Kinder, Kneipe – und Kommunales. Seine „StadtneuRosen“ behandeln alle Themen, die in den vergangenen zwei Jahrzehnten Stadtgespräch waren – vom BVB über Bauprojekte bis zu Polit-Skandalen. Über bluetooth-gesteuerte Beacons können sich die Besucher*innen in der Ausstellung auf ihrem Smartphone Hintergründe zu den Themen der Cartoons anzeigen lassen.

Erste Veröffentlichung im Alter von 17 Jahren
Seine ersten Comics zeichnete Holga Rosen in Schulhefte, und schon im Alter von 17 Jahren erschien in den Ruhr Nachrichten seine erste Cartoon-Serie „Ronni Reinoldi“ (1988-1989), für die allerdings nach elf Folgen Schluss war. Fast zehn Jahre später folgte die Kolumne „StadtneuRosen“, die erstmals 1998 in den RN erschien und bis heute jeden Dienstag ein aktuelles lokales Thema aufs Korn nimmt. Seit 2011 zeichnet Rosen die Serie „Robert und wie er die Dinge sieht“ für die Kinderseite der Zeitung. Dazu kommen Strips wie „Die Vielosaufen“ (ca. 2004-2007) und, inspiriert von Holga Rosens Tätigkeit als Filmvorführer und inzwischen Kinobetreiber, „Die Roxyaner“ (1998-2004).

Cineastische Beobachtungen aus der Nordstadt
Die Serie „Die Roxyaner“ erschien monatlich im Programmheft der Kinos Roxy und Camera und spielte stets an der Kinokasse. In diesen Comics vermischte Rosen Alltagsbeobachtungen im Kino mit Filmtiteln und -inhalten aus dem aktuellen Kinoprogramm. Geld erhielt Rosen für diese Serie nie – und doch gehört sie zu seinen liebsten Arbeiten – „wegen des speziellen Nerdwissens, das ich darin verwursten durfte“, so Rosen.

Nicht nur das Kino, auch das Filmen gehört zu Holga Rosens Leidenschaften. Seit 2014 entstanden mehrere Musikvideos, Trickfilme sowie Werbeclips, für die er mehrfach ausgezeichnet wurde. Am 10. September feiert sein erster Kurzfilm seine Uraufführung bei der Karikaturen-Freiluftausstellung „Cartoonair“ in Prerow/Ostsee, ein 30-minütiger Horrorstreifen mit dem Titel „Der Schrank“.

Material und Technik
Angefangen mit einfachen Finelinern, mit denen er Schwarz-Weiß-Zeichnungen anfertigte, wechselte Holga Rosen später zu Tinten-, Blei- und Buntstiften, Filzschreibern, Aquarell und Wasserfarben sowie Pastellkreiden und arbeitete „in wilder Mischtechnik mit verschiedensten Materialen“, so Rosen. Seit 2017 entstehen seine Arbeiten ausschließlich digital am Tablet, wobei jeder Strich nach wie vor handgemacht ist. Auch seine älteren Zeichnungen hat Rosen inzwischen digitalisiert und teilweise neu gezeichnet.

Deutscher Cartoon-Preis 2020
Zur aufkeimenden Pandemie zeichnete Rosen im März 2020 ein Cartoon, für den er später den zweiten Platz beim Cartoon-Preis machte. Unter der Überschrift „Wie wir uns möglicherweise an das Jahr 2020 erinnern werden…“ beschwert sich eine Dame: „Ich kann es nicht mehr hören! Auf allen Kanälen gibt es nur ein Thema!“, worauf ein Mann antwortet: „Sie sagen es! Überall nur Beethoven, Beethoven, Beethoven.“ Dieser Cartoon fand seinen Weg in das Buch „Beste Bilder des Jahres“ (Lappan Verlag) und machte im Herbst den zweiten Platz beim Deutschen Cartoonpreis
Die Ausstellung ist geöffnet Dienstag, Mittwoch, Samstag, Sonntag 11 bis 18 Uhr, Donnerstag/Freitag 11 bis 20 Uhr, Montag geschlossen. Der Eintritt ist frei.

dortmund.de/schauraum

Ganz schön Rosen!
4. September 2021 – 9. Januar 2022
schauraum: comic + cartoon, Max-von-der-Grün-Platz 7, 44137 Dortmund

 

Der Künstler Holga Rosen im schauraum (Foto: Stadt Dortmund)
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