(Foto: Rolf Schlosser)
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Köln. Der Kölner Zoo freut sich über die Geburt eines männlichen Bonobos. Er wurde auf den Namen „Kijani“, was auf Swahili so viel wie Krieger bedeutet, getauft. Sein Name beginnt mit „K“ in Anlehnung an seinen Vater „Kivu“. Es ist biologischer Brauch, bei der Namenswahl der männlichen Jungtiere denselben Anfangsbuchstaben zu wählen, den bereits der Vater trägt.

„Kijani“ wurde am 4. Juli 2021 auf der beheizten Innenanlage des traditionsreichen Kölner Urwaldhauses für Menschenaffen geboren. Seine Entwicklung verläuft sehr gut. Er ist der erste Nachkomme von Mutter „Gemena“, die sich sehr gut kümmert. „Gemena“ wurde im englischen Twycross Zoo geboren. Sie wechselte mit acht Jahren in den Zoo Leipzig, von wo aus sie im Juni 2020 nach Köln kam. Sie ist 16 Jahre alt. Vater ist der aus Berlin stammende, 15-jährige „Kivu“. Für ihn ist es der zweite Nachkomme.

Die Kölner Gruppe besteht zudem aus „Yala“, der Mutter von „Kivu“. Sie ist 41 Jahre alt. Hinzu kommt noch „Kijanis“ Halbschwester: die 7-jährige „Batia“ (Mutter „Yala“). „Batia“ beobachtet sehr neugierig, wie „Gemena“ ihr Jungtier großzieht. Das ist ein natürlicher und wichtiger Lerneffekt, damit sie später einmal selbst eine gute und eigenständige Mutter werden kann.

Zusammenleben in offenen Wohngemeinschaften

Bonobos leben in den Regenwäldern des Kongobeckens. Sie wurden erst 1933 als eigene Art erkannt und gelten als nächste Verwandte des Menschen. Von den Schimpansen unterscheiden sie sich durch einen feingliedrigeren Körperbau. Größer noch sind aber die Unterschiede im Verhalten. Während die Gemeinschaft der Schimpansen durch die Vorherrschaft der männlichen Tiere bestimmt ist, sind bei den Bonobos eher die Weibchen dominant. Sie sind es auch, die abwandern und neue Gruppen aufbauen.

Bonobos leben in Gemeinschaften von 50 bis 120 Tieren in einem Gebiet von 20 bis  60 Quadratkilometern. Die Mitglieder einer Gemeinschaft leben nicht ständig zusammen. Sie spalten sich in Untergruppen auf, treffen sich und gehen dann wieder auseinander. Eine solche Form des Zusammenlebens wird als fission-fusion-System bezeichnet. Es hat sich als Anpassung an das unregelmäßige Nahrungsangebot entwickelt. Neben ihrer Hauptnahrung, verschiedenen Früchten, machen Bonobos durchaus schon mal Jagd auf kleinere Säugetiere oder Vogelküken.

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