v.l. Markus Gehrmann (stellv. Leiter der Feuerwehr), Helmut Brands (Jubilar), Frank Diepers (Löscheinheits Führer Frank Diepers) (Foto: Feuerwehr)
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Rheurdt. “Strebe nach Ruhe – aber nur durch das Gleichgewicht, nicht durch den Stillstand Deiner Tätigkeiten” – Schaephuysener Wehrleute ehren Jubiläum von Helmut Brands mit Worten von Friedrich Schiller.

Nur wenige schaffen es, bei der Freiwilligen Feuerwehr ein Dienstjubiläum von 65 Jahren zu begehen. Helmut Brands ist seit jüngstem einer dieser seltenen Jubilare. Im Rahmen einer kleinen, informellen Feierstunde im Kreise der Löscheinheit Schaephuysen erhielt er unter stehenden Ovationen diese verdiente Anerkennung. Einige Gratulanten in der Runde blicken mit ihm auf gemeinsame Jahrzehnte an Erfahrungen im und neben dem Einsatzgeschehen zurück. Anderen wiederum, insbesondere den jüngsten Mitgliedern der Feuerwehr, die Helmuts Enkelkinder sein könnten, bleibt angesichts dieser besonderen Feuerwehrkarriere nichts als Bewunderung. Ehrliche, aufrichtige Freude wurde Helmut zweifelsohne von allen zuteil.

Das liegt vor allem daran, dass der 89-Jährige bei allen Zusammenkünften der Feuerwehr immer wieder unter Beweis stellt, wie gut Jung und Alt bei der Feuerwehr harmonieren. Denn auch wenn Helmut mit dem Erreichen des 60. Lebensjahres im Jahr 1992 in die Ehrenabteilung wechselte, ist er bis heute bei fast allen Anlässen der Feuerwehr zu Gast. Seine kameradschaftlichen Werte, für die ihn seit dem ersten Tag alle schätzen, hat Helmut auch nach seiner aktiven Feuerwehrzeit nicht verloren.

Was Helmut Brands am 24. Juli 1956 wirklich zu seinem Eintritt in die Freiwillige Feuerwehr im Ortsteil Schaephuysen bewog, weiß nur Helmut selbst. War es das tolle Fest zum 50-jährigen Bestehen der Feuerwehr in Schaephuysen, war es die Überredungskunst einiger Freunde oder war es doch das neue Fahrzeug “Opel Blitz”, welches Helmut Brands damals noch als Nichtfeuerwehrmann in Karlsruhe abholen durfte. Fest steht aber, dass auf seinem Eintritt eine langjährige, treue Feuerwehrlaufbahn folgte, die in der heutigen Zeit ihresgleichen sucht.

Bedingt durch seinen Beruf örtlicher Tankstellenbetreiber war Helmut für die Feuerwehr ein echter Glücksgriff. Mal eine kleine Reparatur, hier ein Ölwechsel, dort die Beseitigung von Blechschäden oder gelegentliche Lackarbeiten an den Feuerwehrfahrzeugen und Pumpen – all das zählte zum selbstgewählten Aufgabengebiet von Helmut. Und in 65 Jahren sammelt sich bei der Feuerwehr so einiges an: So wurde 1983 durch die Gemeinde ein 18 Jahre altes TLF16, liebevoll “Emma” genannt, gekauft. Sowohl bei der Übernahme aus Brüggen als auch der Übergabe an die Gemeinde Biendorf nach der Ausmusterung wurde dieses Fahrzeug dank Helmut in einen Top-Zustand gebracht. Anfang 1985 wurde die alte Drehleiter DL24 der Feuerwehr Moers in Schaephuysen restauriert und lackiert. Das Kloster St. Ottilien hatte diese Drehleiter von der Stadt Moers gekauft. Durch den allseits guten Kontakt zwischen St. Ottilien und Schaephuysen kam man in Schaephuysen gern dem Wunsch zur Restaurierung des Fahrzeuges nach, ehe man es schließlich nach Bayern überführte. Natürlich war Helmut auch hier maßgeblich beteiligt. Ebenso wie bei der Anschaffung und Indienststellung eines gebrauchten Mannschaftsbusses für die Jugendfeuerwehr im Jahr 1985, der Überarbeitung des Anhängers der Jugendfeuerwehr, der Instandsetzung des Tragkraftspritzenanhängers und des Anhängers für Ölschäden in den Jahren 1986 und -87 sowie der Ausmusterung eines Unimogs vom Katastrophenschutz im Jahre 1988. Letzterer wurde von der Kirchengemeinde für ein Projekt in Afrika erstanden. Hier war es wiederum Helmut mit einigen anderen Kameraden, der dieses Fahrzeug für “Kimatschuko” herrichtete. Am 26.09.2016 ging es für den Unimog auf große Schiffsreise Richtung Zentralafrika. Bei der Ankunft des Fahrzeuges in Afrika mit dabei: Natürlich Helmut Brands.

Und auch bei Kreis- oder Bezirkswettkämpfen sowie Landesausscheidungen, internationalen Leistungswettkämpfen bis hin zu den CTIF- Wettkämpfen stand Helmut seinen Kameraden zur Verfügung. Der feierliche Höhepunkt der Gruppe war zweifelsfrei der Gewinn der Goldmedaille im Juli 1989 in Warschau und 1990 in Friedrichshafen am Bodensee.

Das Ganze leistete Helmut wohlgemerkt neben seinem regulären Einsatzdienst für die Bürgerinnen und Bürger. Als ausgebildeter Sprechfunker und Atemschutzgeräteträger war der Oberfeuerwehrmann stets mit dabei, wenn es in Schaephuysen und Umgebung brannte. Konnte er durch seine Beschäftigung vor Ort sofort alles stehen und liegen lassen, die Tankstelle seiner Frau anvertrauen und zur Feuerwehr eilen. Ob im Einsatz, bei Wettkämpfen oder bei Restaurierungsprojekten aller Art – ohne die Unterstützung seiner Frau Marlene wäre all das in 65 Jahren Feuerwehrgeschichte nicht möglich gewesen. Nicht zuletzt deshalb galten in gleichem Maße auch ihr die dankenden Worte, die Frank Diepers, Löscheinheitsführer in Schaephuysen, im Rahmen seiner Laudatio fand. (ots)

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