Claus Arndt (Foto: pst)
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Moers. Lüften bleibt das A und O: Ausführlich hat der Beigeordnete und Schuldezernent Claus Arndt im Schulausschuss am Montag, 13. September, erklärt, warum der Einsatz von Luftfiltern in Schulen zur Bekämpfung der Coronaviren weder geplant noch sinnvoll ist. „Ich habe auch als Vater eines schulpflichtigen Kindes großes Verständnis für die emotionale Betroffenheit der Eltern“, sagte er zu Beginn seines Vortrags. „Objektiv betrachtet sprechen jedoch viele Gründe gegen einen Einsatz von Luftfiltern.“ Er verwies auf wissenschaftliche Studien, Erkenntnisse des Bundesumweltamtes oder auf Fachpublikationen (z. B. Oxford Journals oder Ärzteblatt). Demnach seien Luftfilter nur in bestimmten Fällen als Ergänzung zielführend. Ohne regelmäßiges Lüften bringen die Geräte nicht den gewünschten und vor allem von Eltern erhofften Erfolg. „Der Einsatz von Luftfiltern erzeugt auch ein Gefühl der Sicherheit. Da ist es eine normale menschliche Reaktion, dass man automatisch weniger lüftet. Und das Lüften bleibt immer die mit Abstand wichtigste Maßnahme in Räumen.“

100-prozentige Sicherheit ist eine Illusion
Arndt verwies auf das gut funktionierende Lüftungsmanagement in allen Schulen. Auf Wunsch kann dies durch den Einsatz von CO2-Ampeln unterstützt werden. Maskenpflicht und regelmäßige Tests sorgen außerdem dafür, dass Schulen eher zu den geschütztesten Orten zählen. „Aber eine 100-prozentige Sicherheit, die wir uns alle wünschen, ist eine Illusion. Das gilt für Schule, Arbeit und Alltag. Ohne Impfen können wir uns nicht in diese Richtung bewegen.“

Keine Ausbrüche in Schulen bekannt
Eine weitere Erkenntnis: Schulen sind nicht die ‚Treiber‘ der Pandemie, Infektionen finden zum größten Teil im privaten Umfeld statt. Sogenannte Cluster – Ballungen – gibt es bundesweit nur sehr selten. Es handelt sich fast immer um kontrollierbare Einzelfälle. „Auch nach Einschätzung der Moerser Schulleitungen und des Gesundheitsamtes des Kreises Wesel gab es im gesamten Zeitraum der Pandemie und auch jetzt nach den Sommerferien quasi keine nachvollziehbaren Folgeinfektionen innerhalb der Schulen.“ Hoffnung mache zudem ein voraussichtlich noch in diesem Jahr verfügbarer Impfstoff für Kinder unter 12 Jahren. Luftfilter würden des Weiteren aufgrund der verpflichtenden europaweiten Ausschreibungen und aktuellen Lieferengpässen frühestens im Frühjahr 2022 zur Verfügung stehen. Die Schulausschussmitglieder bedankten sich für die ausführlichen und nachvollziehbaren Erklärungen.

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