Dr. med. Inga Kunz, Funktionsoberärztin der Paracelsus Klinik Golzheim mit einem kleinen Patienten (Foto: Valentin Pellio, Paracelsus Kliniken)
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Düsseldorf. Urologische Fehlbildungen bei Kindern frühzeitig beheben und damit eine unbeschwerte Kindheit möglich machen

Am 20. September feiern UNICEF Deutschland und das Deutsche Kinderhilfswerk den Internationalen Kindertag. Im Fokus aller Aktionen steht das Recht von Kindern, sich sicher und gesund entwickeln und entfalten zu können. Dazu gehört auch, urologische Fehlbildungen bei Kindern frühzeitig und kompetent zu beheben.

Der Hodenhochstand (Hodenretention, Hodendystopie) bezeichnet die häufigste angeborene Fehlbildung des Urogenitaltrakts. Beim Hodenhochstand befindet sich mindestens ein Hoden nicht im Hodensack (Skrotum), wo er sein sollte, sondern im Leistenkanal oder im unteren Bauchraum.

In Zentrum für Kinderurologie, rekonstruktive urologische Chirurgie und Transitionsmedizin der Paracelsus Klinik Düsseldorf Golzheim ist Funktionsoberärztin Dr. med. Inga Kunz auf die Behandlung von Kindern mit urologischen Fehlbildungen spezialisiert: „Es ist uns wichtig, Kindern mit urologischen Fehlbildungen von Anfang an eine gesunde Entwicklung zu ermöglichen und Spätfolgen nach Möglichkeit auszuschließen. Und diese Fehlbildungen sind nicht selten: Rund drei von 100 Jungen leiden bei der Geburt unter einem Hodenhochstand, bei Frühgeborenen können es bis zu 30 Prozent sein“, erklärt Dr. Inga Kunz. „Ein Hodenhochstand muss nicht immer sofort behandelt werden“, so die Kinderurologin weiter. „In rund 70 Prozent der Fälle wandern Hoden während der ersten sechs Lebensmonate von selbst ins Skrotum, das nennt man spontaner Deszensus.

Danach geschieht dies nur noch selten, und es besteht Handlungsbedarf. Wenn die Hoden längere Zeit im Körperinneren verbleiben, kann das Hodengewebe irreversible Schäden davontragen, da die normale Körpertemperatur für die Hoden zu hoch ist.“

Ein zu spät oder nicht behandelter Hodenhochstand kann im Erwachsenenalter zu Zeugungsunfähigkeit führen, auch steigt das Risiko, an Hodenkrebs zu erkranken, deutlich an. Um entsprechende Spätfolgen zu verhindern, sollte die Therapie des Hodenhochstandes möglichst um den zwölften Lebensmonat herum beendet sein. Die Behandlung erfolgt durch eine operative Verlagerung des Hodens in den Hodensack. In ausgewählten Fällen kann auch alternativ oder zusätzlich eine Hormontherapie erfolgen.

In der Sprechstunde des Zentrums für Kinderurologie der Paracelsus Klinik Golzheim beantwortet das ärztliche Team um Zentrumsleiter Prof. Dr. med. Darko Kröpfl und Funktionsoberärztin Dr. med. Inga Kunz alle Fragen zum Hodenhochstand und erarbeitet zusammen mit den betroffenen Eltern einen detaillierten Diagnose- und Behandlungsplan.

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