(Grafik: © Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf)
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Düsseldorf. Wählerwille und die Partei der „zweiten Wahl“

Auf welche Wählergruppen ein Wahlkampf zugeschnitten sein muss, um als Partei die größtmöglichen Gewinne bei einer Wahl erzielen zu können, zählt zu den wichtigsten Herausforderungen, denen sich Parteistrategen und Wahlkämpfer stellen müssen. Dies haben die Politikwissenschaftler am Lehrstuhl „Politisches System Deutschlands“ von Prof. Dr. Stefan Marschall zum Anlass genommen, um mit Daten eines Projektes, das von der Fritz Thyssen Stiftung gefördert wird, einen Blick auf genau diese Potenziale zu werfen. Was wäre eine denkbare Alternative zu der Partei, bei der man eigentlich sein Kreuz machen möchte?

Die Politikwissenschaftler konnten zeigen, dass beispielsweise innerhalb der AfD-Wählerschaft über 40 Prozent keine alternativ wählbare Zweitoption zu „ihrer“ Partei sehen. Auch klar erkennbar ist, zu welchen Parteien die einzelnen Parteiwählerinnen und -wähler grundsätzlich geneigt sind. Auf Basis der vorliegenden Daten lässt sich etwa zeigen, dass rund ein Viertel der CDU/CSU-, Grünen- und Linken-Anhänger schon Mitte August angaben, die SPD sei für sie ihre „Partei der zweiten Wahl“. „Wir können mit den vorliegenden Daten zwar keine Wählerwanderungen beschreiben, gleichwohl aber zumindest Potenziale bei den jeweiligen Wählern identifizieren“, so Politikwissenschaftler Lucas Constantin Wurthmann, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Team mitwirkt und Autor der Kurzanalyse ist. „Umgerechnet könnte die CDU/CSU etwa bei der AfD nur rund einen Prozentpunkt an Wählern gewinnen, alleine an die SPD aber über fünf Prozentpunkte verlieren.“

(Grafik: © Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf)
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