Die Ruderer Johannes Weißenfeld, Jakob Schneider und Malte Jakschik (hinten v.l.n.r., daneben OB Thomas Eiskirch) sowie der Para-Tischtennis-Sieger Valentin Baus (vorne) haben sich ins Gästebuch der Stadt eingetragen und präsentieren stolz ihre Medaillen – eine wiegt rund 580 Gramm (Foto: André Grabowski / Stadt Bochum, Referat für politische Gremien, Bürgerbeteiligung und Kommunikation)
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Bochum. „Bochum ist stolz auf Sie und die Stadt gratuliert Ihnen ganz herzlich zu Ihren Erfolgen. Sie haben in Tokio nicht nur Deutschland sehr erfolgreich repräsentiert – sondern insbesondere auch den Bochumer Sport“, lobte Oberbürgermeister Thomas Eiskirch. Fünf Bochumer Sportler feierten in diesem Jahr bei den Paralympischen sowie den Olympischen Spielen in Tokio herausragende Erfolge: Valentin Baus gewann beim Para-Tischtennis im Einzel die Goldmedaille, im Deutschland-Achter ruderten sich Malte Jakschik, Jakob Schneider, Johannes Weißenfeld und Martin Sauer auf den zweiten Platz des Siegertreppchens. Oberbürgermeister Thomas Eiskirch empfing die Medaillengewinner am Dienstag, 5. Oktober, um ihnen zu ihrer Leistung zu gratulieren und sich für ihr sportliches Engagement zu bedanken.

Stolz zeigten die Sieger, die alle in Bochum studieren, ihre Medaillen und berichteten von ihren Erlebnissen in Tokio. Als Anerkennung der Stadt überreichte Eiskirch den Sportlern jeweils ein weiteres Ehrenzeichen aus Edelmetall: die Bochumer 700-Jahre-Jubiläumsmedaille.

Nachdem sich Valentin Baus, Malte Jakschik, Jakob Schneider und Johannes Weißenfeld (Martin Sauer konnte an dem Termin nicht teilnehmen) sich in das Gästebuch der Stadt eingetragen haben, war bei Kaffee und Kuchen Zeit für ein persönliches Gespräch. Daran nahmen auch Sportdezernent Dietmar Dieckmann, Bürgermeisterin Gabriela Schäfer, Vorsitzende des Stadtsportbundes, Bürgermeisterin Züleyha Demir, Bürgermeister Dr. Sascha Dewender und der Vorsitzende des Sportausschusses, Wolfgang Horneck, teil.

Der Oberbürgermeister richtete auch Grüße und Glückwünsche des japanischen Generalkonsuls in Düsseldorf, Kiminori Iwama, aus: „Er hofft, dass sein Land bei den Olympischen und Paralympischen Spielen in Tokio einen guten Eindruck hinterlassen hat.“

 


Valentin Baus, geboren am 14. Dezember 1995 in Bochum, spielt seit seinem siebten Lebensjahr Tischtennis. Er begann seine beim Tischtennis-Club Bochum-Laer und spielt heute bei Borussia Düsseldorf. International erfolgreich war er das erste Mal im Jahr 2016 bei den Paralympischen Spielen in Rio de Janeiro. Dort gewann er beim Para-Tischtennis im Einzel den zweiten Platz und belegte im Team den 5. Platz. Bei der olympischen Silbermedaille sollte es aber nicht bleiben: In diesem Jahr erspielte er sich die Goldmedaille bei den Paralympics in Tokio. Auch bei Welt- und Europameisterschaften sicherte sich Baus schon sechsmal einen Platz auf dem Siegertreppchen, zuletzt bei der EM 2019 den ersten Platz im Einzel und den dritten Platz im Team. Zum ersten Mal Weltmeister im Para-Tischtennis wurde er im Jahr 2014 mit 18 Jahren. Baus lebt seit seiner Geburt mit sogenannten Glasknochen (Osteogenesis imperfecta). An der Hochschule Bochum studiert er Wirtschaftsingenieurwesen.

 

Malte Jakschik, geboren am 3. August 1993, entdeckte im Jahr 2004 mit elf Jahren bei einem Schnupperkurs des Rudervereins (RV) Rauxel seine Begeisterung für das Rudern. Seitdem ist er der Sportart und auch seinem Verein treu geblieben. Seit 2014 ist Jakschik fester Bestandteil des Deutschland-Achters. In dem Flaggschiff des deutschen Ruderverbandes errang er 2017 bis 2019 drei Weltmeistertitel sowie 2014 bis 2020 sieben erste Plätze bei den Europameisterschaften in Serie. Olympisches Silber gewann Jakschik 2016 im Deutschland-Achter in Rio de Janeiro und erneut 2021 in Tokio. Neben dem Leistungssport studiert Jakschik Maschinenbau an der RUB.

 

Jakob Schneider, geboren am 18. April 1994, ist in der sechsten Klasse zum Rudern gekommen. Im Breisacher Ruderverein erlernte er die Sportart – heute ist er im Ruderklub am Baldeneysee in Essen. Lange hat Schneider für seine Nominierung für den Deutschland-Achter gekämpft – 2017 ist er angekommen und gewann auf Position fünf im Achter prompt die Europa- und die Weltmeisterschaft. 2018 und 2019 folgte die Titelverteidigung. Mit der Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio setzte er seinen sportlichen Erfolg fort. In Bochum macht Schneider an der RUB seinen Bachelor in den Fächern Biologie und PWG (Politik, Wirtschaft und Gesellschaft).

 

Johannes Weißenfeld, geboren am 19. August 1994, hat durch eine Ruder-AG in der Schule sein Talent entdeckt. Er gewann mit 15 Jahren in seiner ersten Regatta-Saison als Leistungssportler seine erste Deutsche Meisterschaft. Den ersten internationalen Titel sammelte er 2011 als Junioren-Weltmeister im Vierer ohne Steuermann. Im U23-Bereich kam 2014 WM-Silber hinzu. 2016 schaffte er den Sprung ins Team Deutschland-Achter – bei den Olympischen Spielen in Rio zunächst als Ersatzfahrer, ab 2017 bei den Europameisterschaften dann als Bugmann im Paradeboot. Seitdem rudert er von Erfolg zu Erfolg: In den Jahren 2017, 2018 und 2019 errang er drei WM-Siege, 2017 bis 2020 wurde er viermal Europameister, erzielte mit dem Deutschland-Achter die Weltbestzeit, sicherte sich den Sieg bei der Henley Royal Regatta auf der Themse und gewann 2021 mit dem zweiten Platz in Tokio seine erste olympische Medaille. Sein Verein ist der Ruderclub „Westfalen“ Herdecke. An der RUB studiert er Humanmedizin.

 

Martin Sauer, geboren am 17. Dezember 1982, ist im Deutschland-Achter derjenige mit der langjährigsten Ruder-Erfahrung. Er lernte das Rudern in Müggelspree und Großem Müggelsee in Berlin, heute rudert er beim renommierten Berliner Ruder-Club am Müggelsee. Bei einer Sichtung im Jahr 1994 qualifizierte Sauer sich als Steuermann – und besetzt diese Position bis heute im Deutschland-Achter. Er ist zudem das Sprachrohr der Mannschaft und koordiniert das Zusammenspiel des Teams nicht nur auf dem Wasser, sondern auch an Land. Bei Olympia 2012 in London gewann er Gold mit dem Deutschland-Achter, vier Jahre später legte er olympisches Silber in Rio de Janeiro nach. Insgesamt sechs WM- und neun EM-Titel gewann er in seiner 13 Jahre andauernden Karriere im deutschen Flaggschiff. Nach Olympia in Tokio endet seine Erfolgsära – mit 37 Jahren wendet er dem Leistungssport den Rücken zu und widmet nun vermehrt der Familie und seinem zweiten juristischen Staatsexamen in seinem Studium an der RUB.

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