Es kann losgehen! Keewan Othman, Leiter der Wohngruppe (links) und Vonovia-Regionalbereichsleiter Michael Klöpsch (rechts) im neuen Fitnessraum, wo Tim (2. v. l.) und Said schon fleißig trainieren (Foto: © Vonovia/Thomas Stachelhaus)
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Essen. Es ist soweit: Die Bewohner*innen der Essener Jugendwohngruppe Phoenix des freien Trägers Vielfalt im Ruhrgebiet (ViR) gGmbH können ab sofort in einem professionell eingerichteten Fitnessraum trainieren. Tim und Said, beide 18, gehören zu den ersten, die das neue Angebot mit Begeisterung und Elan nutzen. „Wir sind sehr froh, dass wir jetzt endlich diese Möglichkeit haben“, sagt Tim. Beide wollen jetzt regelmäßig trainieren, ebenso wie die meisten ihrer acht Mitbewohner*innen in der Wohngruppe Phoenix in Frohnhausen.

Mit tatkräftigem Einsatz haben sie in den letzten Wochen mitgeholfen, aus den bis dahin ungenutzten Kellerräumen ein kleines Fitnessstudio zu machen, haben den Raum gereinigt, Wände und Decken gestrichen, Geräte montiert. „Alle haben engagiert daran mitgearbeitet, dieses neue Angebot für die Gemeinschaft aufzubauen“, bestätigt Keewan Othman. Der Pädagoge leitet die Wohngruppe und weiß, wie wichtig solche Gelegenheiten zum sinnvollen, kontrollierten Auspowern sind. „Körperlicher Ausgleich ist für eine gesunde physische und psychische Entwicklung in diesem Alter sehr wertvoll, nicht zuletzt wegen der erschwerten und zumeist tragischen Lebenswelten.“ Die zehn Jugendlichen in dem ehemaligen, umgebauten Hotel in Essen-Frohnhausen sind zwischen 17 und 20 Jahre alt und stammen aus Deutschland, Afghanistan, Syrien, Guinea, Somalia und Eritrea. Jede*r zweite hat einen Fluchthintergrund.

Wer den Keller vorher gesehen hat und jetzt in den fertigen Räumen steht, ausgestattet mit einem Satz Kurzhanteln, einer Kraftstation, einem Ergometer und einem Crosstrainer, kann erahnen, wie viel Arbeit hier drinsteckt. Arbeit – und Unterstützung: Das Wohnungsunternehmen Vonovia hat das Projekt „Stark für morgen“ mit 2.500 Euro gefördert – im Rahmen einer schon länger bestehenden Partnerschaft mit dem Träger. Dazu gehören unter anderem eine Ausbildungskooperation oder die Bereitstellung bezahlbarer Wohnungen für Jugendliche, die den Schritt aus der Wohngruppe in die Selbstständigkeit machen.

„Erst vor wenigen Wochen waren wir hier zur symbolischen Scheckübergabe“, erinnert sich Michael Klöpsch, Vonovia-Regionalbereichsleiter. „Es ist toll zu sehen, was die Jugendlichen und die Betreuer*innen jetzt hier in der kurzen Zeit auf die Beine gestellt haben. Hier ist unsere Hilfe an der richtigen Stelle angekommen“, ist er sich sicher. „Diese jungen Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht bei ihren Eltern aufwachsen können, auf ihrem schwierigen Weg zu unterstützen – das ist eine Aufgabe, bei der wir gerne Hilfe leisten.“

Vonovia hat in Essen insgesamt rund 12.000 Wohnungen.

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