Polier Michael Wellnitz, Betreuungslehrer Thorsten Voigt, Schülerin Janine, Ulrich Müntefering, Ed. Züblin AG, Schüler Sandiago, Förderschul-Leiter Klaus Schmidt, Schülerin Ella, Thorsten Tiarks, Schulleiter der Janusz-Korczak-Schule (Katholische Grundschule), Schüler Henry, Oberbürgermeisterin Henriette Reker, Dietmar Köhler von Köln Züblin sowie Polier Wolfgang Thelen (Foto: Sabine Große-Wortmann)
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Köln. In Poll entstehen ein Erweiterungsbau für eine Förderschule und eine Dependance für eine Grundschule

In Köln-Poll entstehen an einem Standort neue Unterrichtsräume für gleich zwei Schulen: ein Erweiterungsbau für die „Förderschule Geistige Entwicklung Auf dem Sandberg“ und eine Dependance sowie eine Sporthalle für die „Janusz-Korczak-Grundschule“, die ihr Hauptgebäude in der Straße „Am Altenberger Kreuz“ hat.

Am Freitag, 8. Oktober 2021, hat Oberbürgermeisterin Henriette Reker auf dem Baugrundstück mit Vertreter*innen der Verwaltung, der Schulgemeinschaft sowie der mit Planung und Bau beauftragten Firma Ed. Züblin AG das Richtfest für die beiden Neubauten begangen und unterstrichen: „Das Bauprojekt in Poll ist Teil unseres ambitionierten Schulbauprogramms, das die Stadt Köln konsequent umsetzt. Der Ansatz, dass die Gebäudewirtschaft ein Bauvorhaben leitet, aber von General- und Totalunternehmen realisieren lässt, ist bereits jetzt ein Erfolg: Bis zum Schuljahresbeginn 2022/2023 werden wir durch unsere Bauprojekte alle versprochenen Schulplätze baulich gesichert oder zusätzlich geschaffen haben.“

Mit den beiden Projekten in Poll werden 100 Schulplätze baulich gesichert und 200 zusätzlich geschaffen sowie zwei Mal rund 23 Millionen Euro investiert. Beide Schulbauten werden durch ein Totalunternehmen (TU) realisiert, das den größten Teil der Planungsleistungen sowie sämtliche Bauaufgaben übernimmt. Beide Schulbauten sollen bis zum Schuljahr 2022/2023 fertiggestellt sein.

Die städtische Förderschule Auf dem Sandberg mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung erhält einen Erweiterungsbau, der mit dem Bestandsbau verbunden wird. Auch die Außenanlagen werden neu gestaltet. Der Zugang zum dreigeschossigen Erweiterungsneubau erfolgt sowohl über einen neugeschaffenen Nebeneingang im Innenhof als auch über eine direkte bauliche Verbindung zum Bestandshauptgebäude in den beiden Obergeschossen. Es werden einfache, klare Einheiten geschaffen, um die räumliche Orientierung für Schüler*innen mit Behinderung im Außen- und Innenbereich der Schule wesentlich zu verbessern. Das Foyer im Erdgeschoss ist über den großen Nebeneingang vom neu gestalteten Innenhof her erreichbar. Aula, Fach- und Nebenräume sind ebenfalls im Erdgeschoss untergebracht. Im ersten und zweiten Obergeschoss befinden sich neben Klassenräumen, Pflegebädern und Psychomotorik-Räumen auch die Verwaltung und das Lehrerzimmer.

Die Dependance für die Janusz-Korczak-Grundschule wird an die neu gestalteten Außenanlagen des Schulensembles der Förderschule angrenzen. Das zweigeschossige Gebäude schafft zusätzliche Schulräume für die Katholische Grundschule Am Altenberger Kreuz in Poll und kann rund 200 Kinder aufnehmen. Im Erdgeschoss finden das Foyer mit Pädagogischem Zentrum, Aula und Medienzentrum sowie Musikraum und Mensa Platz. Weiterhin grenzen hier die Mehrzweckräume des Ganztags- und Kreativbereiches inklusive eines Clusterbereiches sowie einer Sporthalle an. Im Obergeschoss befinden sich im Zentrum die offene Galerie der Erschließungshalle sowie der Verwaltungstrakt und der Aufenthaltsbereich für Lehrer*innen. Davon abgegrenzt befinden sich drei Unterrichts-Cluster mit jeweils zentralem Clusterforum und einer angrenzenden Außenterrasse. Cluster sind Raumgruppen, in denen Lern- und Unterrichtsräume gemeinsam mit den zugehörigen Differenzierungs-, Aufenthalts- und Erholungsbereichen eine Einheit bilden. Sie dienen als variabel nutzbare, zentrale Lernlandschaften.

Förderschule und Grundschule teilen sich künftig einen Bereich des Schulhofes. Hier begegnen sich zwei verschiedene Schulformen. Pläne für gemeinsame Sport- und Spielangebote werden bereits besprochen.
Eine besondere Herausforderung für die Planer und Baufirmen: Die Baumaßnahme erfolgt bei laufendem Betrieb der Förderschule. Weil hier Schüler*innen mit geistigen Beeinträchtigungen lernen, soll der Tagesablauf möglichst wenig gestört und verändert werden. Beim morgendlichen wie nachmittäglichen Hol- und Bringverkehr durch Schulbusse (jeweils rund 20 Busse) fahren diese feste Haltepunkte an. Diese tägliche Routine gibt den Kindern und Jugendlichen Halt. Aus diesem Grund finden Bauaktivitäten in einem Bereich des Parkplatzes möglichst nur in der unterrichtsfreien Zeit statt.

Aktueller Stand und Zeitplan:

Die Rohbauten sind fertiggestellt und die baudichte Hülle, bis auf die Fassadenplatten, ebenfalls. Derzeit werden der Innenausbau und die Installierung der technischen Gebäudeausstattung ausgeführt. Die Fertigstellung und Übergabe der Gebäude zur Nutzung wird im zweiten/dritten Quartal 2022 erfolgen. Die Außenanlagen werden danach bis zum vierten Quartal 2022 neu gestaltet.

Das Bauprojekt gehört zu dem vom Rat der Stadt Köln beschlossenen „Maßnahmenpaket Schulbau“ mit 22 Bauvorhaben (Neubauten, Erweiterungen, Generalinstandsetzungen und Interimsbauten) an elf Schulstandorten, die in einem beschleunigten Verfahren unter der Leitung der Gebäudewirtschaft durch Generalunternehmen (GU) oder Totalunternehmen (TU) geplant und/oder baulich umgesetzt werden sollen. Der Rat hatte im April 2017 den Weg für dieses Sonderprogramm freigemacht. Im Juli 2019 wurde es von ursprünglich 15 auf 22 Bauvorhaben erweitert und den aktuellen Marktbedingungen angepasst.

Ein zweites Paket mit dieser besonderen Vergabeform ist bereits verabschiedet. Es ist mit 49 Großbaumaßnahmen an 20 Schulstandorten sowie zwei komplett neuen Gesamtschulen rund 1,7 Milliarden Euro schwer und damit das größte Schulbau-Programm in der Geschichte Kölns. Stadtweit werden mit allen bereits beschlossenen GU- oder TU-Projekten rund 22.000 Schulplätze baulich gesichert oder zusätzlich geschaffen.

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