Die Jubiläen mehrerer Mitglieder würdigte die Tischler-Innung Rhein-Kreis Neuss bei ihrer Innungsversammlung (Foto: Kreishandwerkerschaft)
Anzeige

Rhein-Kreis Neuss. Innung würdigte Meister- und Betriebsjubiläen im Rhein-Kreis

Viele Jahrzehnte erfolgreiches Tischlerhandwerk kamen zusammen, als die Tischler-Innung Rhein-Kreis Neuss jetzt die Jubiläen mehrerer Mitglieder würdigte.

Zur Innungsversammlung in den Räumen der Landmetzgerei Schillings in Grevenbroich-Kapellen hatten Obermeister Uwe Köhler und Klaus Koralewski, stv. Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Niederrhein, gleich sieben Urkunden der Handwerkskammer Düsseldorf im Gepäck. Zu feiern gab es auch ein Diamantenes und ein Goldenes Meisterjubiläum.

Mit dem Diamantenen Meisterbrief wurde Georg Fischer aus Rommerskirchen geehrt, der im Sommer 1960 seine Meisterprüfung in Köln absolvierte. Der 85-Jährige erhielt die Urkunde Corona-bedingt jetzt mit Verspätung. Nach der Meisterprüfung arbeitete er zunächst im Betrieb seines Vaters mit, den dieser 1933 an der Bahnstraße gegründet hat, wo er auch heute zu finden ist. 1980 übernahm Georg Fischer die Tischlerei. „In den besten Zeiten hatten wir acht Mitarbeiter“, blickt der Jubilar zurück. Der Betrieb „Möbel Fischer“ hat immer ausgebildet und den Nachwuchs gefördert. Georg Fischer war auch als Fachlehrer Ausbilder für die Tischler-Klassen in der Berufsschule.

Bis 2006 führte der Jubilar den Betrieb, dann übergab er an seinen Sohn Klaus, den jüngsten von vier Söhnen. Der hat 1994 seine Meisterprüfung in Aachen absolviert und beschäftigt aktuell drei Mitarbeiter. „Mein Vater hat bis zum ersten Lockdown im vergangenen Jahr jeden Tag im Büro mitgearbeitet und sich beispielsweise um Angebote gekümmert“, sagt Klaus Fischer. Die Kunden des Betriebs kommen aus der Region. „Aber wir haben auch bereits den Innenausbau für eine Anwaltskanzlei in Berlin und für eine Finca in Spanien gemacht“, so Fischer. Kein Wunder, denn Georg Fischer hat stets viel Wert auf qualitativ hochwertige Arbeit gelegt. Sein Motto: „Bei uns kann man sich einen Schrank auch von hinten anschauen.“ Die Planung und Kalkulation von Küchen lag ihm besonders am Herzen. Sein größtes Hobby ist die Familie – gefolgt von vielen Fahrten mit seiner Frau Gertrud in das Ferienhaus in den Niederlanden.

Den Goldenen Meisterbrief der Handwerkskammer überreichten Koralewski und Köhler an Hermann-Josef Päfgen aus Dormagen-Horrem. Päfgen, ebenfalls 85 Jahre alt, absolvierte die Meisterprüfung 1970 in Düsseldorf.  Sein Vater hatte den Betrieb 1936 in Dormagen-Horrem gegründet und nach dem Krieg neu aufgebaut. Bereits mit 22 Jahren, 1958, übernahm Hermann-Josef Päfgen die Leitung der Tischlerei, damals zeitweise mit seinem Bruder Herbert.

Vor etwa 25 Jahren kam Tischlermeister Markus Velker (52) zum heute siebenköpfigen Team und leitete „Päfgen Holz & Raum“ mit dem Jubilar zusammen. Der Betrieb legt viel Wert auf Ausbildung; Päfgen schätzt, dass bei ihm rund 30 und bei Velker rund 20 Jugendliche das Tischler-Handwerk erlernt haben. Er hat sich für seinen Beruf und sein Handwerk auch stark ehrenamtlich engagiert: 25 Jahre lang war er Vorsitzender des Prüfungsausschusses sowie stellvertretender Obermeister. Ein Blick nach vorne: „Ich werde mich zeitnah ganz zurückziehen“, sagt Päfgen, der auch heute noch jeden Tag einige Stunden im Büro mitarbeitet. „Dann habe ich noch mehr Zeit für meine Frau Elfriede, die lange die Buchführung im Betrieb gemacht hat, und meine Familie. Und seit 40 Jahren habe ich ein eigenes Segelboot. Das möchte ich weiter nutzen.“

Die weiteren Ehrungen: Silberne Meisterbriefe erhielten Michael Geiler von der Tischlerei Franz Geiler in Jüchen sowie Marc Richter, Mitinhaber der Christoph Klemp und Marc Richter GbR in Neuss. Die Tischlerei besteht zudem seit einem Vierteljahrhundert. Mit der Ehrenurkunde zum 25-jährigen Betriebsjubiläum wurde sie ebenso ausgezeichnet wie die Betriebe Marcus Baumeister und Karl-Heinz Kremer GbR in Korschenbroich sowie die Tischlerei von Tischlermeister Reinhard Neunzig in Meerbusch.

Beitrag drucken
Anzeigen