Mit dem Spotmonitor kann Dieter Buhren alle relevanten Patientendaten digital erfassen (Foto: Helios)
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Oberhausen. Was bisher händisch auf Papier festgehalten wurde, wird in der Helios St. Elisabeth Klinik Oberhausen nun digital erfasst. Die Klinik arbeitet künftig mit digitaler Fieberkurve und Medikationsplan – und geht damit große Schritte auf dem Weg zur digitalen Patientenakte.

Die ersten Schritte in Richtung Digitalisierung sind in der Helios St. Elisabeth Klinik Oberhausen bereits gemacht: Seit zwei Jahren sind mobile PC-Visiten-Wagen auf allen Stationen im Einsatz, die Wunddokumentation erfolgt via Tablet und Laborbefunde werden digital übermittelt. Seit wenigen Wochen neu dazugekommen sind Spot-Monitore, mit denen Messwerte wie Blutdruck und Temperatur automatisiert übermittelt werden. All diese Daten fließen künftig in der digitalen Kurve zusammen.

Für die Einführung der digitalen Fieberkurve und des Medikationsplans wurden pro Bereich und Station „Key-User“ ausgebildet. Sie arbeiten sich von Grund auf in das neue System ein und geben das Wissen an ihr Team weiter. „Natürlich gibt es an der ein oder anderen Stelle auch Sorgen vor einer Umstellung. Aber wenn das neue System erst einmal gelebt wird, erkennen die Kollegen schnell, wie viele Vorteile und vor allem Arbeitserleichterung die digitalgestützte Patientenversorgung mitbringt“, ist Dieter Buhren, Projektleiter Digitalisierung, überzeugt.

Die digitale Kurve

In der Fieberkurve werden alle relevanten Patientendaten gebündelt. Sie gibt u.a. Auskunft über Vitalzeichen, Diagnose, Pflegeberichte, Visiten und Befunde jedes Patienten. Dieter Buhren über die Vorteile der digitalen Variante:

  • Die digitale Kurve spart Zeit und ist damit eine Arbeitserleichterung.
    Mit nur wenigen Tastenanschlägen und Messungen direkt am Patientenbett mit dem Spot Monitor sind Vitalzeichen, Krankheitsverläufe und Medikamentenpläne innerhalb weniger Sekunden im System. Kein unnötiges Hin- und Herlaufen und Übertragen der Daten.
  • Wir erhöhen die Patientensicherheit.
    Da keine manuelle Datenübertragung mehr stattfinden muss, werden Fehlerquellen vermieden.
  • Mit der digitalen Kurve ist paralleles Arbeiten von überall in der Klinik möglich.
    Die Daten eines Patienten können zeitgleich an verschiedenen Geräten eingesehen werden. Beispielsweise können so auch während der Visite die Medikamentenausgabe vorbereitet werden.
  • Bessere Lesbarkeit der Berichte und Anordnungen
  • Kein „Kurve weiterschreiben” mehr
    Ein Kurvenblatt auf Papier geht über 7 Tage. Bleiben Patienten länger in der Klinik, musste früher ein neues Kurvenblatt angelegt und alle Medikamente etc. übertragen werden.

Der digitale Medikationsplan

Ebenfalls neu in der Helios St. Elisabeth Klinik Oberhausen ist der digitale Medikationsplan ID Medix, in dem alle angeordneten Präparate stehen. „Auch hier ist der zentrale Vorteil die Patientensicherheit – nicht nur während des Krankenhausaufenthaltes, sondern ebenso danach“, betont Dr. Klaus Findt, Ärztlicher Direktor. Zum einen werden bei jeder digitalen Anordnung automatisch mögliche Wechselwirkungen der Wirkstoffe geprüft. „Das System ersetzt keine erfahrene Fachkraft aber es kann wichtige Warnsignale in Bezug auf die Kompatibilität verschiedener Medikamente geben“, ergänzt der Chefarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie. Zum anderen lässt sich der digitale Medikamentenplan bequem, schnell und sicher per QR-Code an den zuständigen Hausarzt übermitteln. So kann eine Anschlussbehandlung ohne Zeitverzögerung und mit allen notwendigen Informationen fortgeführt werden.

Um die Sicherheit seiner Daten braucht sich dabei niemand zu sorgen. Die Informationen werden in einem internen Netzwerk verschlüsselt und alle digitalen Datenerfassungen finden unter Einhaltung der Datenschutzgrundverordnung statt.

In den nächsten Wochen wird die digitale Kurve und ID Medix auf alle Stationen und Bereiche der Helios St. Elisabeth Klinik Oberhausen etabliert. Dieter Buhren freut sich über den Fortschritt: „Damit sind wir für unser langfristiges Ziel – die vollständige digitale Patientenakte – einen weiteren großen Schritt gegangen.“

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