Christian Schmidt beteiligte sich am "Müllwalk", indem er und seine Kinder beim Joggen Unrat vom Straßenrand entfernten (Foto: privat)
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Bocholt. Christian Schmidt einer von über 1.000 Bocholterinnen und Bocholter, Vereinen und Gruppen, die sich am „1. Bocholter Müllwalk“ beteiligen, einer stadtweiten Müllsammlung – Entsorgungsbetrieb ehrt bürgerschaftliches Engagement

Alljährlich organsiert der Entsorgungs- und Servicebetrieb Bocholt (ESB) eine stadtweite Müllsammlung, an der sich viele Bürgerinnen und Bürger, Vereine und Gruppen freiwillig beteiligen. Sie helfen mit, Bocholt sauber zu halten. Aufgrund der Coronapandemie musste die unter dem Titel „Dreck weg“ bekannte Gemeinschaftsaktion entfallen; stattdessen fand der „1. Bocholter Müllwalk“ statt, in individuell organisierter Form. Über 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmen nahmen teil.

Mit einem Geldbetrag bedankt sich der Entsorgungs- und Servicebetrieb nun für das Engagement zugunsten der Umwelt. Aus allen teilnehmenden Gruppen des „1. Bocholter Müllwalks“ loste der ESB drei Gruppen aus: 200 Euro erhält die Jugendarbeit der evangelischen Apostelkirche, 150 Euro bekommt der Hemdener Sportverein und über 100 Euro kann sich die Familie Schmidt freuen.

„Müllwalk“ als Ersatz für den „Dreck Weg“-Tag

„Da aufgrund der Coronasituation Anfang des Jahres Gruppenveranstaltungen ausfallen mussten, konnte die Abfallberatung des ESB auch die beliebte „Dreck Weg Aktion“ nicht durchführen. Der Wunsch, die Natur vom Unrat zu befreien, war jedoch sehr groß bei vielen Bocholterinnen und Bocholtern“, berichte ESB-Leiter Gisbert Jacobs.

Durch eine Idee aus Suderwick inspiriert, rief die Abfallberatung im März zu sog. „Müllwalks“ auf. Statt an einem Tag in Gruppen loszuziehen, gingen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Kleinstgruppen beim Spaziergang auf die Suche nach Unrat. Unterstützt wurde Abfallberaterin Petra Tacke durch zahlreiche Vereine. Jeder beteiligte Verein erhielt Greifer, Müllsäcke, Warnwesten und Handschuhe vom ESB und hatte diese Materialien an die Sammlerinnen und Sammler vor Ort verteilt. Bis in den Oktober hinein wurde in Kleinstgruppen, Familien oder als Einzelpersonen gesammelt.

„Plogging“-Idee der Familie Schmidt

Beim Müllwalk legten die Gruppen außergewöhnliches Engagement an den Tag, berichtet Tacke. Christian Schmidt etwa gab im Mai den Startschuss zum sog „Plogging“. Dabei ging es darum, Sport und Umweltbewusstsein miteinander zu verbinden und beim Joggen Unrat vom Straßenrand zu entfernen. Bewaffnet mit Handschuhen und Müllbeutel hat Schmidt im Mai ca. 120 km zurückgelegt und dabei die Laufstrecken gesäubert. „Tatkräftig unterstützt wurde ich dabei durch meine Kinder, die mit dem Fahrrad vorausfahrend mich auf jeden noch so kleinen Müll aufmerksam gemacht und volle Müllbeutel im Fahrradkorb transportiert haben”, berichtet er. „Papa links – Müll! Papa rechts – Müll!” lauteten die Kommentare.

Zusammengekommen sind ca. 35 Mülltüten, Radkappen, Rucksäcke, Antirutschmatten und jede Menge Glas für den Glascontainer. „Eine tolle Erfahrung für die ganze Familie, ein gutes Gefühl und definitiv eine Sensibilisierung der Kinder für das Thema Umgang mit Müll”, fasst der „Plogger“ seine Erlebnisse zusammen.

Langjährige Teilnahme des Hemdener Sportvereins

Der Hemdener Sportverein beteiligt sich schon seit dem Jahr 2000 regelmäßig an den stadtweiten „Dreck weg“-Aktionen. Die Müllsammlungen gehören inzwischen fest in den Veranstaltungskalender des Vereins. Auch am „Müllwalk“ beteiligte sich der Sportverein mit viel Herzblut und Einsatzfreude. An alle interessierten Müllsammlerinnen und Sammler wurden in Hemden Materialien durch den Verein ausgegeben. Kleine Gruppen zogen dann bei schönem Wetter eigenverantwortlich los, um die Natur vom Müll zu befreien. Der ESB hat dem Verein eine Veranstaltungstonne bereitgestellt, in die der Müll nach dem Müll Spaziergang entsorgt werden konnte.

„Müllwalk“ als Teil der Jugendarbeit der Apostelkirche

Müllsammlungen und so auch der 1. Bocholter „Müllwalk“ sind besonders bei Kindern und Jugendlichen beliebt. Mehr als die Hälfte der rund 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind Kinder und Jugendliche. Den Kindern liegt der Umweltschutz sehr am Herzen, gleichzeitig kommt der Spaßfaktor nicht zu kurz und die Müllsuche wird zur Schatzsuche. „Für die jungen Menschen ist eine Müllsammlung oftmals ein sehr eindrückliches Erlebnis. Durch das eigene Bemühen wird manchen erst auch das eigenen Verhalten deutlich. Die Kinder nehmen ihre Umwelt bewusster wahr,“ erklärt Abfallberaterin Petra Tacke. Auch die Jugendgruppen der Apostelkirche brachten viele Teilnehmer auf die Beine.

„Dreck weg“ und „Müllwalk“ auch in 2022

Auch im kommenden Jahr wird die Abfallberatung wieder zu stadtweiten Müllsammlungen aufrufen. Am 26. März 2022 wird es eine Auftaktveranstaltung geben, auf die möglichst viele „Müllwalks“ folgen sollen, kündigt der ESB an.

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