Symbolischer Akt des Spatenstichs, 1. Reihe v.l.n.r.: Bürgermeister Dirk Ketelaers, stv. Löscheinheitsführer Rheurdt Marc Niessing, Fachbereichsleiter 2 Gemeinde Rheurdt Ralf Spengel, Leiter der Feuerwehr Markus Gehrmann (Foto: Feuerwehr)
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Rheurdt. Mit der Redensart “Was lange währt, wird endlich gut” hat Bürgermeister Dirk Ketelaers am Dienstagnachmittag offiziell den Start zur Bauphase des neuen Feuerwehrgerätehauses der Löscheinheit Rheurdt verkündet. Vor den Augen von etwa 40 Feuerwehrangehörigen aller Rheurdter Einheiten und den Vertreterinnen und Vertretern der Ratsfraktionen leistete er gemeinsam mit Ralf Spengel (Leiter des Fachbereichs 2 der Gemeinde Rheurdt) Markus Gehrmann (Leiter der Feuerwehr) und Marc Niessing (stellvertretender Löscheinheitsführer Rheurdt) den symbolischen Spatenstich. Damit beginnt nach langer Planungs- und Ausschreibungsphase die etwa 18-monatige Bauphase des neuen Gebäudes an der Aldekerker Straße, welches zukünftig den aktiven Kameradinnen und Kameraden der Einsatzabteilung sowie den Angehörigen der Jugendfeuerwehr, Ehrenabteilung und Abteilung Feuerwehrmusik dienen wird.

Mit dem neuen Gerätehaus am altbewährten Standort kann die Sicherheit der Bevölkerung auch weiterhin bestmöglich sichergestellt werden. Entsprechende Berechnungen im Rahmen der Brandschutzbedarfsplanung bestätigten erneut, dass eine nahezu vollumfängliche Abdeckung des gesamten Gemeindegebiets innerhalb des “Schutzziels” möglich ist, wenn die zwei dezentralen Standorte in Rheurdt und Schaephuysen beibehalten werden. Gemäß dieses Schutzziels müssen binnen acht Minuten nach der Alarmierung mindestens zehn Einsatzkräfte samt Gerät am Einsatzort sein. Vor allem aber auch für die Verankerung im Dorfleben und die Nähe zur Bevölkerung ist der Standort an der Aldekerker Straße eminent.

Mit rund 803 Quadratmetern Nutzfläche entspricht das neue Gerätehaus zum einen Bedürfnissen einer leistungsstarken, modernen Feuerwehr, zum anderen den sicherheitsrelevanten Anforderungen der heutigen Zeit. Vier deutlich größere Stellplätze für die Einsatzfahrzeuge, getrennte Umkleidebereiche für saubere Privat- und kontaminierte Schutzkleidung und eigene, abgetrennte Parkflächen für die Einsatzkräfte werden den zukünftigen Standards der Unfallverhütungsvorschriften genüge tragen. Der Schutz der Einsatzkräfte ist im bisherigen Gerätehaus aus dem Jahr 1961 nicht mehr vollumfänglich gewährleistet. Eine perspektivische Erweiterung des Gerätehauses ist bereits in der Planung berücksichtigt worden. Wie es sich für ein Ökodorf gehört, findet aber auch der Aspekt Klimaschutz gebührend Berücksichtigung. Zwei Luft-Wärme-Pumpen, die dank spezieller Technik sowohl im Winter wärmen als auch im Sommer kühlen können, eine Teilbegrünung des Daches, eine 130 Quadratmeter große Photovoltaikanlage und nicht zuletzt die Erfüllung des “Effizienzhaus 55”-Standards (bekannt als “KfW 55”) sprechen für sich. Hierfür konnte erfreulicherweise eine finanzielle Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie in Höhe von 300.000 Euro gesichert werden. Weitere Fördergelder in Höhe von 250.000 Euro, die im Rahmen des Projekts “Feuerwehrhäuser in Dörfern 2021” des Landes NRW vergeben wurden, kompensieren die nach aktueller Kalkulation leicht gestiegenen Kosten. Der Gesamtpreis für das Gerätehaus und die Außenanlagen wird bei bei rund 2,6 Millionen Euro liegen.

Der Neubau des Gerätehauses ist eingebettet in ein städtebauliches Konzept, welches den gesamten Bereich des Marktplatzes überplant. In den vergangenen Monaten hatten in diesem Zuge bereits erste Bauarbeiten zur Neugestaltung des Marktplatzes, allen voran durch die Einrichtung von Parkflächen, stattgefunden. In den kommenden Monaten werden zudem 20 neue Bäume und 390 laufende Meter Hecke gepflanzt.

Das gesamte Projekt zeigt, wie wichtig eine enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, Politik und Verwaltung ist. Insbesondere der Einsatz einer sechsköpfigen Arbeitsgruppe aus Feuerwehrangehörigen erwies sich hierbei als wertvoll. Die Kameraden, die von Berufswegen fachliche Erfahrungen in einschlägigen Handwerksgewerken mitbringen, berieten und beraten die Verwaltung im gesamten Prozess. Entsprechend heiter war die Stimmung beim kleinen, corona-gerechten Festakt rund um den Spatenstich. Alle Beteiligten blickten bei Gegrilltem und Kaltgetränken sichtlich hoffnungsfroh der Fertigstellung des Gerätehauses entgegen. (ots)

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