V.l.: Dr. Clemens Schütte (Mitglied des Vorstands Deutsch-Chinesische Wirtschaftsvereinigung e. V.), Johanna Gatzke (stellvertretende Leiterin der Wirtschaftsförderung der Stadt Neuss), Robert Abts (Leiter der Wirtschaftsförderung des Rhein-Kreises Neuss), der Neusser Bürgermeister Reiner Breuer, Lynda Xu (stellvertretende Vorsitzende DCW-Region Nordrhein-Westfalen), Silke Besser (Geschäftsführerin Deutsch-Chinesische Wirtschaftsvereinigung e. V.), Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und Felix Neugart (Geschäftsführer NRW.Global Business) (Foto: © S. Büntig / Rhein-Kreis Neuss)
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Rhein-Kreis Neuss/Neuss. Das Thema „Unternehmensgründung in Deutschland“ stand jetzt im Mittelpunkt eines Seminars in Neuss. Mehr als 120 chinesische Investoren und Unternehmensgründer nutzten die Gelegenheit, um sich umfassend unter anderem über Aufenthalts-, Arbeits-, Gesellschafts- und Steuerrecht zu informieren. Veranstalter waren NRW.Global Business, die Gesellschaft zur Außenwirtschaftsförderung des Landes Nordrhein-Westfalen, die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Rhein-Kreis Neuss und das Amt für Wirtschaftsförderung der Stadt Neuss sowie die Deutsch-Chinesische Wirtschaftsvereinigung (DCW) e.V.

Bei dem Seminar kamen auch interkulturelle Fragestellungen nicht zu kurz. Sowohl die Wirtschaftsförderer als auch Vertreter von zwei bereits in Neuss angesiedelten chinesischen Unternehmen berichteten von ihren Erfahrungen. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und der Neusser Bürgermeister Reiner Breuer hoben hervor, dass der Rhein-Kreis Neuss und die Stadt Neuss in Zukunft weitere chinesische Unternehmen dazuzugewinnen wollen: „Die Wirtschaftsförderer von Kreis und Stadt unterstützen tatkräftig und passgenau und stehen als zertifizierte Ansprechpartner zur Verfügung“, bekräftigten sie.

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke stellte in seiner Begrüßung fest: „Die meisten ausländischen Direktinvestitionen in den Rhein-Kreis Neuss kommen schon jetzt aus China. Dabei überzeugen die internationale Ausrichtung unserer Wirtschaft, das Potenzial qualifizierter Arbeitskräfte sowie eine ausgezeichnete logistische Infrastruktur.“ Er sei sicher, dass neue Investitions- und Handelsbeziehungen für Deutschland und China auch in Zukunft für beide Länder Wohlstand und Erfolg sicherten.

Heute sind von den rund 5.000 in Neuss ansässigen Unternehmen mehr als die Hälfte international tätig, davon rund 70 aus China. Es gibt eine internationale Schule und im Berufskolleg des Rhein-Kreises Neuss wird China-Kompetenz vermittelt. Breuer sagte: „Wir freuen uns über das Interesse der chinesischen Gründerinnen und Gründer an der Stadt Neuss. Die Veranstaltung hat eine hervorragende Gelegenheit geboten, in einen spannenden Austausch mit den Interessierten zu treten und neben den wirtschaftsstrukturellen Vorzügen des Standortes Neuss auch auf die umfassenden Bildungs- und kulturellen Einrichtungen hinzuweisen. Nun freuen wir uns, wenn aus den ersten Gesprächen eine weitergehende Kontaktaufnahme erwächst und wir den einen oder anderen in der Stadt Neuss mit dem eigenen Unternehmen begrüßen dürfen, bei dessen Gründung wir gerne mit Rat und Tat zur Seite stehen werden.“

Kreisdirektor und Wirtschaftsdezernent Dirk Brügge wies in seinem Vortrag darauf hin, dass der Rhein-Kreis Neuss ein gefragter Raum für Innovationen sei. „Die beschlossene Energiewende mit dem Ende der Braunkohleverstromung bis Ende 2028 verschafft uns die Jahrhundertchance, unsere Wirtschaft erfolgreich zu transformieren“, so Brügge. Chinesische Unternehmen, Partner und Investoren seien willkommen, um diesen innovativen Wandel mitzugestalten. Bereits jetzt würden attraktive Strukturen für internationale Investitionen geschaffen, zum Beispiel mit dem Global Entrepreneurship Center zur Förderung auch internationaler Scale-ups.

Mit über 1.200 chinesischen Unternehmen ist Nordrhein-Westfalen Investitionsstandort Nr. 1 in Deutschland. „Für die chinesische Wirtschaft ist Nordrhein-Westfalen das ideale Tor auf den deutschen und europäischen Markt“, betonte Felix Neugart, Geschäftsführer von NRW.Global Business, und fuhr fort: „Sie profitieren hier insbesondere von der zentralen Lage als wichtigster Verkehrsknotenpunkt in Europa, dem großen Absatz- und Beschaffungsmarkt sowie der hohen Industrie- und Forschungsdichte. Mittlerweile sichern chinesische Firmen in Nordrhein-Westfalen rund 15.000 Arbeitsplätze, viele betreiben hier ihre Deutschland- und Europazentralen sowie F&E-Zentren.“

Dr. Clemens Schütte, Vorstandsmitglied der DCW, und Lynda Xu, DCW-Regionalvorsitzende NRW, bekräftigten ebenfalls, dass NRW der ideale Ausgangspunkt für jedes chinesische Unternehmen sei, das den gesamten europäischen Binnenmarkt erschließen wolle. Sie wiesen darauf hin, dass es neben den strukturellen Fragestellungen in der Gründungsphase allerdings auch eine Vielzahl administrativer Hürden und kultureller Unterschiede gebe. „Unser Seminar zielt darauf ab, Informationen zwischen Institutionen und Gründern zu vermitteln, gezielte Hilfestellungen anzubieten und eine Plattform für den Erfahrungsaustausch der chinesischen Unternehmensgründer zu schaffen“, sagten Dr. Clemens Schütte und Lynda Xu.

Botschaftsrätin Xu Lin vom chinesischen Generalkonsulat in Düsseldorf betonte in einer Videobotschaft, dass Investitions- und Erweiterungsprojekte in NRW im Jahresvergleich um 23 Prozent gestiegen sind und damit den höchsten Stand der letzten fünf Jahre erreichten: „Diese Errungenschaften sind untrennbar mit den gemeinsamen Anstrengungen aller Sektoren Chinas und Deutschlands verbunden“, so die Botschaftsrätin.

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