Die „Orca“, das neue Arbeitsschiff des Ruhrverbands, nimmt ab sofort ihre Arbeit auf den westlichen Ruhrverbandsstauseen auf (Foto: Ruhrverband)
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Essen. Neues Arbeitsschiff des Ruhrverbands unterstützt bei der Gewässerunterhaltung

Imposante 19,95 Meter Länge und 5,20 Meter Breite misst das neue Arbeitsschiff des Ruhrverbands, die „Orca“. Ein neues Zuhause hat das – nach einem Schwertwal (Orca) benannte – Arbeitsschiff im Hafen Scheppen am Essener Baldeneysee gefunden. Neben einem weiteren Arbeitsschiff des Ruhrverbands sowie zahlreichen Motorbooten ist die „Orca“ hauptsächlich als „Allround-Arbeitsgerät“ zur Gewässerunterhaltung vorgesehen. Sie wurde auch speziell für Arbeiten an den Stauwehren am Baldeneysee und Kettwiger See konzipiert und verfügt aus diesem Grund über einen leistungsfähigen Kran sowie versenkbare Stelzen, um auch über größere Längen arbeiten zu können. Maßgebend für die Bemessung des Krans war unter anderem der Austausch der Schleusenantriebe des Untertors Baldeney vom Oberwasser aus. Die Breite der „Orca“ wurde so gewählt, dass das Schiff die Schleusen der Ruhr passieren kann.

Eine weitere Besonderheit des Neuzugangs ist der diesel-elektrische Antrieb, um den gestiegenen Ansprüchen an den Emissionsschutz Rechnung zu tragen. Als Hauptantrieb verfügt die „Orca“ über eine Gondel mit vier Kanälen. Üblicherweise wird ein solcher Antrieb bei anderen Schiffen als Bugstrahlantrieb verwendet, hier ist es aber die Hauptmaschine. Der Vorteil ist, dass der Schiffspropeller in einer Gondel geschützt ist und das Schiff dadurch sehr flach gebaut werden konnte und sich auf diese Weise das Risiko minimiert, mit der Schraube den Boden zu berühren.

Das neue Arbeitsschiff verfügt über zwei Funkgeräte für den Schiffsfunk auf den Binnengewässern („Schiff zu Schiff“, „Schiff zu Schleuse“ etc.) und einen Kartenplotter mit GPS für die Schiffsposition. Mit dem Automatic Identification System (AIS) ist es möglich, andere Schiffe auf der Karte zu sehen und gesehen zu werden, ein Echolot sorgt für die Tiefenermittlung.

Die „Orca“ bietet neben dem Schiffsführer bis zu drei weiteren Personen Platz im Steuerhaus. Je nach zu verrichtender Arbeit kann weiteres Personal auf dem Schiff Platz finden. Mit dem Bau der „Orca“ wurde im August 2020 die Kötter-Werft aus Haren an der Ems beauftragt. Die familiengeführte Werft steht in fünfter Generation mit über 100 Jahren Erfahrung für den Neu- und Umbau sowie Reparaturen von See- und Binnenschiffen aller Art.

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