v.l. Dr. Ralf Wimmer, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Unternehmerschaft Niederrhein, Tim Kuhlbusch, ehemaliger "Jugend forscht"-Teilnehmer aus Kempen, Dr. Thomas Zöllner, Wettbewerbsleiter des Regionalwettbewerbs Niederrhein, Ralf Schwartz, Vorsitzender der Unternehmerschaft Niederrhein (Foto: Thomas Lammertz)
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Niederrhein. Endspurt bei Jugend forscht: Die Unternehmerschaft Niederrhein richtet zum 27. Mal den Regionalwettbewerb Niederrhein aus und hofft bis zum 30. November erneut auf spannende Arbeiten vieler junge Talente. „Sie können Teil von Deutschlands bekanntestem Nachwuchswettbewerb werden. Dazu müssen sie nur ‚Zufällig genial‘ sein“, spielt der Vorsitzende der Unternehmerschaft Niederrhein, Ralf Schwartz, auf das aktuelle Wettbewerbsmotto an. Doch die Unternehmerschaft Niederrhein suche keinen zweiten Thomas Edison: Gefragt seien Jugendliche, die mit Neugier, Kreativität und Beharrlichkeit ein Ziel verfolgen. „Vielleicht entsteht dabei ganz zufällig ein genialer Gedanke oder eine bahnbrechende Idee“, so Schwartz.

Für die Anmeldung zum Regionalwettbewerb Niederrhein reiche es zunächst aus, das Forschungsthema festzulegen. „Es kann frei gewählt werden, muss aber in eines der sieben Jugend forscht Fachgebiete passen: Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik oder Technik.“ Bis Anfang nächsten Jahres werde dann geforscht, getüftelt und experimentiert. „Erst danach müssen die Teilnehmenden eine schriftliche Ausarbeitung ihres Forschungsprojekts einreichen.“

„Wir hoffen, dass wir den Regionalwettbewerb Niederrhein nach der Online-Version vom März im nächsten Jahr wieder in Präsenz durchführen können“, sagt Wettbewerbsleiter Dr. Thomas Zöllner. Das Krefelder Seidenweberhaus sei vorsorglich schon für den 8. März geblockt. „Sollte das wegen der anhaltenden Corona-Pandemie nicht möglich sein, werden wir erneut online an der Erfüllung unseres Ziels arbeiten: Nämlich junge MINT-Talente durch den Wettbewerb zu fördern.“

Der Regionalwettbewerb Niederrhein sei dabei nur der Anfang. „Wer dort mit seinem Projekt gewinnt, tritt anschließend auf Landesebene an und schafft es womöglich bis ins Bundesfinale“, erklärt Dr. Ralf Wimmer, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Unternehmerschaft Niederrhein und Patenbeauftragter des Regionalwettbewerbs. „Auf allen drei Wettbewerbsebenen winken Geld- und Sachpreise im Gesamtwert von mehr als einer Million Euro.“ Jugendliche ab 15 Jahren starten in der Alterssparte Jugend forscht, jüngere Teilnehmerinnen und Teilnehmer ab Klasse 4 treten in der Juniorsparte Schüler experimentieren an.

Konkret können sie komplexen physikalischen Phänomenen auf den Grund gehen, sich mit moderner Robotertechnik befassen oder ein praktisches Problem im betrieblichen Arbeitsschutz lösen –wie vor einigen Jahren Tim Kuhlbusch aus Kempen. Als Sechstklässler forschte der heute 24-jährige Teilnehmer 2008 an der Widerstandsfähigkeit von Leiterplatten, die mit einem Schutzlack der Lackwerke Peters beschichtet waren. „Ich habe sie gegen verschiedene Flüssigkeiten untersucht. Meine Ausgangsfrage war, ob die Elektronik im Auto ausfällt, wenn Cola ausläuft“, so Kuhlbusch.

Mit seiner Idee beim Regionalwettbewerb Niederrhein anzutreten, sei die richtige Entscheidung gewesen. „Im Prinzip sind dort die Weichen für meine heutige Karriere gestellt worden“, sagt der Kempener. „Ich bin aktuell Doktorand der Physik in Aachen, wo ich an Aktuatoren und Sensoren für Gravitationswellenteleskope und damit erneut an der Entwicklung von Elektronik für extreme Bedingungen arbeite: Damals war es der Schutz von Elektronik im Auto –heute ist es die Entwicklung von Komponenten, die im Vakuum und bei tiefsten Temperaturen funktionieren.“ Daher rät er den heutigen Kindern und Jugendlichen, sich einfach zu trauen. „Die Teilnahme bei Jugend forscht lohnt sich –nicht nur für die persönliche, sondern auch für die berufliche Entwicklung.“

Das Formular für die Online-Anmeldung und die Teilnahmebedingungen sind auf www.un-agv.de verlinkt.

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