Preisträger Ernst Haage-Preis 2021, v.l.n.r.: Patricia Malkowski (Ausbildungsleitung MPI CEC), Rebeca Gómez Castillo, Petra Wedemann (ehem. Ausbildungsleitung MPI für Kohlenforschung), Nina Bäumer, Walter Leitner (Direktor MPI CEC), Paul Grote, Frank Neese (Direktor MPI für Kohlenforschung), Serena DeBeer (Direktor MPI CEC), Max Martin Hansmann (Foto: © MPI CEC)
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Mülheim an der Ruhr. Hybrid-Veranstaltung der Mülheimer Max-Planck-Institute

Vergangene Woche zeichneten das MPI für Chemische Energiekonversion und das MPI für Kohlenforschung erneut Nachwuchswissenschaftler*innen mit dem Ernst Haage-Preis für Chemie aus. Nachdem die Veranstaltung 2020 ausfallen musste, wurde die diesjährige Preisverleihung als Hybrid-Event durchgeführt, bei dem auch die Preisträger*innen aus 2020 geehrt wurden.

Die Preisverleihung fand am 5. November 2021 im Rahmen einer Feierlichkeit im Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in Mülheim an der Ruhr statt. Die nationalen Preisträger*innen sowie die Gewinner der Ernst Haage-Preise für Doktorand*innen haben jeweils einen Vortrag über ihre Arbeit gehalten und so dem breiten Publikum einen Einblick in ihre Forschungsarbeit gewährt. Die Verleihung konnte über einen Live-Stream online mitverfolgt werden.

Der Wissenschaftspreis wird in drei Kategorien verliehen und honoriert seit 2006 junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Chemie.

Preisträger*innen 2021:

Nationaler Ernst Haage-Preis 2021: Dr. Max Martin Hansmann
Dr. Max Hansmann hat 2015 am Institut für Organische Chemie der Ruprecht-Karls Universität Heidelberg mit summa cum laude promoviert und ist seit 2019 Juniorprofessor an der Fakultät für Chemie und Chemische Biologie an der Technischen Universität Dortmund. Hansmann wird für seine herausragende Forschung und Entwicklung neuer organischer Redoxsysteme ausgezeichnet, die im Bereich der Photokatalyse Anwendung finden. Ihm ist es gelungen, einen einfachen, modularen Syntheseansatz für sogenannte Hybridmoleküle auf der Basis von Carbenen und Pyrylium- oder Pyridiniumsalzen zu entwickeln. Diese neuen Verbindungsklassen sind reversible organische Redoxsysteme, die schrittweise bis zu zwei Elektronen abgeben oder aufnehmen können.

Dr. Hansmann gehört zu den kreativsten Chemikern seiner Zeit und hat exzellente synthetische Fähigkeiten für die er schon mehrfach ausgezeichnet und geehrt wurde.

Ernst Haage-Preis für Doktoranden 2021: Dr. Rebeca Gómez Castillo
Dr. Rebeca Gómez Castillo hat in der Arbeitsgruppe ‚Anorganische Spektroskopie‘ von Prof. Serena DeBeer am MPI CEC im Rahmen der IMPRS-RECHARGE mit Bestnote promoviert und ist mittlerweile Postdoktorandin an der École polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL). Dr. Gómez Castillo wird für ihre exzellente Arbeit zu fortgeschrittenen röntgenspektroskopischen Techniken und deren neue Anwendungen für Metalloenzyme und biomimetische Komplexe ausgezeichnet.

Ernst Haage-Preis für Auszubildende 2021: Nina Bäumer und Paul Grote
Nina Bäumer (MPI CEC) und Paul Grote (MPI für Kohlenforschung) erhalten den Ernst Haage-Preis für Auszubildende für ihre überragenden Leistungen während ihrer Ausbildung.  Beide erzielten schulische Bestleistungen und sind darüber hinaus überaus engagiert in allen Bereichen des Institutsalltags.

Bei der Veranstaltung am 5.11.2021 wurde zudem die Verleihung des Ernst Haage-Preises 2020 nachgeholt.

Preisträger Ernst Haage Preis 2020, v.l.n.r: Christian Kahl, Roberta Properzi, Patricia Malkowski (Ausbildungsleitung MPI CEC), Nico Tchorz, Frank Neese (Direktor MPI für Kohlenforschung), Akash Kaithal, Petra Wedemann (ehem. Ausbildungsleitung), Crispin Lichtenberg, Walter Leitner (Direktor MPI CEC) (Foto: © MPI CEC)

Preisträger*innen 2020:

Nationaler Ernst Haage-Preis 2020: Dr. Crispin Lichtenberg
Dr. Crispin Lichtenberg hat 2013 in Aachen mit Auszeichnung promoviert und ist seit 2016 unabhängiger Forschungsgruppenleiter am Institut für Anorganische Chemie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Ausgezeichnet wird er für seine bahnbrechenden Beiträge im Bereich der Molekülchemie des Bismuts.
Seine chemischen Verbindungen haben aufgrund ungewöhnlicher Strukturmotive, hoher Reaktivität und Selektivität sowie der Minimierung von umweltbelastenden Bestandteilen das Potenzial, die Hauptgruppenchemie und die Katalyse nachhaltig zu bereichern.

Dr. Lichtenberg ist bereits vielfach ausgezeichnet worden und hat schon in jungen Jahren ein beeindruckendes internationales Renommee erlangt. Mittlerweile ist er Privatdozent und Gruppenleiter an der Universität Würzburg.

Ernst Haage-Preis für Doktoranden 2021: Dr. Roberta Properzi und Dr. Akash Kaithal
Dr. Roberta Properzi arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Arbeitsgruppe „Homogene Katalyse“ von Prof. Benjamin List am MPI für Kohlenforschung. Sie erhielt den Ernst Haage-Preis für ihre Arbeiten auf dem Gebiet der nicht-klassischen Carbokationen mit der Entwicklung von hoch enantioselektiven, katalytischen Additionsreaktionen an das 2-Norbonylkation.

Dr. Akash Kaithal erhielt den Preis für seine herausragende Dissertation in der Gruppe von Prof. Leitner am MPI CEC mit dem Titel „Ruthenium(II) and Manganese(I) Catalyzed Organic Transformations via Hydrogen Transfer Reactions”, in der er sich mit neuen synthetisch nützlichen Reaktionen befasst hat, die an den Prinzipien der „Green Chemistry“ ausgerichtet sind und die De- und Re-Hydrierung funktioneller Gruppen beinhalten. Dr. Kaithal ist mittlerweile Postdoktorand an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

Ernst Haage-Preis für Auszubildende 2021: Christian Kahl und Nico Tchorz
Für herausragende Leistungen während ihrer Ausbildung wurden Christian Kahl (MPI CEC) und Nico Tchorz (MPI für Kohlenforschung) mit dem Ernst Haage-Preis für Auszubildende ausgezeichnet. Beide haben sich auch über ihre Ausbildung zu Chemielaboranten hinaus in großem Maße in den Instituten engagiert.

Großartige Stiftungsarbeit seit 2006

Die Ernst Haage-Stiftung und der gleichnamige Preis wurden nach dem 1968 verstorbenen Mülheimer Unternehmer Ernst Haage benannt, der durch seine wissenschaftlich-technischen Instrumente, Geräte und Apparaturen seit 1932 eng mit der Forschung der Mülheimer Forschungsinstitute verbunden war.

Seine Tochter Ursula Bonnen hat die Stiftung 2006 gemeinsam mit dem MPI für Chemische Energiekonversion gegründet, um  an ihren Vater zu erinnern, der einerseits den Kontakt zu den Forschungseinrichtungen in Mülheim immer sehr gepflegt hat, und dem andererseits insbesondere die Förderung junger Nachwuchstalente sehr am Herzen lag.

Ursula Bonnen, die im Juli 2019 verstorben ist, war bis zuletzt sehr interessiert an den jungen Forscherinnen und Forschern und hat ihnen für ihre Karrieren viel Erfolg gewünscht. „Wir sind Frau Bonnen sehr dankbar für ihre Großzügigkeit und freuen uns sehr, dass wir die Stiftungsarbeit auch in ihrem Gedenken weiterführen und den wissenschaftlichen Nachwuchs auf diese Weise weiter fördern können,“ erklärt Prof. Walter Leitner, Direktor am MPI für Chemische Energiekonversion. Frau Bonnen war stets äußerst bescheiden und hat den Preisträgerinnen und Preisträgern das Rampenlicht überlassen.

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