Über den Soleteller wird das abstumpfende Mittel auf die Straße aufgetragen (Foto: Stadt Nettetal)
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Nettetal. Das Baubetriebshof-Team hat die ersten Frosteinsätze bereits hinter sich

„Der Winterdienst fällt nicht vom Himmel, sondern ist geplant.“ Ingo Willmann-Russ ist Leiter des städtischen Baubetriebshofs und guter Dinge, dass die Straßen der Dringlichkeitsstufe 1 in Nettetal auch beim heftigsten Kälteeinbruch und Schneefall binnen drei Stunden geräumt sind. Das 76-köpfige Team der NetteBetrieb-Einrichtung an der Breyeller Straße 106 hat die ersten Frosteinsätze in diesem Herbst/Winter bereits hinter sich. Das Salz-Silo ist mit rund 100 Tonnen prall gefüllt, die Fahrzeuge mit LKW, Unimogs und Schleppern hier und dort verbessert worden, die Bereitschaftspläne stehen – jeder Handgriff sitzt. Mit dem 2018 neu gebauten Baubetriebshof ist Nettetal zudem mit modernem Fuhrpark, eigener Werkstatt und gut ausgestatteten Lägern bestens ausgestattet. Wenn die ersten Schneeflocken fallen, können sich die Autofahrer darauf verlassen, dass ab 4 Uhr in der Früh geräumt wird und die Mannschaft des Baubetriebshofes alles daran setzt, dass die über 100 Kilometer Straßen und Radwege in allen Stadtteilen möglichst schnell geräumt sind.

„Wir haben zwei neue Salzstreuer angeschafft und sind jetzt mit vier voll einsatzfähigen Geräten im Einsatz, sagt Werkstattleiter Matthias Dohmes. Winterdienst-Mitarbeiter Mirko Baric, seit sieben Jahren bei der Stadt im Einsatz, verweist auf das digitale Bedienpult in den Räumfahrzeugen. „Darüber können wir genau angeben, in welcher Breite und mit welcher Intensivität die Sole und das Salz als abstumpfendes Mittel über den Teller aufgetragen wird“, berichtet der 40-Jährige. Seine Familie in Straelen weiß, dass Papa auch von einer Feier oder einer Kaffeerunde abberufen werden kann, wenn Väterchen Frost grimmig ist und das Bereitschafts-Telefon Alarm klingelt. „Das kann natürlich auch schon mal am Heiligen Abend passieren“, betont Mirko Baric. Binnen einer halben Stunde muss der gelernte Straßenbauer dann im Cockpit des Streufahrzeugs sitzen.

Als wohltuend hat Mirko Baric auch die Sicherheitsunterweisung empfunden, in die das komplette Winterdienst-Team jedes Jahr zu Beginn der kalten Jahreszeit eingewiesen wird. Über einen Film wurde anschaulich gemacht, wo die Gefahren lauern und worauf die Mitarbeiter besonders achten müssen. „Wenn unsere Jungs dann draußen sind, bitten wir alle Nettetalerinnen und Nettetaler um Verständnis, dass die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer Priorität hat und die Einsatzkräfte je nach Erfordernis flexibel und schnell reagieren müssen“, sagt Vorarbeiter Werner Schrievers, der gemeinsam mit Tobias Sagel die Bereitschaftspläne erstellt. Aus seiner 35-jährigen Berufserfahrung weiß der 58-Jährige, dass manche Anwohner mitunter beratungsresistent reagieren und ihre Autos so parken, dass das Räumfahrzeug nur mit Mühe durchkommt.

„Zuweilen herrscht auch die Auffassung, dass die Stadt alle Gehwege und Straßen räumen muss“, verweist Baubetriebshof-Leiter Willmann-Russ auf die gültige Straßenreinigungssatzung (siehe https://www.nettetal.de/de/dienstleistung/ortsrecht/). Darin steht beispielsweise, dass Bürgerinnen und Bürger verpflichtet sind, das Trottoir vor dem Haus selbst zu kehren. „Aber bitteschön den Schnee nicht wieder auf die Straße, sondern an den Rinnstein schippen“, sagt Ingo Willmann-Russ. Also am Haus entlang eine Furt freimachen und auf dem Gehweg zur Straße hin einen kleinen Schneewall anlegen.

Das Thema Digitalisierung ist nicht nur am Bedienpult der Räumfahrzeuge, sondern auch aus einem anderen Grund wichtig für den Winterdienst: „Heutzutage muss alles für die rechtliche Sicherheit dokumentiert sein, damit wir für den Fall X nachweisen können, was unser Dienst an welchen Stellen, in welchem Tempo und wann genau geleistet hat“, so der Baubetriebshofleiter Ingo Willmann-Russ. Über GPS sei das problemlos möglich. Sein Appell: Ein wenig weg vom Anspruchsdenken und den Schnee-Akkordarbeitern vom Baubetriebshof ihren Extremeinsatz im Winter nicht unnötig noch schwerer machen.

Winterdienst Nettetal
Hauseigentümer und Mieter müssen dafür sorgen, dass der Bürgersteig vor ihrem Haus geräumt und gestreut ist. Statt Salz sind abstumpfende Mittel wie Granulat oder Sand zu verwenden.

Für die Sicherung von vereisten Seen ist der Netteverband zuständig. Verband und Stadt warnen davor, die Seen zu betreten.

Der Nettetaler Winterdienst startet um 4 Uhr, ein Dutzend Fahrzeuge verlassen sternförmig übers Stadtgebiet verteilt den Baubetriebshof und sichern Straßen und Radwege. Priorität haben die verkehrswichtigen Straßen. Pro Bereitschaftsschicht sind ca. 20 Mitarbeiter des Bauhofs im Winter-Einsatz. Der Baubetriebshof hat insgesamt 76 Mitarbeiter.

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