Die Hebammen-Studentinnen Celine Röös (kniend, l.) und Lisa Klamer (daneben) sowie (stehend, v.l.): Pflegemanagerin Monika Matzat, leitende Hebamme Silke Theissen, die beiden neuen Hebammen Tabea Terlinden und Franziska Langhoff sowie die Hebammen Anja Fox (Praxisanleiterin) und Juliane Bur (Praxisanleiterin in der Ausbildung) (Foto: privat)
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Wesel. In die Geburtshilfe investiert das Marien-Hospital, eine Einrichtung der pro homine gGmbH, nicht nur baulich, sondern auch personell: Mit Fertigstellung des vierten Kreißsaals (dem die Sanierung der übrigen drei Kreißsäle bis Ende 2022 folgt) wurde auch die Zahl der Mitarbeiterinnen aufgestockt. „Damit betreiben wir eine langfristige Personalplanung, um die Versorgung der Schwangeren in Wesel und der Region sicherzustellen“, betont Pflegemanagerin Monika Matzat. Sie rechnet damit, dass in diesem Jahr über 1400 Kinder im Marien-Hospital geboren werden – das wäre eine neue „Bestmarke“. Derzeit arbeiten in der Klinik 16 angestellte Hebammen in einer 24/7-Besetzung. Hinzu kommen die Beleghebammen vom „Storchenteam“, die „ihre“ Schwangeren im Marien-Hospital vor, während und nach der Geburt betreuen.    

Die ersten beiden Hebammen-Studentinnen

Mit Lisa Klamer (aus Voerde) und Celine Röös (Xanten) sind nun die ersten beiden Hebammen-Studentinnen am Marien-Hospital tätig. Grundlage dafür ist das neue Hebammengesetz, das im Januar 2020 in Kraft trat. Damit folgte Deutschland als letzter EU-Mitgliedsstaat den Empfehlungen der WHO und überführte die Hebammenausbildung auf Hochschulniveau. Ein zentrales Ziel des Deutschen Hebammenverbandes ist somit erreicht.

„Hebammen-Kunde“ ist der Name des Bachelor-Studiengangs, den Lisa Klamer und Celine Röös an der Hochschule für Gesundheit in Bochum absolvieren. Das Marien-Hospital ist Kooperationspartner der Hochschule. Die künftigen Hebammen verbringen bis Mitte Januar 2022 das fünfte Semester als reines Praxissemester in der Klinik. Celine Röös und Lisa Klamer dürfen unter strikter Anleitung vielfältige Aufgaben übernehmen, sowohl im Kreißsaal und auf der geburtshilflichen Station als auch bei Operationen in der Gynäkologie und Senologie sowie auf der Kinder-Intensivstation. Drei Praxisanleiterinnen begleiten sie dabei.

Ein vielfältiger Beruf voller Emotionen

„Es ist immer wieder ein tolles Erlebnis, bei einem so intimen Moment wie der Geburt eines Kindes dabei sein zu dürfen“, sagt Celine Röös (22) auf die Frage, warum sie Hebamme werden möchte. Lisa Klamer (31) ist gelernte Erzieherin und hat einige Jahre in diesem Beruf gearbeitet. Dennoch: Schon als Zwölfjährige war ihr klar, dass sie Hebamme werden wollte. Jede Geburt sei ein hochemotionaler Moment, so Lisa Klamer. Sie empfindet die Tätigkeit als Hebamme „nicht als Arbeiten“. Das liege auch an der Vielfalt dieses Berufs, zu dem nicht nur Schwangerschaft, Geburt und Nachsorge gehören, sondern z.B. auch Familienhilfe, Aufklärung in Schulen und Kurse zu Themen rund um die Geburt. Um all den Anforderungen im Miteinander mit den (werdenden) Eltern gewachsen zu sein, lernen die künftigen Hebammen auch Kommunikationstechniken und Strategien zur Trauerbewältigung. Celine Röös und Lisa Klamer werden ihr Studium nach dem achten Semester im Juli 2023 abschließen. Im kommenden Jahr erwartet das Marien-Hospital zwei weitere Hebammen-Studentinnen.

Weitere Hebammen und Praxisanleiterinnen

Schon jetzt gibt es weiteren „Zuwachs“ für das geburtshilfliche Team: Anja Fox, Hebamme und Gesundheits- und Krankenpflegerin, hat die Praxisanleitung in der Pädiatrie (Kinderheilkunde) und im Kreißsaal übernommen und Hebamme Juliane Bur ihre Ausbildung zur Praxisanleiterin begonnen. Dritte Praxisanleiterin ist die leitende Hebamme Silke Theissen. Außerdem verstärken Tabea Terlinden und Franziska Langhoff seit Oktober das Team der angestellten Hebammen. Hinzu kommen eine dritte Servicekraft für die Aufbereitung des Kreißsaals und eine Medizinisch-Technische Fachangestellte für die administratorische Abwicklung geplanter Kaiserschnitt-Entbindungen sowie zur Schnittstellenoptimierung zwischen Kreißsaal und der Station für Geburtshilfe.

Mit diesen personellen Entscheidung verfolgt das Marien-Hospital nach den Worten von Pflegemanagerin Monika Matzat das Ziel, „neue Kräfte in eigener Regie auszubilden und auf diese Weise langfristig ans Haus zu binden“.

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