Was wäre ein Martinsfest ohne Martinstüten? Das dachte sich der Rotary Club Kempen-Krefeld und stellte dem Treffpunkt Höhenstraße 70 Tüten mit Leckereien zur Verfügung – sehr zur Freude auch von Bea (3) und Mia (6). Auf dem Foto von links: Caritas-Vorstand Christian Schrödter, Stefanie Holleis (GWG), Treffpunkt-Leiterin Anja Reinboth sowie Christina Schmitz und Karl Bedau (beide Rotary Club) (Foto: Caritasverband)
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Viersen. Es war eine gelungene Premiere: Zum ersten Mal veranstaltete der „Treffpunkt Höhenstraße“ des Caritasverbandes einen eigenen Martinszug für die Kinder der Wohnanlage Höhenblick und die Menschen im Viertel – mit viel ehrenamtlichem Engagement und der Unterstützung des Rotary Clubs Kempen-Krefeld.

Vor allem die Kinder und ihre Eltern freuten sich über den kleinen, aber feinen Martinszug, der vom Treffpunkt Höhenstraße startete und in einem großen Bogen wieder dorthin zurück führte. Dazwischen gab es die berühmte Mantelszene, bei der Sankt Martin seinen Umhang mit einem Bettler teilt. Den Heiligen Martin spielte Treffpunkt-Leiterin Anja Reinboth vom Caritasverband für die Region Kempen-Viersen, beim Bettler handelte es sich um eine jugendliche Bewohnerin der Höhenstraße. Für die stimmige musikalische Begleitung sorgten die Musikfreunde Viersen-Rahser. Mit einem Beisammensein unter Corona-Bedingungen klang der Zug aus.

Einen wichtigen Beitrag leistete der Rotary Club Kempen-Krefeld. Mitglieder des Clubs hatten insgesamt 70 Martinstüten mit Süßigkeiten und einem Weckmann gepackt – 20 davon waren für ältere Bewohner der Wohnanlage bestimmt. Präsident Karl Bedau und die für regionale Projekte zuständige Rotarierin Christina Schmitz brachten die Tüten persönlich in den Treffpunkt.

„Für den Treffpunkt ist dies die erste Feier seit dem Karnevalsfest im vergangenen Jahr“, sagte Anja Reinboth. Sie hat die Leitung der seit 22 Jahren bestehenden Einrichtung im Januar 2020 übernommen – kurz danach kam Corona. Als neue Angebote gibt es inzwischen jeden Freitagnachmittag einen offenen Kindertreff sowie danach einen offenen Treff für Erwachsene und Jugendliche. Donnerstags findet um 9.00 Uhr eine zehnminütige Morgengymnastik vor dem Treffpunkt statt. Zusätzlich geplant sind autogenes Training und Projekte mit Jugendlichen.

„Ich möchte dazu beitragen, die Lebens- und Wohnverhältnisse der Menschen hier zu verbessern, und zwar als Hilfe zur Selbsthilfe“, sagt Reinboth. Die Diplom-Pädagogin und gerontopsychiatrische Fachkraft will die Mieter im Alltag begleiten und beispielsweise in Erziehungsfragen beraten. In den vier Hochhäusern der Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft für den Kreis Viersen AG (GWG) gibt es insgesamt 105 Wohnungen. Etwa 50 bis 60 Kinder leben hier.

„Die Wohnanlage an der Höhenstraße wird auch von den Süchtelnern immer besser angenommen“, sagte GWG-Mitarbeiterin Stefanie Holleis. Für die Bewohner und besonders für die Kinder sei der „Treffpunkt“ eine ganz wichtige Einrichtung, betonte sie. Caritas-Vorstand Christian Schrödter hob die wertvolle Unterstützung des Rotary Clubs und das Engagement des ehrenamtlichen Treffpunkt-Teams hervor: „Es ist großartig, mit welchem Einsatz sich alle Beteiligten hier einbringen.“ Auch bei der Organisation des Martinszuges halfen Bewohner ehrenamtlich.

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