Pflegeexperte Werner Schell (Foto: privat)
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Neuss/Rhein-Ruhr. Angesichts der Allgemeinbedrohung durch das Corona-Virus wurde bereits 2020 über eine allgemeine Impfpflicht nachgedacht. Bedauerlicherweise haben zahlreiche Politiker insoweit frühzeitig abgewunken. Das war ein Fehler. Es wird nämlich immer deutlicher, dass das Corona-Virus auf Dauer bleiben und auf längere Sicht auch anhaltend erhebliche Gefahren für große Bevölkerungsteile mit sich bringen wird.

Der aktuell zur Verfügung stehende “Baukasten” von Bekämpfungsmaßnahmen wird nicht ausreichen oder nur vorübergehend Wirkung erzielen. Die Bemerkungen einiger Politiker, dass im März 2022 alles überstanden sein werde, ist naiv und liegt völlig daneben. Solche Ankündigungen hat es schon wiederholt gegeben.

Wir müssen daher endlich kapieren, dass die Allgemeinbedrohung durch das Corona-Virus (wahrscheinlich mit weiteren Mutationen) nur mit drastischen Maßnahmen eingeschränkt oder gar aufgelöst werden kann. Und dazu gehört wohl auch eine allgemeine Impfpflicht. Eine Impfpflicht nur für bestimmte Personengruppen vorzusehen, muss als nicht ausreichend angesehen werden. Dabei ist nämlich zu bedenken, dass z.B. die meisten Pflegekräfte und Ärzte bereits auf freiwilliger Basis geimpft worden sind und dennoch das Infektionsgeschehen wegen der Impfverweigerer hoch bleibt bzw. zunimmt.

Es ist unverantwortlich, eine Impfpflicht für nicht durchsetzbar zu bezeichnen. Auch bei Abwägung der verschiedenen zur Debatte stehenden Rechtsgüter (Art. 2 Grundgesetz) muss dem Gesundheits- und Lebensschutz großer Teile der Bevölkerung Vorrang eingeräumt werden.

 

Ein KlarKlick von Werner Schell, Neuss, Diplom-Verwaltungswirt, Oberamtsrat a.D., Buchautor/Journalist, Dozent für Pflegerecht, Mitglied im Verband der Medizin- und Wissenschaftsjournalisten e. V.

 

Anmerkung der Redaktion: Unter KlarKlick versteht die LokalKlick-Redaktion Gastkommentare, die zur gesellschaftlichen Diskussion führen. Sie geben nur die Meinung des Gastkommentatoren wieder und sind nicht unbedingt die Meinung der Redaktion.

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