Präsentieren gemeinsam die neue Bahn (v.l.n.r.): Michael Feller (Ruhrbahn-Geschäftsführer) und Martin Dreps (Leiter Fahrzeugtechnik & Betriebsleiter) (Foto: Ruhrbahn)
Anzeige

Essen. In Bautzen haben die beiden NF4-Vorserienfahrzeuge auf dem Testring des Herstellers Bombardier bereits fleißig ihre Runden gedreht. Nun gehen die Überprüfungen bei der Ruhrbahn weiter. Der Prototyp der neuen Bahnen wird hierzu Testfahrten im Bedienungsgebiet der Ruhrbahn absolvieren bis die technische Aufsichtsbehörde schließlich die Zulassung für den ÖPNV erteilt. Ab 2022/ 23 sind die neuen Niederflurbahnen dann in Essen unterwegs und lösen damit die letzten Hochflurstraßenbahnen ab.

Die Ruhrbahn investiert rund 90 Millionen Euro in die insgesamt 32 neuen Fahrzeuge. „Die kontinuierliche Investition in die Infrastruktur und Technik ist für ein modernes Verkehrsunternehmen wie die Ruhrbahn unabdingbar. Mit der Investition von fast 90 Millionen Euro erhalten wir die zusätzlichen Straßenbahnen, die wir u. a. für den Einsatz auf der bis dahin niederflurig ausgebauten Südstrecke sowie für die ab 2025 geplante Inbetriebnahme der Citybahn benötigen – ein wichtiger Schritt in Richtung Barrierefreiheit“, erklärt Michael Feller, Geschäftsführer Ruhrbahn. „Durch den Einsatz der neuen NF4 bieten wir unseren Fahrgästen zukünftig zudem noch mehr Komfort und Sicherheit und können so die Attraktivität des ÖPNV in Essen nachhaltig steigern“, so Feller weiter.

Was ist neu?

Die neuen Fahrzeuge entsprechen im Wesentlichen der Ausstattung der bisherigen Niederflurbahnen der jüngeren Generation, der NF2 die seit 2013 im Einsatz ist: sie sind ebenfalls 30 Meter lang, 2,3 Meter breit und bieten Platz für mindestens 171 Fahrgäste. Neben dem niederflurigen Einstieg zeichnen sich die modernen Fahrzeuge durch einen klimatisierten Fahrgast- und Fahrerraum sowie zwei Multifunktionsplätze für Fahrgäste mit Rollatoren, Rollstühlen oder Kinderwagen aus. Die bewährte Niederflur- und Drehgestelltechnik zeichnet sich durch Laufruhe und hohen Fahrkomfort, einen geringeren Rad- und Schienenverschleiß sowie eine lange Lebensdauer aus. Das neue Kamera-gestützte Assistenzsystem erkennt frühzeitig Hindernisse und hilft so dabei, Unfälle zu vermeiden. Für noch mehr Sicherheit wurden die Außenspiegel durch Außenkameras ersetzt. Im Fahrgastraum sind außerdem USB-Ladebuchsen verbaut und die Türsteuerung hat ein akustisches und optisches Signal erhalten. Auch im Cockpit hat sich etwas verändert: ein neuer statischer Ausgleichsgriff und Bildschirme statt Rückspiegel. Und über der Klappe der Sandbefüllung befindet sich jetzt eine LED, die grün leuchtet, solange genug Sand drin ist.

Beitrag drucken
Anzeigen