(Foto: privat)
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Essen. Märklin Königsklasse lässt Kinderherzen höherschlagen.

Die richtige Idee hatte der Präsident des Deutschen Schaustellerbundes Albert Ritter, als er Überlegungen für eine mobile Modelleisenbahnanlage für den Essener Weihnachtsmarkt entwickelte. Der Erfolg ist schon in den ersten Tagen ersichtlich. Kinder und Erwachsene stehen begeistert vor der Märklin Spur I Anlage im Maßstab 1:32. Für die Kinder einfach eine schöne Sache, für die Väter Erinnerung an die eigene Kindheit und häufig verbunden damit der Gedanke an die Modelleisenbahn unter dem Weihnachtsbaum. Bereits seit dem Frühsommer arbeitete Albert Ritter an der Umsetzung seiner Idee. Für die Modelltechnik bediente er sich der Beratung des Essener Modellbahninstitutes Thomas Spilker in Katernberg.

Doch wie begann die Erfolgsgeschichte: Beim Anblick eines alten Schausteller- und Kirmeswagen stellte der Schausteller mit Herz und Seele, Albert Ritter, sich immer wieder die Frage, wie kann man diesem Verkaufswagen für Schmalzkuchen, mit dem Baujahr 1949, der ursprünglich aus der Region Ostwestfalen-Lippe stammt, neues Leben einhauchen. Beim Blick auf die markanten Dachrundungen nach Reichsbahnprofil, damit die Wagen bei der früher üblichen Bahnverladung auf den Bahnwagons durch die rund gemauerten Eisenbahntunnel passten, kam dann die Idee, eine mobile Modellbahnanlage in den Wagen einzubauen. Ritter: „Was früher in der Weihnachtszeit dazu gehörte, ist heute immer seltener anzutreffen.“ Und so begann man zu werkeln und zu restaurieren. Teile des Wagens wurden repariert, Farbe aufgebracht. Übrigens hat der Wagen unter seiner heutigen Blechverkleidung noch immer die original Holzschindeln aus Pitchpineholz.

Die wohl größte Herausforderung war die Befestigung der Spur I Gleise auf dem Boden des Schaustellerwagens. Da das Fahrzeug über keine Federung verfügt, musste die Gleise natürlich den Fahrerschütterungen standhalten. Nach mehreren Versuchen konnte auch dieses Problem gelöst werden und die ersten Modelle drehten ihre Proberunden. Für den Fahrbetrieb wurde eine Märklin Central Station neu angeschafft, die den notwendigen Dauerbetrieb gewährleistet und die nötige Energie liefert, denn der Wagen ist 9 Meter lang und 2,50 Meter breit, sodass über 45 Meter Gleis verlegt wurden. Mit einfachen Mitteln wurden – nach historischer Schaustellerart – Tunnel gebaut und die Anlage farblich gestaltet. Für die Rückwand wurde der Tannenwald gezeichnet und passend mit historischen Lokomotivfotos verstehen.

Um den richtigen Weihnachtsflair zu liefern, wurde ein Klöppel an einem Zug angebracht, mit dem nun in gestimmten Wasserflaschen das Weihnachtslied ‘Kling Glöckchen Kling‘ intoniert wird. Dieser Zug wird von einer Märklin Diesellok Baureihe 218 gezogen. Alternativ kann auch das für das Ruhrgebiet typische Steigerlied gespielt werden. Durch die Märklin Digitaltechnik ist der gleichzeitige Betrieb mehrerer Lokomotiven auf der Anlage möglich. Für eventuelle Störungen steht ein ständiger Support bereit.

Wollen wir hoffen, dass Corona allen Weihnachtsmarktbesuchern in Essen die Möglichkeit gibt, diese Eindrücke vom „Feuerwald“ auf dem Kardinal Hengsbach Platz, neben dem „Wachsamen Hähnchen“dem Standort auf dem Weihnachtsmarkt, mitzunehmen.

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