(Archivfoto: Kreisstadt Mettmann)

Mettmann. Das Hallenbad am Lavalplatz ist im wahrsten Sinn des Wortes in die Jahre gekommen. Es wurde in den 1970er-Jahren in Betonweise errichtet. Einst ein modernes, schmuckes Bad in der Kreisstadt hat im Laufe von 50 Jahren der Zahn der Zeit ordentlich am Bad genagt. Der Sanierungsaufwand ist enorm und wird sich auf 11 Millionen Euro summieren, hat das Baudezernat in einer umfangreichen, 70-seitigen Dokumentation zusammengestellt.

Während das Betonskelett des Hallenbades auch die kommenden 30, 40 Jahre überstehen wird, muss das komplette Innenleben erneuert werden. Die Liste der Mängel ist lang, führte Andreas Bernhardt, der Leiter des städtischen Gebäudemanagements, im Ausschuss für strategische Stadtplanung, Stadtentwicklung und Bauen, aus. Das Dach des Bades ist undicht und die Dämmung durchnässt, es muss wie die Fassadenverkleidung erneuert werden. Die gesamte Technik des Bades ist völlig veraltet, für wichtige Steuerungseinheiten gibt es keine Ersatzteile mehr. Die Schwimmbecken sind undicht, die Wasseraufbereitung muss erneut und der Brandschutz auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden

Es besteht dringender Handlungsbedarf, um die Betriebssicherheit des Hallenbades aufrecht zu erhalten, führte Bernhardt aus. Für dringende Vorabmaßnahmen und Planleistungen sollte deshalb für das kommende Jahr eine Million Euro im Haushalt eingeplant werden.

Angesicht des großen Sanierungsaufwands hatte die Politik schon vor der Sitzung Zweifel angemeldet, ob es sinnvoll sei, so viel Geld in ein 50 Jahre altes Bad zu investieren. Eine Ratsfraktion regte an, stattdessen ein neues Hallenbad an das Naturfreibad anzubauen. Ob Sanierung oder Neubau, in den Fraktionen herrschte in dem Punkt Einigkeit, dass Mettmann neben dem Naturfreibad auch ein Hallenbad für Familien sowie den Vereins- und Schulsport braucht. Abteilungsleiter Bernhardt erklärte dazu: „Wenn Sie 11 Millionen Euro investieren, haben Sie fast ein neues Bad für die nächsten 30, 40 Jahre.“

Bevor die Politik in die Diskussion einsteigen wird, ob das Hallenbad kernsaniert oder ob ein neues Bad gebaut werden soll, wird die Verwaltung zu den Haushaltsplanberatungen Anfang des kommenden Jahres eine Prioritätenliste mit den Maßnahmen aufstellen, die für die Betriebssicherheit der nächsten Jahre notwendig sind. Dann muss die Politik eine Entscheidung fällen, wie beziehungsweise ob es mit dem alten Hallenbad weitergehen soll.

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