Das Forschungs- und Behandlungsteam v.l.n.r.: Zarah Kampmann, Prof. Dr. Katja Kölkebeck, Dr. Mona Abdel-Hamid (Foto: LVR-Klinikum Essen)

Essen. Das FASTER/SCOTT-Autismus-Projekt bietet Betroffenen neue Behandlungsmöglichkeiten in Essen.

Am LVR-Klinikum Essen ist ein Forschungsprojekt mit Behandlungsmöglichkeiten für Menschen mit einer Autismusspektrumstörung (ASS) gestartet. „Mit der Studie wollen wir die Wirkung von zwei Behandlungsmethoden untersuchen und vergleichen. Die Methoden helfen Menschen mit einer ASS, soziale Kompetenzen zu üben und Strategien zu entwickeln, um besser mit Stress umzugehen“, erklärt die Studienleiterin Prof. Dr. Katja Kölkebeck das Vorhaben des Forschungsteams der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen.

FASTER und SCOTT

Ein Teil der Studienteilnehmenden nimmt an einer ambulanten Gruppentherapie mit 16 Sitzungen a zwei Stunden teil. „Dieser Teil nennt sich FASTER. Dort klären wir über ASS auf, informieren über Stressmanagement und üben mit Rollenspielen und Hausaufgaben soziale Interaktion“, so Kölkebeck.

Bei SCOTT handelt es sich um ein computerisiertes Trainingsprogramm mit dem die Teilnehmenden unterschiedliche Emotionen anhand von Mimik und Sprache sowie komplexe sozialen Interaktionen verstehen lernen können.

Die Studie wird auch in Freiburg, Berlin, Tübingen, Dresden und Mannheim durchgeführt und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zwei Jahre lang gefördert.

Noch freie Studienplätze in Essen

Da es im Bereich ASS in Deutschland noch wenig Therapiemöglichkeiten gibt, freut sich das Forschungsteam umso mehr, dass es mit der Studie auch eine Therapie anbieten kann, „die es so in Essen sonst nicht gibt“. Per E-Mail an autismus.essen@lvr.de können sich Interessierte Menschen mit ASS für die Studie und die Therapie melden. Am Standpunkt Essen können insgesamt 42 erwachsene Betroffene teilnehmen. Die erste Behandlungsgruppe ist bereits gestartet, weitere Personen mit einer vorbestehenden Diagnose einer ASS können noch an der Studie teilnehmen, die nun über zwei Jahre läuft. „Es kann also sein, dass Interessierte noch etwas warten müssen, bis wir Studien- und Therapieplätze anbieten können“, erklärt Kölkebeck.

Corona kein Hindernis

Die Corona-Pandemie hat den Start des Projekts leicht verzögert, soll aber die Durchführung nicht behindern. „Wir haben die Konzepte auf eine Therapie mit Videochatformat umgestellt, so dass eine Teilnahme auch unabhängig von steigenden Inzidenzen möglich ist“, so die Studienleitung.

Weitere Informationen

Die Forschenden der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen geben auf der Seite der Universität Duisburg-Essen ausführliche Informationen zum Ablauf der Studie, welche Behandlung angeboten wird und unter welchen Voraussetzungen eine Teilnahme möglich ist:

https://www.uni-due.de/rke-ap/ambulantetherapieass.php

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