Pfarrer Jan Vicari (Marktkirche) und Superintendentin Marion Greve (Kirchenkreis Essen) in der Krippeninstallation (Foto: Kirchenkreis Essen/Alexandra Roth)
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Essen. Auch in dieser Advents- und Weihnachtszeit prägt die Corona-Pandemie unser Leben. Und trotzdem: Advent und Weihnachten finden statt! Deshalb freut sich der Ökumenische Arbeitskreis ESSEN.KRIPPENLAND. sehr, dass die Besucherinnen und Besucher bis zum 9. Januar an 23 Standorten in der Innenstadt – vier mehr als vor einem Jahr – eine Krippenausstellung erleben können, die im Ruhrgebiet einzigartig ist. „In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt auf Exponaten, die sich durch eine besondere künstlerische Gestaltung auszeichnen; konventionelle Darstellungen wechseln sich mit modernen Interpretationen ab“, erklärt der Arbeitskreis. Dabei erzähle jede Krippe auf ganz eigene Weise die Frohe Botschaft: „Gott ist Mensch geworden.“

Ein besonderes Augenmerk verdient die zeitgenössische Krippeninstallation „Fürchtet euch nicht!“, die Sabine Reibeholz für den Wettbewerb „ars LITURGICA – Gestaltung einer Weihnachtskrippe“ entworfen hat. 2019 und 2020 war sie in der Propsteikirche St. Augustinus in Gelsenkirchen zu sehen; in diesem Jahr bereichert das außergewöhnliche Kunstwerk die Essener Marktkirche. Mithilfe von Licht und 3500 transparenten Schnüren hat Sabine Reibeholz einen vier Meter hohen und vier Meter tiefen Zylinder geschaffen, der die klassischen Vorstellungen einer Weihnachtskrippe aufbricht. Die zeltartige Konstruktion der Kölner Künstlerin lädt nicht nur zum Anschauen, sondern auch zum Betreten ein, so dass die Betrachter selbst zu einem Teil der Weihnachtsgeschichte werden. „Und siehe, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie, und sie fürchteten sich sehr“, heißt es im Lukasevangelium (Lukas 2,9) – diesen Moment der Weihnachtsgeschichte erleben die Besucherinnen und Besucher quasi hautnah mit, mehr noch: Sie selbst werden zu Darstellern, lösen die alten Akteure der biblischen Erzählung ab. Die vertrauten Figuren – Schafe und Hirten, die Heiligen Drei Könige – fehlen zwar nicht, erscheinen aber nur als angedeutete Schatten im Hintergrund.

Auf die Betrachter selbst kommt es an: Wie einst die Hirten, werden sie vom Licht umfangen. Am Ende begegnen sie im leuchtenden Rund einer Futterkrippe voller Stroh, doch die Suche bleibt erfolglos: Nur ein weißes Tuch liegt darin, das Kind fehlt. Dadurch wird die wohl wichtigste Herausforderung sichtbar, die uns heutigen Menschen aufgegeben ist – nämlich danach zu suchen, was uns fehlt, bzw. nach demjenigen, der uns fehlt, um wieder richtig Weihnachten feiern zu können. „Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht!‘ setzt Lukas seine Erzählung der Weihnachtsgeschichte fort. Habt keine Angst, euer Mut und euer Vertrauen sind gefragt, um mit dem Licht der Krippe im Herzen nach neuen Wegen zu suchen…  – Die Krippeninstallation in der Marktkirche kann montags bis samstags sowie voraussichtlich auch am verkaufsoffenen Sonntag, 12. Dezember, von 12 bis 18 besichtigt werden. Dank einer Förderung durch die Sparkasse Essen ist der Eintritt frei.

Krippenweg mit 23 Stationen und ein Preisrätsel

Zu den insgesamt 23 Standorten des Krippenweges zählen wieder der Essener Dom und die Kirche St. Gertrud, das Medienforum des Bistums Essen, das Rathausfoyer und die Volkshochschule, das Unperfekthaus und die Wiederbrauchbar sowie die Schaufenster mehrerer Banken und Geschäfte. „Die Exponate zeichnen sich in diesem Jahr durch eine besonders große Vielfalt aus“, erklärt der Arbeitskreis ESSEN.KRIPPENLAND. Die ausgestellten Krippen verbinden die Weihnachtsbotschaft mit Konsumkritik (Rathaus-Galerie), sind das Ergebnis eines Upcycling-Prozesses (Testzentrum Rathaus-Galerie) oder aus altem Besteck (Touristikzentrale) gefertigt. Eine Krippenszene verlegt die Geburt Jesu an einen Ort, der durch das Hochwasser im Juli überflutet wurde (Schaufenster am Flachsmarkt). Andere Krippen zeigen „Herzens-Kunst“ (Glaspavillon der Cityseelsorge neben dem Dom) und beziehen digitale Kunstformen in die Darstellung mit ein (Konsumreform-Shop). An der Kreuzeskirchstraße kann erneut ein „Krippengarten“ des Libanesischen Zedernvereins besichtigt werden. Neu dabei als Standorte sind auch das Diakonie-Restaurant Church und das Nähgeschäft Zic’n Zac am III. Hagen. Wer mag, kann auch an diesem Jahr wieder an einem Preisrätsel („Original und Fälschung“) teilnehmen; den Gewinnern wirken u.a. Freikarten für das GOP-Varieté-Theater und die Lichtburg sowie verschiedene touristische Andenken an Essen.

Der Ökumenische Arbeitskreis ESSEN.KRIPPENLAND. dankt allen Leihgebern, die Exponate für den diesjährigen Krippenweg zur Verfügung gestellt haben, den Kirchen, Einzelhändlern, Banken und Einrichtungen, die sie in ihren Räumlichkeiten oder Schaufenstern präsentieren, der Essen Marketing Gesellschaft (EMG) für ihre Mithilfe sowie allen weiteren Förderern für ihre Unterstützung dieser schönen Aktion.

Weitere Informationen

Die kostenlose Broschüre „Essen Krippenland – Engel weisen den Weg zu Krippen in Kirchen und Schaufenstern der Innenstadt“ mit dem Bilderrätsel, einer Übersichtskarte und vielen Informationen über die diesjährigen Exponate ist in der Marktkirche, im Foyer des Doms sowie in der Touristikzentrale, Kettwiger Straße/Ecke Willy-Brandt-Platz, erhältlich. Nähere Informationen über den Krippenweg durch die Innenstadt und die Essener Krippenlandschaft allgemein, die noch viele weitere Standorte in den Kirchen und Kapellen von Gemeinden oder auch Kliniken in den Stadtteilen umfasst, stehen auch im Internet auf der Seite essen-krippenland.de.

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