(Foto: Stadt Köln)

Köln. Das Schulgebäude Borsigstraße 13 in Köln-Ehrenfeld wird nach dem Großbrand im Dachstuhl vom 22. November 2021 auf längere Sicht nur sehr eingeschränkt für den Schulbetrieb nutzbar sein. Nach ersten Erkenntnissen der Sachverständigen werden sowohl die GGS Astrid-Lindgren sowie die Klassenstufen 7 und 8 der Gesamtschule Helios, die dort angesiedelt sind, auf absehbare Zeit nicht in ihre Räumlichkeiten zurückkehren können. Bei den ersten Begutachtungen wurden in dem Teil des Gebäudes, den die Gesamtschule nutzt, erhebliche Schäden festgestellt, die eine Generalinstandsetzung in allen Geschossen erforderlich machen. Der Gebäudeteil der Grundschule ist weniger schwer betroffen. In beiden Teilen gibt es jedoch Brandschäden sowie Feuchtigkeitsschäden durch das Löschwasser.

In einem ersten Schritt wird die obere Geschossdecke von den Lasten verbrannter, durchweichter Balken und Schieferschindeln befreit. Da Teile ein- oder herabstürzen könnten, wurde die Borsigstraße samt eines Gehweges unverzüglich vorübergehend gesperrt. Parallel dazu wird ein verkehrslenkendes Konzept für die Dauer der Instandsetzungsarbeiten entwickelt.

Erst wenn die Decke geräumt ist, können Sachverständige die Geschossdecken darunter statisch genauer in Augenschein nehmen. Mit diesen Erkenntnissen wird anschließend ein solider Zeit-Maßnahmen-Plan für die nun erforderlichen Arbeiten aufgestellt. Fest steht aber bereits: In dem Gebäudeteil, den derzeit die Gesamtschule nutzt, ist ein geordneter Rückbau inklusive der haustechnischen Installationen mit anschließender Sanierung notwendig, um ihn wieder vollständig nutzbar zu machen und Luftqualitäts- sowie Schimmelschäden zu vermeiden. Deshalb hat die Stadt Räumlichkeiten ausfindig gemacht: Zum 1. Februar 2022 werden die Gesamtschulklassen der Helios Schule bei der Gesamtschule am Wasseramselweg einziehen und dort den Unterricht aufnehmen.

Die Stadt erörtert die aktuelle Situation und Unterstützungsmöglichkeiten regelmäßig in gemeinsamen Runden mit den Schulleitungen, der Unteren Schulaufsicht und der Bezirksregierung. Dabei geht es um Planungen für Ausweichquartiere und akute Bedarfe der Schulen. Ziel ist es, den Schüler*innen in den schweren Zeiten der Pandemie so schnell wie möglich Räume zur Verfügung zu stellen und damit ihre Alltagsstruktur sicherzustellen. Alle Beteiligten bedanken sich ausdrücklich bei den Familien und Kollegien der Schulen, die mit viel Geduld und Flexibilität Provisorien und Umstände akzeptieren und unterstützen. Für die Solidarität und Unterstützung aus verschiedenen Bereichen der Stadtgesellschaft sind die betroffenen Schulen und die Stadt ausgesprochen dankbar.

Derzeit werden die Klassenstufen 1 bis 3 in Räumen an der Borsigstraße, die 4. Klassen in Räumen der benachbarten Grundschule Platenstraße beschult. Ab der kommenden Woche kehren alle Grundschulklassen zum Präsenzunterricht zurück. Die Gesamtschüler*innen werden im Wechselunterricht mit mindestens drei Tagen in Präsenz pro Woche unterrichtet.

Damit die Grundschüler*innen alle an einem Standort unterrichtet und in der OGS betreut werden können, muss die Sporthalle als Schulraum umfunktioniert werden. Leider steht die Halle deshalb ab sofort bis Ende Januar 2022 nicht für den Sport zu Verfügung. Zum Schutz des Bodens wird ein Belag eingezogen und die Halle wird für den Unterricht möbliert. Die Stadt hat die Sportvereine bereits informiert und bedankt sich bei den Sportler*innen für ihr Verständnis und den solidarischen Verzicht.

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