Auch der kostenlose Mittagstisch des Caritasverbandes für wohnungslose Menschen in der Jugendkirche wird von ehrenamtlich Engagierten begleitet. Auf dem Foto von links: Luisa Küffner, Gabriele Lieven, Eberhard Boekers, Roland Ollertz und Bereichsleiterin Hildegard van de Braak. Im Vordergrund eine Besucherin des Angebots (Foto: Caritas)

Mönchengladbach. Den „Tag des Ehrenamtes“ am Sonntag, 5. Dezember, nimmt die Caritas zum Anlass, herzlich Danke zu sagen. In Zeiten der Pandemie verändert sich das Engagement.

Rund 300 Frauen und Männer engagieren sich alleine beim Caritasverband Region Mönchengladbach ehrenamtlich. „Sie schenken ihre Zeit, um für andere da zu sein. Viele Dienste könnten ohne Freiwillige so nicht stattfinden“, sagt Hildegard van de Braak, Leiterin des Bereiches Soziales und Familie beim Caritasverband.

Zu den Zeit-Schenkern gehören Gabriele Lieven (65) und Roland Ollertz (61). Beide suchten nach einer Möglichkeit, im Ruhestand sinnvoll ihre Zeit einzusetzen. Gabriele Lieven engagiert sich seit etwa drei Jahren in der Sozialberatung in den Pfarrgemeinden Mariä Himmelfahrt und St. Marien. Die Sozialberatung der Caritas in den Gemeinden ist eine erste Anlaufstelle für Menschen mit persönlichen wirtschaftlichen, finanziellen oder sozialen Schwierigkeiten. „Mir ist es sehr wichtig im Leben, anderen Menschen zu helfen“, sagt die frühere Vollziehungsbeamtin beim Land NRW.

In den vergangenen zwei Jahren wurde die Sozialberatung in vier Gemeinschaften der Gemeinden (GdG) vor Ort neu aufgebaut. Die rund 15 ehrenamtlich Mitarbeitenden werden von der hauptamtlichen Leiterin Carmen Rosendahl-Küpper geschult und begleitet. Trotz der Lockdowns wurden im vergangenen Jahr 450 Ratsuchende unterstützt. „Wir wollen weg von der reinen finanziellen Hilfe. Das Ziel ist, den Menschen dauerhaft aus ihrer Not herauszuhelfen“, erklärt Carmen Rosendahl-Küpper. So könnten ehrenamtlich Engagierte mal mit Menschen einkaufen, zum Arzt gehen oder bei ihnen zu Hause Unterlagen sortieren.

Roland Ollertz ging im vergangenen Jahr aufgrund einer Erkrankung vorzeitig in den Ruhestand, nachdem er als gelernter Versicherungskaufmann viele Jahre bei einer Versicherung gearbeitet hatte. „Man sollte sich frühzeitig Gedanken machen, wie man diese Phase gestalten will“, erklärt er. Für ihn war klar: Er wollte ehrenamtlich arbeiten. Früher, als er noch aktiv Turniersport als Reiter betrieb, übernahm er Aufgaben im Verein. Jetzt, in der neuen Lebensphase, arbeitet er mit beim kostenlosen Mittagstisch für wohnungslose Menschen, den der Caritasverband seit Februar zweimal in der Woche in der Jugendkirche an der Albertusstraße anbietet. „Dieses Projekt habe ich von Anfang an begleitet“, erzählt Ollertz.

Darüber hinaus kümmert er sich an zwei Tagen in der Woche in einem Altenheim der Diakonie um demenziell erkrankte Bewohner. Und alle 14 Tage bringt sich auch er bei der Sozialberatung ein, und zwar im Begegnungszentrum Hannes an der Urftstraße in Rheydt. „Ich habe durch mein ehrenamtliches Engagement viele nette Menschen kennengelernt und erfahre ganz viel Dankbarkeit, was sehr schön ist“, berichtet Roland Ollertz. Er könne jedem nur empfehlen, sich freiwillig einzusetzen: „Das ist eine Bereicherung“, sagt er.

Sowohl Gabriele Lieven als auch Roland Ollertz haben sich zu Beginn ihrer Überlegungen im Freiwilligen Zentrum des Caritasverbandes an der Friedrich-Ebert-Straße in Rheydt beraten lassen, nach dem Motto: „Ich möchte was tun – welche Möglichkeiten gibt es, die zu mir und meinen Interessen passen?“ Mehr als 270 solcher Beratungen führte das Freiwilligen Zentrum im vergangenen Jahr durch.

Inzwischen ist es auch online möglich, sich einen ersten Überblick zu verschaffen: Dafür sorgt die „Anpacker App“, die der Caritasverband Region Mönchengladbach zur Verfügung stellt. Sie zeigt auf einen Blick, wo und wie sich die Mönchengladbacher bürgerschaftlich engagieren können. Mehr als 60 Engagement-Angebote von vielen verschiedenen Einrichtungen aus Mönchengladbach sind aktuell in der App des Caritasverbandes abrufbar. „Mit der App kann man sich ganz einfach über Engagement-Möglichkeiten informieren und Angebote finden“, sagt Hildegard van de Braak. Die App könne dem Ehrenamt weiteren Schub geben und jüngere Menschen ansprechen. Sie kann sowohl im App Store von Apple als auch bei Google Play kostenlos heruntergeladen werden. Alle Angebote sind über das Portal mg-packt-an.de auch im Internetbrowser verfügbar.

„Ehrenamt hat sich in Zeiten der Pandemie verändert“, stellt Hildegard van de Braak fest. Das „Engagieren auf Distanz“ sei eine neue Herausforderung gewesen. „Aber es entstanden tolle neue Projekte, wie etwa ein Einkaufsdienst für Senioren oder Gartenkonzerte in Einrichtungen, weil die Innenräume nicht genutzt werden durften“, so die Bereichsleiterin.

 

Mehr Info:

Freiwilligen Zentrum Mönchengladbach, E-Mail: fwz-mg@caritas-mg.de, Telefon 02166/40207 – www.caritas-mg.de/engagement-und-spenden/anpacker-portal und mg.packt-mit-an.de/

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