Aktuell hat der fünfte Jahrgang die Ausbildung an der Hebammenschule in Sierra Leone begonnen (Foto: © action medeor/ E. Fey)

Tönisvorst/Göttingen. Unternehmen spendet 100.000 Euro an action medeor

Sierra Leone in Westafrika verzeichnet eine der höchsten Müttersterblichkeitsraten weltweit. Um die Situation vor Ort zu verbessern, hat das Medikamentenhilfswerk action medeor vor vier Jahren gemeinsam mit der Caritas Sierra Leone im Distrikt Bo in der Südprovinz des Landes eine Hebammenschule eingerichtet. Nun bekommt diese Schule großzügige finanzielle Unterstützung aus Deutschland: Sartorius, ein international führender Partner der biopharmazeutischen Forschung und Industrie, unterstützt das Projekt im Rahmen seiner Initiative „Spende statt Geschenke“ mit 100.000 Euro und verzichtet dafür auf Weihnachtspräsente für Kunden und Geschäftspartner.

„Mit der Verbesserung der Hebammen-Ausbildung leistet das Projekt einen wichtigen und nachhaltigen Beitrag zur Förderung der Gesundheitsversorgung von Müttern und ihren Neugeborenen“, sagte Petra Kirchhoff, Leiterin der Unternehmenskommunikation bei Sartorius. Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass der Zugang zu Hebammendienstleistungen in Ländern mit niedrigem Einkommen wie Sierra Leone einen signifikanten Beitrag zur Reduktion der Müttersterblichkeit leisten kann.

Bereits seit sechs Jahren gibt es eine Sozialpartnerschaft zwischen action medeor und Sartorius. In dieser Zeit hat das Göttinger Unternehmen Projekte des Medikamentenhilfswerks im Nordirak, im Jemen, in der DR Kongo und in Tansania unterstützt. „Seit 2015 trägt Sartorius mit seinem Engagement dazu bei, dass Menschen in Entwicklungsländern Zugang zu Medikamenten und medizinischen Leistungen bekommen“, sagt Sid Peruvemba, Vorstandssprecher von action medeor. „Diese Kontinuität ist beeindruckend. Und sie ist gerade in Corona-Zeiten noch einmal wichtiger geworden, denn die Menschen im globalen Süden leiden unter den gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen der Pandemie“, erläutert Peruvemba.

Das Projekt in Sierra Leone stellt vor allem den Grundsatz „Hilfe zur Selbsthilfe“ in den Mittelpunkt. Bei der Hebammenschule geht es nicht nur um die Ausbildung der Frauen vor Ort. Vielmehr werden im Rahmen des Projekts Praxiseinheiten in verschiedenen Lehrkrankenhäusern des Landes gefördert und die dortigen Auszubildenden qualifiziert. Um dem Mangel an ausgebildeten Hebammen im ländlichen Raum entgegen zu wirken, werden zudem zwei ländliche Gesundheitsstationen zu Mutter-Kind-Notfallzentren umgebaut und ausgestattet.

Insgesamt werden im Projektzeitraum 350 Frauen zu Hebammen ausgebildet, 95 praktizierende Hebammen zu Ausbilderinnen weitergebildet und fünf Lehrkräfte der Hebammenschule im Bereich berufliche Weiterbildung und Entwicklung qualifiziert. Die erworbenen Kompetenzen des Lehr- und Gesundheitspersonals werden weitergegeben und dienen somit der Bevölkerung in Sierra Leone langfristig.

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