Hornrabenpärchen Margot (li.) und Kajo (re.) (Foto: Zoo Duisburg)
Anzeigen

Duisburg. Der Hornrabe ‚Margot‘ hat wieder einen Partner. ‚Kajo‘ zog aus dem Zoo von Ostrava an den Kaiserberg. Seine Aufgabe: Eine Herzenssache.

Schwarzer Schnabel, bezaubernde Augen und lange Wimpern – Hornrabe Margot (20) ist ein echter Hingucker. Einige Zeit lang war die sympathische Vogeldame Single, ein Schicksalsschlag machte sie zur Witwe und alleinerziehenden Vogel-Mutter. Nun soll ein geeigneter Partner wieder Schwung in ihr Liebesleben bringen.

Vor 13 Monaten verlor Hornrabe Margot ihren langjährigen Partner Erich im hohen Alter von 30 Jahren – ein Hüftschaden machte ihm das Laufen nicht mehr möglich. Seitdem zog die als aufgeschlossen geltende Vogeldame den gemeinsamen Nachwuchs alleine auf. „Aber auch Tierkinder werden groß und verlassen ihre Eltern einmal“, weiß Revierleiter Philipp Goralski. Um selber auf Brautschau zu gehen, zog es ihren letztgeborenen Sohn in Richtung Ostrava (Tschechien). Im Tausch verschlug es ‚Kajo‘ im November nach Duisburg. Der fünfjährige Hornraben-Mann soll nun wieder Schwung in ‚Margots‘ Liebesleben bringen und an die Zuchterfolge der Vergangenheit anknüpfen.

Erste Annäherungsversuche zwischen der alt eingesessenen ‚Margot‘ und dem neuen Mann in ihrem Leben waren vielversprechend. „Schon nach wenigen Stunden haben sie sich gegenseitig umworben. Mittlerweile Singen die Zwei sogar zusammen und sind gemeinsam unterwegs“, berichtet der Tierpfleger. „Man könnte meinen, dass sie sich schon viele Jahre kennen“. Das der Funke zwischen den Beiden übergesprungen ist, zeigt auch das besondere Balzverhalten der Südlichen Hornraben: „Sie machen sich gegenseitig Geschenke“, weiß Goralski. „Kleine Äste oder Strohhalme werden dem Partner überreicht und so um die Gunst geworben“.

‚Margot‘ und ‚Kajo‘ scheinen somit eine für Südliche Hornraben übliche lebenslange Partnerschaft einzugehen. Eine Partnerschaft, die von Vertrauen und Fürsorge geprägt sein wird. Das zeigt sich auch im Brutritual: „Die Weibchen legen die Eier in eine Baum- oder Felshöhle. Während der rund 40tägigen Brutzeit versorgt das Männchen seine Partnerin mit Nahrung“, erklärt Philipp Goralski. „Wenn die Jungvögel im Alter von etwa 86 Tagen flügge sind, unterstützt das Männchen die Aufzucht weiterhin“.

Südliche Hornraben sind mit einem Gewicht von bis zu sechs Kilogramm die schwersten Vertreter aus der Familie der Hornvögel und leben ursprünglich in Afrika. Hier durchstreifen sie die Steppen und Savannen auf der Suche nach Nahrung. Große Insekten, Reptilien, Jungvögel und Kleinsäugetiere stehen auf dem Speiseplan der bis zu 100 cm hohen Tiere. Bei der Nahrungssuche setzten sie ihren Schnabel sehr geschickt ein und können selbst kleinste Insekten zielgenau aufpicken. Im Anschluss werfen sie diese in die Luft um sie sich dann in den Schnabel fallen zu lassen. Zu ihren wohl charakteristischsten Merkmalen zählt die rote Gesichts- und Kehlhaut, die frei von Federn sind und zur Balz eingesetzt wird dienen.

In den letzten Jahren sind die Bestände des Südlichen Hornraben stetig geschrumpft. Grund dafür ist der Verlust von Lebensräumen und auch die gezielte Jagd auf die Vögel. Denn ihre Körperteile werden in der traditionellen Medizin verwendet. Daher führt die IUCN (=International Union for Conservation of Nature) den Südlichen Hornraben auf der sogenannten Roten Liste als „gefährdete Tierart“.

Beitrag drucken
Anzeige