Vor dem neuen Sozialrathaus, v.li.: Britta Costecki (Gleichstellungsbeauftragte), Horst Kalthoff (SBO), Sonja Bongers (Vors. Sozialausschuss), Beigeordneter Michael Jehn, Ulrike Willing-Spielmann (stellv. Vors. Sozialausschuss), Oberbürgermeister Daniel Schranz, Felizitas Ißelmann (Personalrat), Beigeordneter Frank Motschull, Pierre Fischer (SBO) und Frank Bohnes (Bereichsleiter Soziales) (Foto: Stadt Oberhausen)

Oberhausen. Rund 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sozialverwaltung (Bereich 3-2 Soziales) haben im Dezember 2021 ihre Arbeit im neuen „Sozialrathaus“ an der Essener Straße 53 aufgenommen. Gemeinsam mit Vertretern aus Verwaltung und Politik stellte es Oberbürgermeister Daniel Schranz heute, 10. Januar 2022, der Öffentlichkeit vor.

„Mit dem neuen Sozialrathaus an der Essener Straße verbinden wir verbesserten Service für Bürgerinnen und Bürger mit einer modernen Arbeitswelt für die 150 Beschäftigten, das freut mich sehr“, sagte Oberbürgermeister Schranz: „Wir haben hier Bereiche aus sieben Standorten an einem Anlaufpunkt zusammengeführt; damit – und mit der neuen Organisation – sollen Wartezeiten für Besucherinnen und Besucher minimiert werden.“

Im neuen „Sozialrathaus“ werden unter anderem folgende Dienstleistungen angeboten:

– Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung

– Bildungs- und Teilhabeleistungen für Kinder, hierzu gehört auch die MyCard Oberhausen

– Wirtschaftliche Hilfen und Unterbringungsangelegenheiten für Geflüchtete

– Eingliederungshilfen für Menschen mit Behinderung oder von Behinderung bedrohten Personen

– Pflege- und Seniorenberatung

– Fachstelle für schwerbehinderte Menschen im Arbeitsleben

– Wirtschaftliche Hilfen bei Pflegebedürftigkeit und Unterstützungsbedarf im Alltag

– Wohnberatung

– Betreuungsstelle (u.a. Vorsorgevollmachten)

– Ausbildungsförderung und Unterhaltssicherung

– Übernahme von Bestattungskosten

– Unterhaltsheranziehung

– Wohnungssicherung und Obdachlosenhilfe

– Oberhausen Pass

Daneben gibt es Fachabteilungen, die zwar weniger Außenwirkung entfalten, aber verwaltungsintern von der Zusammenführung partizipieren (z.B. Rechtsabteilung, Controlling, Rechnungsstelle, Sozialplanung).



Der Beigeordnete für Personal, Michael Jehn:
„Durch die Zentralisierung vieler Abteilungen des Bereiches Soziales werden Wege für Mitarbeitende und Bürgerinnen und Bürger verkürzt. In einer zeitgemäßen und sehr modernen Arbeitsumgebung haben wir viele technische Möglichkeiten realisiert, die den Beschäftigten eine Grundlage für eine reibungslose Organisation bieten. Das barrierefreie Gebäude bietet den Bürgerinnen und Bürgern mit seinem klaren und freundlichen gestalteten Raumkonzept eine gute Orientierung und angenehmen Aufenthalt. “

Frank Motschull, Beigeordneter für Soziales: „Das Sozialrathaus ist nicht nur über den ÖPNV sehr gut erreichbar. Für die Beschäftigten, die mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen, gibt es auch einen Fahrradkeller sowie die Möglichkeit, sich zu duschen und umzukleiden. Ob Bürgerinnen und Bürger oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – die Menschen, die hier hinkommen, können sich wohl fühlen.“


Um Wartezeiten bis auf ein Mindestmaß zu reduzieren, wird der Publikumsverkehr über Terminvereinbarungen gesteuert. Hierzu wird es künftig die Möglichkeit geben, persönliche Vorsprachen – soweit erforderlich – online zu verabreden. Daneben werden im Empfangsbereich bereits Anliegen von Bürgerinnen und Bürgern vorgeklärt.

Insofern ist der Organisationsprozess mit dem Umzug nicht abgeschlossen und die Arbeitsprozesse werden stetig weiterentwickelt (elektronische Aktenführung) und an gesetzliche Veränderungen angepasst. Zudem können weitere 50 Arbeitsplätze bei Bedarf noch im Haus eingerichtet werden.

Die Erreichbarkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Sozialrathaus erfolgt überwiegend über die bisherigen Rufnummern. Soweit neue Nummern vergeben werden mussten, wird dies den Hilfeempfängerinnen und -empfängern im Rahmen der üblichen Korrespondenz mitgeteilt. Sollten Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner sowie Kontaktdaten nicht bekannt sein, ist das Sozialrathaus zentral über die Rufnummer 825-4222 oder per Mail an sozialrathaus@oberhausen.de zu erreichen.

 

Hintergrund

Der Planungsprozess zur Einrichtung des „Sozialrathauses“ an der Essener Straße 53 begann im Jahr 2019. Die auf sieben Standorte verteilte Sozialverwaltung sollte dort zusammengefasst werden. Das Ziel war, die Aufgabenwahrnehmung zu optimieren und die unterschiedlichen Organisationseinheiten in die modernen Arbeitswelten zu überführen. Es wurde ein Nutzungskonzept entwickelt, das den Anforderungen einer modernen Arbeitswelt gerecht wird, mehr Flexibilität in der Gebäudebewirtschaftung ermöglicht, Synergien in der Aufgabewahrnehmung nach sich zieht, attraktive Arbeitsbedingungen schafft, Themen wie Ausbildung, Sicherheit und Mobilität berücksichtigt und für Bürgerinnen und Bürger ein gebündeltes und barrierefreies Dienstleistungsangebot im Sozialrathaus vorhält.

Da die Aufteilung der Immobilie nicht den Anforderungen entsprach, musste eine umfangreiche Neugestaltung im Innenbereich erfolgen, um eine Arbeitsumgebung zu realisieren, die nicht der konventionellen Ausrichtung (Einzelbüros) folgt, sondern mit zeitgemäßen Front- und Backoffice-Lösungen aufwartet. Den entsprechenden baulichen Maßnahmen ging ein intensiver Beteiligungsprozess mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Sozialverwaltung und vielen weiteren Akteuren voraus (Personalrat, Gleichstellung, Schwerbehindertenvertretung, Arbeitssicherheit, IT, SBO etc.).

 

Der Umbau

Bauzeit: Entkernung und Umbau SB-Filiale Sparkasse 11/2019 bis 03/2020, Umbau 04/2020 bis 10/2021, Fertigstellung Außenanlagen voraussichtlich Ende Januar 2022

Umbaukosten: Ca. 11,5 Millionen Euro brutto inkl. Honorare und Außenanlagen, excl. Ankauf und Arbeitsplatzmöbel

Bruttogeschossfläche: 7.175,85m²

Nettogeschossfläche: 6.306,19m²

Umfang der Arbeiten: vollständiger Rückbau aller Innenwände (Ausnahme: Keller und Treppenhauskern), Aufstockungen 1. OG Nordflügel inkl. intelligenter Verglasung und Gründach, Neuaufbau einer neuen, möglichst barrierefreien Gebäudestruktur unter den Aspekten moderner Arbeitswelten und neuem Sicherheitskonzept, Rückbau und Neuaufbau der gesamten elektrischen Infrastruktur, Umbau und Erweiterung der Klimatisierung, Gebäudeleitsystem, Umgestaltung der Außenanlagen und Parkflächen.

Insgesamt waren 14 Oberhausener Unternehmen an der Ausführung beteiligt.

Das Gebäude an der Essener Straße 53 wurde zuvor von Mitarbeitenden der Stadtsparkasse Oberhausen genutzt. Im Erdgeschoss befindet sich dort weiterhin das „Automatencenter“ der Stadtsparkasse Oberhausen.

Die sieben, von der Sozialverwaltung aufgegebenen Standorte werden noch von anderen Verwaltungseinheiten genutzt.

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