Bürgermeister Erik Lierenfeld (Foto: Stadt Dormagen)

Dormagen. Am Donnerstag (13.01.), gegen 14:00 Uhr, betrat ein 28 Jahre alter Mann den Fachbereich Integration der Stadtverwaltung am Paul-Wierich-Platz in Dormagen. Da er keinen 3G-Nachweis erbringen konnte, sollte er nach der Übergabe eines Briefes an eine der Mitarbeiterinnen die Räumlichkeiten wieder verlassen.

28-Jähriger verschüttet Benzin in der Stadtverwaltung

Nach ersten Erkenntnissen holte der 28-jährige Asylbewerber daraufhin eine Plastikflasche aus seinem Rucksack und bespritzte die anwesenden Mitarbeiterinnen mit Benzin. Nachdem der Mann auch sich mit der Flüssigkeit übergossen hatte, holte er ein Feuerzeug hervor und hielt es drohend in Richtung der Angestellten. Durch weitere Mitarbeiter der Stadtverwaltung konnte er überwältigt und bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten werden.

Der Mann wurde in Gewahrsam genommen und später in eine Fachklinik eingewiesen. Bei ihm wurden geringe Mengen eines Betäubungsmittel aufgefunden, zudem ergab ein Drogenvortest Hinweise auf den Konsum des Rauschgifts THC (Wirkstoff der Hanfpflanze). Nach der Entnahme einer Blutprobe erwartet ihn nun ein Strafverfahren.

In dem Brief hatte der Bewohner einer kommunalen Unterbringungseinrichtung gefordert, in einem Einzelzimmer untergebracht zu werden oder sich andernfalls das Leben nehmen zu wollen. Drei Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung wurden leicht verletzt. Sie erlitten Augen- und Atemwegsreizungen, die eine ambulante ärztliche Behandlung erforderlich machten. Der Mann hatte circa einen Liter der brennbaren Flüssigkeit in dem Büroraum verspritzt, der anschließend durch Kräfte der Feuerwehr Dormagen gelüftet wurde.

Bürgermeister Lierenfeld verurteilt Angriff

Bürgermeister Erik Lierenfeld äußert sich in einem Statement zu der Tat: „Wir sind schockiert und fassungslos angesichts dieses Angriffs auf unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Für solche Gewalttaten gibt es keinerlei Rechtfertigung. Diese Attacke weckt viele schlimme Erinnerungen an vergangene Taten in Jobcentern und Rathäusern. Ich verurteile diesen Angriff zutiefst.

Nur durch das schnelle und beherzte Eingreifen zahlreicher Kolleginnen und Kollegen nach Auslösen unserer Notfallalarmierung, gelang es, die Tat zu vereiteln und somit Schlimmeres zu verhindern. Wir sind alle sehr froh, dass es den betroffenen Kolleginnen den Umständen entsprechend gut geht und sie äußerlich keine Verletzungen erlitten haben. Um die Geschehnisse zu verarbeiten, haben wir allen Betroffenen in den Fachbereichen ausdrücklich das Hilfsangebot der psychologischen Dienste nahegelegt.

Mein Dank gilt allen Kolleginnen und Kollegen sowie den Einsatzkräften von Feuerwehr und Polizei, die unverzüglich reagiert und geholfen haben. Einmal mehr hat sich bewiesen, wie wichtig es ist, in Notsituationen schnell und geschlossen zu handeln. Wir werden diesen Angriff aber zum Anlass nehmen, unsere Sicherheitsstandards noch einmal zu überprüfen, um unseren Mitarbeitenden den größtmöglichen Schutz bieten zu können.

Der Produktbereich Soziales Wohnen bleibt bis einschließlich Montag, 17. Januar geschlossen. Alle anderen Produkte des Fachbereichs Integration haben ab Montag wieder regulär geöffnet.“

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