v.l. Brian Afanador / Robert Gardos (Foto: Jörg Fuhrmann)

Düsseldorf. Die Berlinerin Shan Xiaona hat beim WTT-Auftakt des Jahres 2022 den Titelgewinn im Damen-Einzel knapp verpasst. Beim ersten von zwei Feeder-Turnieren in Düsseldorf unterlag die an Position eins gesetzte Doppel-Europameisterin im Finale der Slowakin Barbora Balazova in sieben Sätzen. Der Sieg im Herren-Einzel ging an den Österreicher Robert Gardos. Titelverteidiger Benedikt Duda hatte am Vormittag wegen eines positiven Covid-19-Schnelltests nicht zu seinem Halbfinale antreten dürfen. Wenige Stunden später erreichte den Bergneustädter aber die Entwarnung via negativem PCR-Test: Der Antigen-Test am Morgen hatte ein falsch-positives Ergebnis ausgewiesen. Am Montag folgt nach einem nahezu nahtlosen Übergang im Deutschen Tischtennis-Zentrum in Düsseldorf der stark besetzte WTT Feeder II (17. bis 20. Januar).

Shan Xiaona im Endspiel von Balazova gestoppt

“Ich würde gerne das Turnier gewinnen, bin aber noch nicht ganz in meiner besten Form”, hatte die topgesetzte Shan Xiaona bereits vor dem Feeder-Beginn orakelt. Zwar erreichte die in Düsseldorf beheimatete und für Berlin spielende EM-Zweite das Endspiel. Doch im Gegensatz zum Vorschlussrunden-Duell mit ihrer Nationalmannschaftskollegin Sabine Winter (Schwabhausen) konnte die 38-Jährige im Finale den 0:2-Satzrückstand gegen Barbora Balazova nicht in einen Sieg ummünzen. Am Ende siegte die Slowakin, die im Halbfinale Chantal Mantz (Langstadt) mit 4:1 ausgeschaltet hatte, mit 11:4 im Entscheidungssatz. Shan Xiaona nahm die Niederlage mit Fassung: “Es war für mich ein schweres Spiel gegen Bashka, da wir uns aus dem Training sehr gut kennen. Sie hat außerdem heute einfach sehr gut gespielt. Ich habe zwar alles versucht, war aber vielleicht im Kopf etwas müde und nicht konzentriert genug.” Die Turniersiegerin war überrascht von ihrem Erfolg: “In den letzten sechs Monaten hat sich in meinem Leben sehr viel verändert, privat und beim Tischtennis. Mit dem Turniersieg hatte ich deshalb wirklich überhaupt nicht gerechnet.”

Bei den Herren setzte sich der topgesetzte Österreicher Robert Gardos, der gestern Abend an der Seite von Karoline Mischek bereits die Mixed-Konkurrenz gegen die deutschen Titelverteidiger Tobias Hippler/Franziska Schreiner (Köln/Langstadt) gewonnen hatte, im Finale gegen den Puertoricaner Brian Afanador durch. Die Doppel-Titel gingen an Felix Lebrun/Esteban Dorr (Frankreich) und die kroatisch-bulgarische Kombination Hana Arapovic/Polina Trifonova.

Falsch-positiver Antigen-Test kostet Duda die Titelchance

Für Benedikt Duda war das Turnier am Vormittag mit einer unverhofften Turnier-Aufgabe zu Ende gegangen. Der Gewinner der Feeder-Weltpremiere im Dezember war vor dem Halbfinale gegen Afanador bei den täglichen Antigen-Schnelltests der Athleten positiv auf Covid-19 getestet worden und durfte gemäß der WTT-Bestimmungen nicht antreten. Duda hatte Glück Unglück: Es war ein falsch-positives Ergebnis, wie sich wenige Stunden später herausstellte. Der dem Antigentest folgende, wesentlich genauere PCR-Test lieferte wenige Stunden später das von Duda erhoffte negative Resultat: “Es war am Morgen ziemlich bitter, eine solche Nachricht zu bekommen! Ich war total überrascht über das Ergebnis, weil ich mich super fit gefühlt hatte. Ich bin natürlich sehr enttäuscht, dass ich aufgrund dieser Umstände nicht um den Turniersieg spielen konnte, ich war sehr gut drauf. Aber Titel kommen noch viele, und man muss ja auch die positive Seite sehen. Gut, dass ich negativ getestet bin und nach dem Resultat des PCR-Tests nun morgen in der Bundesliga und nächste Woche beim Feeder antreten kann.”

Stark besetztes zweites Feeder 2022 ab Montag im DTTZ

Die unmittelbar an das Turnier anknüpfende zweite Auflage des WTT Feeder im Jahr 2022 im Deutschen Tischtennis-Zentrum ist bärenstark besetzt. Duda selbst wird hinter dem Weltranglisten-17.Patrick Franziska, dem früheren Düsseldorfer Omar Assar (Ägypten) und Weltklasse-Abwehrspieler Ruwen Filus an Position vier der Setzungsliste vor Borussias Mixed-Europameister Dang Qiu notiert. Das Damen-Feld wird angeführt von der Ägypterin Dina Meshref, der WM-Doppel-Bronzemedaillengewinnerin Ni Xia Lian (Luxemburg) und der heutigen Siegerin der Damen-Konkurrenz Barbora Balazova (Slowakei). Es ist das bislang beste Feld der insgesamt drei Düsseldorfer Turniere im Dezember und Januar. Am Montag wird zunächst in der Qualifikation gespielt, anschließend folgen drei Hauptrundentage. Auch die Begegnungen des Feeder II 2022 sind wieder im Livestreaming auf dem WTT-Youtube-Kanal https://www.youtube.com/channel/UC9ckyA_A3MfXUa0ttxMoIZw zu verfolgen.

Rekordmeister Borussia Düsseldorf organisiert gemeinsam mit dem ITTF-Veranstalter World Table Tennis (WTT) und dem Deutschen Tischtennis-Bund (DTTB) die WTT Feeder Serie in Düsseldorf und wird unterstützt durch die Partner Sportstadt Düsseldorf und der ARAG SE.

 

Die Ergebnisse am Finaltag (15. Januar):

Damen-Einzel, Finale

Shan Xiaona – Barbora Balazova SVK 3:4 (-11,-5,5,8,-3,11,-4)

Halbfinale

Shan Xiaona – Sabine Winter 4:2 (-8,-7,4,4,9,6)

Chantal Mantz – Barbora Balazova SVK 1:4 (-5,-6,9,-9,-8)

 

Herren-Einzel, Finale

Robert Gardos AUT – Brian Afanador PUR 4:1 (9,8,7-5,9)

Halbfinale

Robert Gardos AUT – Samuel Walker ENG 4:1 (9,-4,9,7,9)

Benedikt Duda – Brian Afanador PUR 0:4 Wertung

(wegen eines positiven Covid-19-Antigen-Tests durfte Duda nicht antreten)

 

Damen-Doppel, Finale

Hana Arapovic/Polina Trifonova CRO/BUL – Mateja Jeger/Ivana Malobabic CRO 3:0 Wertung

 

Herren-Doppel, Finale

Esteban Dorr/Felix Lebrun FRA – Diogo Chen/Florian Bourassaud POR/FRA 3:1 (8,-4,9,7)

 

Alle Ergebnisse finden Sie im Internet unter www.worldtabletennis.com.

 

Die acht Topgesetzten im Einzel beim Düsseldorf-Feeder II (17. – 20. Januar)

Herren-Einzel

  1. Patrick Franziska, Saarbrücken/Deutschland, Weltrangliste: 17
  2. Omar Assar, Ägypten, 30
  3. Ruwen Filus, Fulda-Maberzell/Deutschland, 34
  4. Benedikt Duda, Bergneustadt/Deutschland, 43
  5. Dang Qiu, Düsseldorf/Deutschland, 48
  6. Kirill Skachkov, Russland, 52
  7. Ovidiu Ionescu, Rumänien, 57
  8. Marcello Aguirre, Paraguay, 58

 

Damen-Einzel

  1. Dina Meshref, Ägypten, 36
  2. Ni Xia Lian, Luxemburg, 40
  3. Barbora Balazova, Slowakei, 52
  4. Melanie Diaz, Puerto Rico, 68
  5. Sarah De Nutte, Luxemburg, 76
  6. Debora Vivarelli, Italien, 77
  7. Amelie Solja, Österreich, 86
  8. Yousra Helmy, Ägypten, 89
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