Ordensgemeinschaft lindert Wohnraumnot (Foto: Dominikanerinnen von Bethanien)

Schwalmtal. Die katholische Ordensgemeinschaft der Dominikanerinnen von Bethanien ist in Schwalmtal bekannt als Gründer und Gesellschafter des Bethanien Kinderdorfes. Jetzt möchte die Ordensgemeinschaft Sozialwohnungen schaffen!

Die Ordensschwestern haben langjährige Erfahrung in der Unterstützung von jungen Menschen und Familien in sozialen Notlagen. Die Wohnungsknappheit insbesondere für junge Erwachsene, Alleinerziehende und junge Familien mit geringen Einkommen ist eine Notlage, die die Ordensfrauen aktiv angehen wollen.

Dazu eignet sich die Fläche „Bolzplatz“, die im Besitz des Ordens der Dominikanerinnen von Bethanien ist. Nachdem Anfang der 80er Jahre das Neubaugebiet „Am Nottbäumchen“ entstanden war, in welchem sehr viele Familien mit mehreren Kindern lebten, hat der Orden gemeinsam mit dem Bethanien Kinderdorf diese Fläche an die Gemeinde Schwalmtal verpachtet, um somit den im Baugebiet lebenden Kindern eine Spiel- und Sportmöglichkeit zu geben.

Über viele Jahre ist der Bolzplatz von Kindern und Anwohnern und auch vom Bethanien Kinderdorf selbst genutzt worden. Diese Nutzung hat in den letzten Jahren kontinuierlich abgenommen. Aufgrund dieser Beobachtungen ist der Gedanke entstanden, diese Fläche mitten im Ort Waldniel einer neuen sozialen Nutzung zuzuführen.

Im Sommer 2020 wurde im Rat der Gemeinde Schwalmtal die Überplanung der Freifläche „Am Nottbäumchen“ vorgestellt. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte noch keine offene Kommunikation mit den Nachbarn und der Öffentlichkeit stattgefunden. Aufgrund von Protesten der Anwohner wurde die im Vorfeld von der Gemeindeverwaltung und einigen Politikern befürwortete Planung wegen des Wegfalls der Spielmöglichkeit abgelehnt.

Als eines der größten aktuellen Probleme betrachtet der sozial aktive Orden den derzeitigen Mangel an bezahlbarem Wohnraum und insbesondere an Sozialwohnungen, auch und gerade in der Gemeinde Schwalmtal. Beengte Wohnverhältnisse in schwierigen und prekären Lebenslagen führen oftmals dazu, dass diese Familien staatliche Unterstützungen und Hilfen zur Erziehung benötigen. Somit betrachtet der Orden die Schaffung von Sozialwohnraum für diese Zielgruppe auch als soziale Präventionsmaßnahme.

Nach der jetzt vorliegenden Planung sollen drei Wohnhäuser mit je fünf Wohneinheiten, z.T. mit Sozialbindung entstehen, die im Eigentum des Ordens stehen und es sollen zudem sechs Einfamilienhäuser entstehen, die Grundstücke hierfür werden über die Gemeinde veräußert. Ebenfalls Bestandteil der Planung ist ein neuer Kinderspielplatz. Die Dominikanerinnen befürworten das nachhaltige und ökologische Energiekonzept, das die Gemeinde der Planung zugrunde legt.

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