Ratingen. Der traditionelle Neujahrsempfang des Bürgermeisters in der Stadthalle fällt zum zweiten Mal in Folge der Corona-Pandemie zum Opfer. Stattdessen gibt es wieder ein Video-Format mit einem besonderen Leitthema: dem Heimatpreis NRW und seinen bisherigen fünf Ratinger Preisträgern, die in kurzen Filmen vorgestellt werden. Eingerahmt werden diese Clips, wie bei einem normalen Live-Empfang, durch Ratinger Musikbeiträge. Kurz: „Eine schöne Mischung aus Information und Unterhaltung, zu der ich alle Ratingerinnen und Ratinger herzlich einlade“, sagt Bürgermeister Klaus Pesch.

Während der zeitweiligen Entspannung der Pandemie-Situation im letzten Jahr konnte man davon ausgehen, dass ein traditioneller Neujahrsempfang 2022 in der Stadthalle wieder möglich sein würde. Die Vorbereitungen liefen bereits. „Doch Anfang Dezember mussten wir uns eingestehen, dass die Durchführung einer solchen Veranstaltung, die ihren Reiz aus dem unbeschwerten, geselligen Beisammensein und dem persönlichen Austausch mit vielen Menschen bezieht, angesichts des rasant steigenden Infektionsgeschehens nicht zu verantworten war“, sagt Bürgermeister Pesch. „Und zwar selbst dann nicht, wenn die Rechtslage sie theoretisch noch erlaubt. Also haben wir die Reißleine gezogen und sind wieder auf ein virtuelles Format umgeschwenkt. Das hat aber auch Vorteile.“

Denn im Mittelpunkt des Neujahrsempfangs stehen der Heimatpreis NRW und die bisherigen fünf Ratinger Preisträger: Industriepfad, Ratinger Tafel, Integrationsrat Ratingen, Quecke und ZeltZeit. Die Würdigung des großen ehrenamtlichen Engagements, das hinter den genannten Projekten bzw. Organisationen steht, ist nun kein vorüberziehendes Bühnenereignis, sondern dauerhaft abrufbar und somit nachhaltiger.

2018 eröffnete das NRW-Heimatministerium den Kommunen des Landes die Möglichkeit, Heimatpreise zu verleihen. Ratingen mit seiner großen Heimatverbundenheit und dem nicht minder großen ehrenamtlichen Netzwerk war natürlich von Anfang an dabei. Der erste Heimatpreis ging 2019 an das Langzeit-Projekt Industriepfad, das durch den Heimatverein Ratingen, den Unternehmensverband, den Förderverein Cromford sowie dem Lintorfer Heimatverein und den Ratinger Jonges kontinuierlich ausgebaut wird. 2020 wurden zwei Heimatpreise verliehen, einer an die Ratinger Tafel, einer an den Integrationsrat. Und kurz vor Weihnachten 2021 benannte der Rat der Stadt einstimmig die Preisträger 2021: die Heimatzeitschrift „Quecke“ des Lintorfer Heimatvereins und das Kulturfestival „ZeltZeit“, das seit mehr als 20 Jahren mit großem Erfolg am Grünen See stattfindet.

Die Preisträger werden in fünf kurzen Filmbeiträgen vorgestellt, die durch würdigende Zwischenmoderationen des Bürgermeisters miteinander verbunden werden. Aufgelockert werden die Wortbeiträge durch Musik: Jazzklänge mit einem Quartett rund um den bekannten Ratinger Schlagzeuger Peter Baumgärtner und die Sängerin Inga Lühning sowie ein Stück Weltmusik mit der Gruppe „Yola Muhabbet“ rund um den ehemaligen Vorsitzenden des Ratinger Integrationsrates, Ziya Kalın.

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