Oberbürgermeister Geheimrat Roos – Als ehemaliger Bürgermeister machte sich Friedrich Christian Roos um Krefeld verdient (Foto: Stadt Krefeld)

Krefeld. Der ehemalige Krefelder Oberbürgermeister Friedrich Christian Roos wurde vor 195 Jahren, am 25. Januar 1827, in Winterburg im Landkreis Bad Kreuznach geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Bad Kreuznach und dem Studium der Rechtswissenschaften in Bonn wurde er 1867 als Regierungsrat in Düsseldorf ernannt. Auf eine Anzeige im „Deutschen Gemeinde-Anzeiger” bewarb er sich auf die mit einem Gehalt von 2.500 Thaler dotierte Stelle. Mit 26 gegen drei Stimmen wählten ihn die Stadtverordneten am 23. November 1871 für zwölf Jahre zum Bürgermeister der Stadt Krefeld. Regierungspräsident Freiherr von Ende führte Roos am 2. März 1872 offiziell in sein neues Amt ein. Am 11. Januar 1873 wurde ihm der Titel Oberbürgermeister verliehen. Er war zudem von 1872 bis 1881 Mitglied des Preußischen Herrenhauses.

In seine Amtszeit fiel die Bildung eines eigenen Stadtkreises Krefeld (1873). Das war ein Ereignis von großer kommunalpolitischer Bedeutung, weil dadurch die Eigenständigkeit der Stadt Krefeld begründet wurde. Unter Roos’ Leitung wurde unter anderem 1877 die Eisenbahnverbindung Krefeld-Gladbach-Rheydt fertig gestellt sowie das erste Wasserwerk errichtet. Zeitgleich mit dem Aufbau der städtischen Wasserversorgung wurde mit dem Bau der Kanalisation begonnen. Der Beschluss zur Umwandlung des Friedhofs an der St. Anton-Straße in einen Park, den heutigen Stadtgarten, wurde 1879 gefasst. 1881 wurde der Stadt Krefeld die „Landesherrliche Erlaubnis” zum Betrieb einer Straßenbahn erteilt. Des Weiteren hat sich Oberbürgermeister Roos um das Erziehungswesen verdient gemacht und das Schulsystem verbessert. Er gilt als Stifter des späteren Arndt-Gymnasiums (heute Hannah-Arendt-Gymnasium).

Nach fast zehnjähriger Amtszeit musste Oberbürgermeister Roos, dem der Titel eines Geheimen Regierungsrates verliehen worden war, sein Amt krankheitsbedingt zum 31. Dezember 1881 niederlegen. Kurze Zeit zuvor hatte der Rat einstimmig beschlossen, dem scheidenden Oberbürgermeister wegen seiner zahlreichen Verdienste um die Stadt die Ehrenbürgerrechte zu verleihen. Er verstarb am 3. Juli 1882 in Krefeld. Sein Ehrengrab befindet sich auf dem alten Teil des Hauptfriedhofes. Nach ihm wurden eine Straße und die dortige Kindertageseinrichtung im Stadtteil Lehmheide benannt.

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