Ein Diamantener Meisterbrief, drei Generationen Handwerksmeister: Zum 60-jährigen Meisterjubiläum erhielt Günter Linden (l.) die Ehrenurkunde von seinem Sohn Christoph, Obermeister der Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Rhein-Kreis Neuss. Mit seinem Großvater freute sich Sebastian Linden (Foto: Kreishandwerkerschaft)

Neuss. Ein besonderer Moment für Günter Linden 

Viel zu feiern gab es jetzt im Neusser Installationsbetrieb Linden: Seniorchef Günter Linden konnte sich über das 60-jährige Meisterjubiläum freuen, das Unternehmen blickt auf 90 erfolgreiche Jahre.

Der Diamantene Meisterbrief ist ohnehin eine selten verliehene Auszeichnung – aber nur die allerwenigsten Handwerker dürfen ihn wohl vom eigenen Sohn entgegennehmen. Günter Linden gehört dazu: Sein Sohn Christoph ist Obermeister der Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Rhein-Kreis Neuss und überreichte seinem Vater in dieser Eigenschaft die Ehrenurkunde im Kreis der Belegschaft. Für den 86-jährigen Günter Linden war das natürlich ein besonderer Moment.

Vielleicht dachte er dabei auch daran zurück, wie anstrengend sein Weg zum Klempner- und Installateurmeister war: Die Meisterschule absolvierte er in Abendkursen. Mehrere Jahre lang drückte er die Schulbank, nachdem er tagsüber im Betrieb seines Vaters Quirin gearbeitet hatte. Der hatte das Unternehmen 1931 gegründet, Günter Linden führte es in zweiter Generation weiter. Viele Jahre leitete er den an der Friedrichstraße in Neuss ansässigen Betrieb, der sich auf Badsanierungen, Reparaturen und Kundendienst konzentriert. „Wir bauen beispielsweise ein Bad in ein barrierefreies um, tauschen den alten Heizkessel gegen ein modernes Brennwertgerät, erneuern Heizkörper und beseitigen Störungen aller Art“, erläutert Christoph Linden (60), der seit 1986 im Unternehmen ist und den Betrieb von seinem Vater übernommen hat.

Eine Spezialität des Meisterbetriebs ist ein bestimmtes Verfahren zur Sanierung von Gasleitungen, das Günter Linden vor Jahrzehnten eingeführt hat. Vereinfacht gesagt, wird damit eine undichte Leitung von innen abgedichtet. „Das macht längst nicht jeder Betrieb, und wir wenden dieses Verfahren auch im Auftrag von Kollegen an“, sagt Christoph Linden. Das Unternehmen beschäftigt derzeit 13 Mitarbeiter. „Wir haben immer schon ausgebildet, aktuell erlernen bei uns zwei junge Männer den Beruf des Anlagenmechanikers“, berichtet Linden. Er fügt hinzu: „Handwerk boomt. Unser größtes Problem ist im Moment, passendes Personal zu finden.“

Senior Günter Linden ist seit einigen Jahren nicht mehr im Betrieb aktiv, der nach wie vor seinen Namen trägt: Günter Linden GmbH. Er lebt mit seiner Frau Astrid, mit der er seit 60 Jahren verheiratet ist, im eigenen Haus. Das Paar hat drei Kinder, zwei Enkel und drei Urenkel. Mit der Entwicklung des 90 Jahre alten Unternehmens kann er sehr zufrieden sein, denn die Weichen für die Zukunft sind gestellt: Mit Sebastian Linden ist längst die vierte Generation an Bord. Der 35-jährige Meister ist gemeinsam mit seinem Vater Christoph Geschäftsführer und wird den Betrieb einmal übernehmen.

Beitrag drucken
Anzeigen