Mit 19.000 Briefen wurde speziell Kunden des Jobcenters ein Impfangebot gemacht (Foto: pixabay)

Krefeld. Die Krefelder Stadtverwaltung versucht mit einer weiteren gezielten Aktion, bisher ungeimpfte Personen von einer Impfung zu überzeugen. In der Corona-Pressekonferenz nach der Sitzung des städtischen Krisenstabs haben am Freitag Stadtdirektor Markus Schön, Gesundheitsdezernentin Sabine Lauxen und Thomas Becker als Geschäftsführer des Krefelder Jobcenters eine neue Aktion vorgestellt. 19.000 Kunden des Jobcenters im Alter von 18 bis 67 Jahren ist in einem Brief ein konkretes Impfangebot gemacht geworden. Der städtische Impfbus steht am kommenden Montag, 31. Januar, 11 bis 17 Uhr, auf dem Neumarkt in der Krefelder Fußgängerzone und bietet Impfungen zum Schutz vor dem Coronavirus an. Auch alle anderen Impfeinrichtungen in Krefeld können von dieser Personengruppe genutzt werden. Wie Thomas Becker in der Pressekonferenz erläuterte, seien auch Arbeitsvermittler, Wohlfahrtsverbände und das Team des Arbeitslosenzentrums auf die Zielgruppe zugegangen und hätten für die Impfung geworben.

Stadt hofft auf möglichst viele Erstimpfungen

„Wir wollen mit dieser Aktion möglichst viele Ungeimpfte direkt ansprechen. Wir erreichen mit diesem Brief aber nicht nur unsere Kunden, sondern auch deren Familien”, erläuterte Thomas Becker. Er machte deutlich, dass eine Impfung in vielen Berufsfeldern für die Kunden die Chancen einer Wiederbeschäftigung deutlich erhöhe. Entsprechend appellierte er dringlich, sich impfen zu lassen. Der Zuspruch der Kunden auf diesen Brief sei gut gewesen. Einen ersten Impftermin hat es am vergangenen Mittwoch, 26. Januar, bereits gegeben. Es habe auch Dank von einigen Personen gegeben, die sich – motiviert durch das Schreiben des Jobcenters – erstmals haben impfen lassen. „Es gab natürlich auch kritische Rückmeldungen, aber das Positive überwiegt”, sagte Thomas Becker.

Stadt reagiert auf PCR-Test-Nachfrage: Testverfahren in Kitas geändert

Stadtdirektor Markus Schön ging auf die aktuelle Corona-Lage in Krefeld ein. Positiv sei gegenwärtig zu registrieren, dass die Lage auf den Intensivstationen in den Krankenhäusern in Bezug auf Corona-Patienten noch nicht angespannt ist. Es gelte aber in dieser Phase der Pandemie mit sehr hohen Infektionszahlen und entsprechenden Quarantänen, das Funktionieren der kritischen Infrastruktur zu beobachten. „Wir haben dies im Auge”, sagte Markus Schön. Eine Schließung ganzer Schulen sei gegenwärtig in Krefeld nicht absehbar, gleichwohl gebe es auch Einrichtungen – auch im Kita-Bereich – die stark „heruntergefahren” werden müssen. Die PCR-Testungen sind jetzt mit Priorität für vulnerable Gruppen vorgesehen. Entsprechend sind Testkapazitäten für die Bereiche Kita und Schule derzeit nicht ausreichend vorhanden. Die Stadt Krefeld hat darauf zeitnah reagiert und setzt auch in den Kitas auf ein Testverfahren, das sich in den Grundzügen an dem in den Schulen orientiert, mit Schnelltestung nach einem positiven PCR-Pooltest. „Wir empfehlen den Eltern, nach positiver Pooltestung einen Bürgertest an einem der Schnelltestzentren unter www.krefeld-testet.de zu machen”, sagt der Stadtdirektor. Aufgrund der Vielzahl an Infektionen durch die hochansteckende Omikron-Variante konzentriert die Stadtverwaltung die Kontaktnachverfolgung auf die Bereiche der kritischen Infrastruktur. Der Fachbereich Gesundheit fokussiert sich außerdem um die Indexfälle.

87 Prozent der Intensivpatienten in Deutschland sind nicht ausreichend geimpft

Gesundheitsdezernentin Sabine Lauxen wies auf einen neuen Lagebericht des NRW-Gesundheitsministeriums (MAGS) hin, in dem es um die Lage auf den Intensivstationen im Speziellen im Hinblick auf Jugendliche geht. In diesem Bericht sei zu erkennen, dass es sehr hohe Inzidenzen bei Kindern und Jugendlichen gibt, diese öfter als bisher von den Hausärzten in Krankenhäuser überwiesen werden müssen. Auf den Intensivstationen landen diese Kinder aber – nach Lage der Statistik – bisher nur in äußerst seltenen Fällen. Aus den neuen Zahlen des MAGS lässt sich auch deutlich die Wirksamkeit der Impfung ableiten. Demnach waren laut diesem Reporting in NRW 87 Prozent der Intensivpatienten ungeimpft oder nicht ausreichend geimpft (fehlender Booster). „Wenn man diese Zahlen liest, kann man nur appellieren: Leute, lasst euch impfen”, forderte Sabine Lauxen. Sie verwies darauf, dass der Impfbus auch im Februar und März im Stadtgebiet unterwegs sein werde. Die Impfzahlen gingen zwar generell im Seidenweberhaus wie auch im Impfbus zurück. Um einen pragmatischen Weg zur Impfung bieten zu können – wie es auch für die Jobcenter-Kunden erfolgt – habe sich das Angebot des Impfbusses sehr bewährt. Sabine Lauxen verwies im Besonderen auch auf freie Kinderimpftermine, die unter www.krefeld.de/impftermin gebucht werden können. „Auch kurzfristige Termine sind möglich”, sagte die Gesundheitsdezernentin.

Coronapandemie lässt Spielbetrieb der Pinguine ausfallen

Die Coronapandemie beeinträchtigt auch den Spielbetrieb der Krefeld Pinguine: Das für Freitag, 28. Januar, 19.30 Uhr, geplante Spiel der Krefeld Pinguine gegen den ERC Ingolstadt in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) muss ausfallen. Der städtische Fachbereich Gesundheit hat am Donnerstagabend den weiteren Trainings- und Spielbetrieb des Profi-Eishockey-Teams aus Gründen des Infektionsschutzes untersagen müssen. Diese Regelung gilt sowohl für die Spieler als auch das Umfeld mit den Betreuenden. Im erweiterten Teamumfeld waren mehrere Infektionen festgestellt worden. Diese waren dem städtischen Fachbereich Gesundheit am Donnerstag gemeldet worden. Stadt und Verantwortliche bei den Pinguinen haben sich im Vorfeld der Entscheidung eng ausgetauscht.

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