Vorstellung der neuen Managementgesellschaft für Gesundheitskioske im Essener Norden (Foto: © Moritz Leick, Stadt Essen)

Essen. Kioske haben im Ruhrgebiet eine jahrzehntelange Tradition. Jeder kennt sie. Sie zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie gut erreichbar, für jeden offen sind und ihr Angebot für den kurzfristigen alltäglichen Bedarf zur Verfügung steht. Die geplanten Gesundheitskioske der Stadt Essen, die gemeinsam mit der AOK Rheinland/Hamburg, der Caritas-SkF-Essen gGmbH (CSE), mit dem Ärztenetz Essen Nord-West e.V. und weiteren wichtigen Akteur*innen vor Ort aufgebaut werden, haben ähnliche Vorzüge: Sie befinden sich im Stadtteil, können von allen Anwohner*innen genutzt werden und bieten einen leichten barrierefreien Zugang zu medizinischer Beratung und Behandlung.

Im Essener Norden entstehen im ersten Quartal 2022 die ersten zwei Gesundheitskioske in den Stadtteilen Altenessen und Katernberg. Die Gesundheitskioske sollen Modellcharakter bekommen und bei Erfolg auch in weiteren Stadtteilen etabliert werden. Sie werden von medizinisch ausgebildetem Fachpersonal geführt und sollen Patient*innen in allen Fragen zur Gesundheitsförderung und Prävention aufklären und unterstützen. Die Mitarbeiter*innen sind dabei wichtige Gesundheitslots*innen, die die Menschen auf ihrem Weg zu einer geeigneten Behandlung begleiten. Die Mitarbeiter*innen werden verschiedene Sprachen sprechen und interkulturelle Kompetenzen besitzen. Das Angebot steht allen Menschen offen, von chronisch erkrankten oder verschieden belasteten Menschen über Familien mit unterschiedlichsten Beratungsbedarfen und insbesondere Menschen mit wenig Kenntnis über das Gesundheitssystem in Essen.

Für den Betrieb der Gesundheitskioske wurde nun eine Managementgesellschaft gegründet. Die “Gesundheit für Essen gGmbH” wird als Träger aus den Gesellschaftern Caritas-SkF gGmbH, dem Ärztenetzwerk Nord-West e.V. sowie dem SGZ Altenessen e.V. bestehen. Das Ärztenetzwerk ist ein Zusammenschluss von niedergelassenen Arztpraxen, Apotheken und Krankenhäusern in Essen, die sich zum Ziel gesetzt haben, die Versorgung der Patient*innen zu verbessern. Das SGZ Altenessen e.V. ist Betreiber der “Alten Badeanstalt” in Altenessen. “Dieser Zusammenschluss zeigt, dass die Weiterentwicklung des Gesundheitsstandortes Essener Norden viele starke Partner braucht, aber dass diese Entwicklung auch von vielen Partnerinnen und Partnern gemeinsam vorangetrieben und getragen wird”, so Oberbürgermeister Thomas Kufen. “Die Gesundheitskioske sind ein gutes Beispiel dafür. Denn wir haben für die Umsetzung bereits von Anfang an nicht nur die AOK Rheinland/Hamburg an Bord, die uns das Vorbild für einen Gesundheitskiosk geliefert haben. Auch die cse hat sehr früh signalisiert, dass sie Aufbau und Betrieb der Kioske unterstützt. Und auch die Alte Badeanstalt stand sofort zur Verfügung. Besonders freut mich außerdem, dass wir das Ärztenetzwerk Nord-West e.V. als wesentlichen Partner gewinnen konnten.”

Geschäftsführer der Managementgesellschaft ist Andreas Bierod, ebenfalls Geschäftsführer der cse. “Wir freuen uns, mit starken Partnern an unserer Seite die Gesundheitskioske im Essener Norden ins Leben zu rufen und auszubauen. In den Stadtteilen sind wir bereits jetzt, noch vor dem eigentlichen Start der Gesundheitskioske, angekommen und vernetzt, so dass wir sicher sind, dass das Angebot da ankommt, wo es gebraucht wird”, so Bierod.

Die neue Managementgesellschaft hat nun zur Aufgabe, den Betrieb der Gesundheitskioske zu organisieren. Dazu zählen der Abschluss von Selektivverträgen mit den Kostenträgern, die Entwicklung einer IT-Infrastruktur, u.a. für Abrechnung mit Krankenkassen, genauso wie das Rekrutieren und Schulen von Personal für die geplanten Standorte. Bewerbungsgespräche werden derzeit geführt, zwei Personen konnten bereits eingestellt werden.

Die Einführung der Gesundheitskioske soll wissenschaftlich begleitet und evaluiert werden. Dabei sollen insbesondere Akzeptanz und Wirksamkeit der neuen Gesundheitsangebote berücksichtigt sowie gesundheitsökonomischer Aspekte miteinbezogen werden.

“Ich will nochmal betonen, dass die Gesundheitskioske ein Baustein für den Gesundheitsstandort Essener Norden sind”, so Kufen abschließend. “Parallel arbeiten wir außerdem weiter an einem sektorenübergreifenden, interdisziplinären Gesundheitszentrum in Stoppenberg genauso wie an der Entwicklung eines virtuellen Kindergesundheitszentrums oder der Sicherung der ambulanten Notfallversorgung.”

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