Blick in die Zollstraße. Im Bereich des Zaunes auf der rechten Seite wird die CITYBAHN von der künftigen Südspange kommend auf die Haus-Berge-Straße zulaufen (Foto: © Elke Brochhagen, Stadt Essen)

Essen. Die CITYBAHN wird die neue Straßenbahnstrecke der Ruhrbahn, die als Ost-West-Verbindung das Stadtquartier ESSEN 51. an den Hauptbahnhof anbindet. Der Ausschuss für Verkehr und Mobilität hat sich in seiner heutigen Sitzung (10.03.) mit dem Abschnitt zwischen dem Berthold-Beitz-Boulevard über ESSEN 51. bis zur Haus-Berge-Straße befasst und die Planung für diesen Teil der künftigen CITYBAHN beschlossen. Der Planbeschluss sieht neben dem Neubau von Straßenbahngleisen im Bereich des Berthold-Beitz-Boulevards nördlich der Altendorfer Straße auch einen Trassenneubau im Entwicklungsgebiet ESSEN 51. sowie den Umbau der Haus-Berge-Straße von der Zollstraße bis zur Bocholder Straße vor.

Details zur geplanten Trassenführung der Straßenbahn

Ab dem Kreuzungsbereich Altendorfer Straße/Berthold-Beitz-Boulevard sollen die neuen Gleise der Straßenbahn im bereits bestehenden Mittelstreifen entlang des Berthold-Beitz-Boulevards in Richtung Norden in einem geschotterten Bereich geführt werden. Vom Berthold-Beitz-Boulevard zweigt die CITYBAHN nördlich der Pferdebahnstraße zukünftig nach Westen in die geplante Südspange ab und verläuft an der ehemaligen Zeche Amalie weiter über die umgeplante Zollstraße. Entlang der Zollstraße wird die Straßenbahn künftig auf einem separaten und mit Rasen begrünten Gleiskörper geführt. Am westlichen Ende der umgeplanten Zollstraße zweigt die Straßenbahntrasse dann in Richtung Haus-Berge-Straße ab und verläuft von dort als sogenanntes Rasengleis in Mittellage der Haus-Berge-Straße bis zur Kreuzung Bocholder Straße/Haus-Berge-Straße.

Vier neue Haltestelle für Straßenbahnen

Der gesamte Planungsabschnitt zwischen Berthold-Beitz-Boulevard bis zur Haus-Berge-Straße beinhaltet insgesamt vier Straßenbahnhaltestellen, welche barrierefrei neu- bzw. ausgebaut werden. Die neue Haltestelle “Krupp-Park” wird sich auf dem Berthold-Beitz-Boulevard unmittelbar nördlich der Einmündung in den Quartiersbogen befinden und als rund 40 Meter langer Mittelbahnsteig umgesetzt. Die Haltestelle “Schacht Amalie” liegt in der geplanten Südspange, südlich der ehemaligen Zeche, im künftigen Stadtteil ESSEN 51. und soll zusammen mit dem angrenzenden Straßenraum eine Gestaltung im Zusammenhang mit dem Industriedenkmal “Schacht Amalie” erhalten. Eine weitere Haltestelle mit zwei rund 40 Meter langen Seitenbahnsteigen soll am westlichen Ende der Südspange entstehen (Haltestelle “Zollstraße”). Die Planung sieht zudem den Umbau der Haltestelle “Bergmühle” nördliche des Einmündungsbereichs Zollstraße/Haus-Berge-Straße in einen 40 Meter langen Mittelbahnsteig vor.

Autoverkehr im Plangebiet

Da entlang des Berthold-Beitz-Boulevards der Mittelstreifen für einen späteren Einbau der Straßenbahngleise bereits freigehalten wurde, sind straßenbauliche Anpassungen nur geringfügig erforderlich. Lediglich in den Kreuzungsbereichen Altendorfer Straße/Berthold-Beitz-Boulevard und Pferdebahnstraße/Berthold-Beitz-Boulevard müssen straßenbauliche Maßnahmen durchgeführt werden, damit die Bahngleise dort wie geplant verlaufen können. Im Zusammenhang mit dem Neubauprojekt ESSEN 51. wird außerdem die neue Südspange mit je einer Fahrspur pro Richtung umgesetzt. Für den Autoverkehr wird die neue Südspange als Sackgasse mit einer Wendemöglichkeit am westlichen Ende errichtet, während die Straßenbahnen die Südspange auf weiterverlaufenden Gleisen am westlichen Ende in Richtung Haus-Berge-Straße verlassen können.

Wege für Radfahrer*innen

Die vorhandenen Radverkehrsanlagen auf dem Berthold-Beitz-Boulevard liegen außerhalb des Planungsbereichs weshalb hier keine Änderungen vorgesehen sind. An den Kreuzungen Altendorfer Straße/Berthold-Beitz-Boulevard sowie Pferdebahnstraße/Berthold-Beitz-Boulevard müssen die Radfurten und die Aufstellflächen für die indirekten Linksabbieger an die Planung der Straßenbahn angepasst werden. Neue Radverkehrsanlagen sind Bestandteil des Verkehrskonzeptes ESSEN 51. weshalb die Planungen zur CITYBAHN dieses Konzept aufgreifen werden. Südlich der neuen Haltestelle “Schacht Amalie” quert demnach der künftige ESSEN 51.-Radweg die neue Straße und läuft auf den parallel der Pferdebahnstraße verlaufenden Radschnellweg RS 1 zu.

Entlang der neuen Südspange soll für Radfahrer*innen künftig für beide Fahrtrichtungen ein Radweg mit einer Breite von zwei Metern entstehen. Eine Anbindung der Südspange an die Haus-Berg-Straße erfolgt über die Zollstraße, über die künftig der Radverkehr in Richtung Bocholder Straße ermöglicht werden soll. Für Anlieger*innen der Haus-Berge-Straße, die mit dem Rad in Richtung Bocholder Straße fahren wollen, sollen an zwei Stellen Querungsmöglichkeiten über den Gleiskörper, der sich in der Mitte der Haus-Berge-Straße befinden wird, geschaffen werden. In Gegenrichtung, also von der Bocholder Straße kommend in Richtung Süden, ist ein 1,85 Meter breiter Radfahrstreifen geplant.

Zeitlicher Ablauf

Für den Bau der CITYBAHN ist ein Planfeststellungsverfahren für den gesamten Streckenabschnitt notwendig. Derzeit ist der Umsetzungszeitraum für den beschriebenen Abschnitt zwischen Berthold-Beitz-Boulevard und Haus-Berge-Straße von Anfang 2024 bis 2025 vorgesehen.

Kosten

Die vorläufigen Gesamtkosten für den Planungsabschnitt betragen 31,75 Millionen Euro, hiervon entfallen rund 27,775 Millionen Euro auf die Ruhrbahn als Kostenträger für den ÖPNV und rund 3,975 Millionen Euro auf die Stadt Essen als Kostenträger für den Straßenbau. Diese Kosten beruhen auf einer vorläufigen Kostenberechnung.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zur CITYBAHN finden Interessierte unter www.citybahn-essen.de

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